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Die Auswirkungen des Gewichtmachens auf die Leistungsfähigkeit in verschiedenen Kampfsportarten
Martin Prexl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Spanisch UF Bewegung und Sport
Betreuer*in
Rochus Pokan
DOI
10.25365/thesis.60138
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25098.43732.205673-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Kampfsportarten wie Judo, Karate, Boxen, Taekwondo oder Ringen sind in Gewichtsklassen unterteilt, um faire Bedingungen zwischen den Athlet*innen bezüglich ihrer Größe, Kraft, Schnelligkeit und Agilität herzustellen. Mittlerweile ist es Usus geworden, dass die Sportler*innen durch teilweise gesundheitsschädliche und radikale Abnehm-Methoden Gewicht verlieren, um in einer niedrigeren Gewichtsklasse zu kämpfen. Sie erhoffen sich dadurch Vorteile, da sie in Folge dessen rein theoretisch gegen kleinere und schwächere Kontrahent*innen antreten. Häufig angewandte Methoden sind dabei eine geringere Nahrungsaufnahme bis hin zum vollkommenen auslassen der Mahlzeiten (hypokalorische Kost mit negativer Energiebilanz), starkes Dehydrieren, ein erhöhtes Trainingspensum, das Trainieren in Plastik- oder Schwitzanzügen und Saunabesuche, aber auch zum Teil illegale Methoden wie die Einnahme von Abführ- oder Entwässerungstabletten. In diverser Literatur konnte bestätigt werden, dass sich diese radikale Form der Gewichtsreduktion sowohl negativ auf psychologische (Wahrnehmung, Konzentration, Verwirrtheit, Reizbarkeit) und physiologische (Hämatokrit, Hämoglobin, Cortisol, Leptin, Cholin...) Parameter der Kampfsportler*innen auswirkt. Es wurden sogar schon Todesfälle aufgrund des extremen Gewichtmachens dokumentiert. Manche Autoren fordern sogar ein Verbot von RWL (Rapid Weight Loss), da es gegen alle drei Kriterien der World Anti-Doping Agency verstößt und die Gesundheit der Athlet*innen gefährdet, oder suchen nach Alternativen wie zum Beispiel das Einführen von Größenklassen anstatt von Gewichtsklassen. Jedoch gilt es auch zu beachten, dass Gewichtmachen nicht gleich Gewichtmachen ist. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, langsam und schrittweise abzunehmen. Dieses GWL (Gradual Weight Loss) dauert zwar länger, ist jedoch weniger schädlich für die Gesundheit und hat auch geringere negative Auswirkungen auf die Leistung der Kämpfer*innen. Ein wichtiger Aspekt des Gewichtmachens ist die Regenerationsphase zwischen der Abwaage und dem Wettkampf, in der sie Zeit haben, sich durch Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr wieder zu erholen. In einigen Studien hatten die Athlet*innen jedoch keine Zeit sich genügend, i.e. mehr als mindestens zwei Stunden, zu erholen, was negative Auswirkungen auf die körperliche Leistung hatte. Bei einer längeren Pause (>3 Stunden) konnten keine negativen Auswirkungen verzeichnet werden. Zusammenfassend sollten die Kämpfer*innen durch GWL abnehmen, da es so zu geringeren negativen Auswirkungen kommt. Auch wenn die Athlet*innen genügend Zeit haben, um sich zu erholen, zeigen verschiedene Studien, dass sich die physiologischen Parameter nach so kurzer Zeit noch nicht erholt haben.
Abstract
(Englisch)
Combat sports such as judo, karate, boxing, taekwondo or wrestling are divided into weight classes to create fair conditions between the athletes regarding their size, strength, speed and agility. In recent years, it has become common practice for athletes to lose weight using partially harmful and radical weight loss methods in order to fight in a lower weight class. They hope to gain advantages by fighting against smaller and weaker opponents. Frequently used methods are lower food intake, skipping meals (hypocaloric food intake with negative energy balance), severe dehydration, an increased training workload, training in plastic or rubber suits (sweat suits), using of saunas, but also partly illegal methods such as the intake of laxatives or diuretics. Various sources confirmed that this radical form of weight reduction has negative effects on psychological (perception, concentration, confusion, irritability...) and physiological (haematocrit, haemoglobin, cortisol, leptin, choline...) parameters of the martial artists. Even deaths due to extreme weight have been documented. Some authors even demand a prohibition of RWL (Rapid Weight Loss), because it violates all three criteria of the World Anti-Doping Agency and endangers the health of the athletes, or look for alternatives such as the introduction of height-categories instead of weight classes. However, it should also be noted that weight loss can be done in different ways. It is possible to lose weight slowly and gradually. Although this GWL (Gradual Weight Loss) lasts longer, it is less harmful to people’s health and has less negative impact on the fighters’ performance. An important aspect of weight loss is the regeneration phase between the weigh-in and the competition. In this phase, athletes have time to recover through food and fluid intake. In some of the studies mentioned, however, the athletes did not have enough time to recover, i.e. more than at least two hours, and thus had a negative impact on their physical performance. During a longer break, there were no negative effects. In summary, the fighters should lose weight due to GWL, as this leads to fewer negative effects. Even if the athletes have enough time to recover, several studies show that the physiological parameters have not recovered after such a short time.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
weight loss performance nutrition combat sports weight categories physiological effects psychological effects
Schlagwörter
(Deutsch)
Gewichtmachen Leistung Ernährung Kampfsportarten Gewichtsklassen Physiologische Auswirkungen Psychologische Auswirkungen
Autor*innen
Martin Prexl
Haupttitel (Deutsch)
Die Auswirkungen des Gewichtmachens auf die Leistungsfähigkeit in verschiedenen Kampfsportarten
Paralleltitel (Englisch)
The impact of weight loss on performance in different combat sports
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
IV, 115 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rochus Pokan
Klassifikationen
76 Sport > 76.18 Kraftsport, Kampfsport ,
76 Sport > 76.25 Wettkämpfe
AC Nummer
AC15602310
Utheses ID
53149
Studienkennzahl
UA | 190 | 353 | 482 |
