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Information exchange between competitors and the application of article 101 TFEU
Martin Gassler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Florian Schuhmacher
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25100.43558.832752-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation thematisiert die Beurteilung des Informationsaustausches zwischen Wettbewerbern gemäß Artikel 101 AEUV. Sie konzentriert sich auf jene Arten von Informationsaustausch, die nicht Teil eines umfassenderen Marktverhaltens sind (so genannter reiner Informationsaustausch). Die Dissertation diskutiert den analytischen Ansatz, zur Bewertung des reinen Informationsaustausches. Dies geschah durch die Festlegung des entsprechenden konzeptionellen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmens, um die Diskussion zu strukturieren und einen dogmatisch robusten Rahmen für die Bewertung des reinen Informationsaustauschs zu entwickeln, der mit der bestehenden Rsp der EU-Gerichte und der Entscheidungspraxis der Europäischen Kommission vereinbar ist. Der konzeptionelle Rahmen unterscheidet zwischen den verschiedenen Arten des Informationsaustauschs und diskutiert die verschiedenen Merkmale des Informationsaustauschs. Der wirtschaftliche Rahmen bespricht die ökonomische Literatur und diskutiert die wettbewerbsfördernden Aspekte des Informationsaustauschs (Markttransparenz) sowie die wettbewerbswidrigen Aspekte (insbesondere Kollusion). Der Rechtsrahmen konzentriert sich auf die Voraussetzungen der Anwendung des Artikel 101 AEUV, die für den Informationsaustausch am relevantesten sind (abgestimmte Verhaltensweise und Unterscheidung zwischen Bezweckung und Bewirkung). Die Dissertation zeigt auch die Bedeutung des Informationsaustauschs für Kollusionstheorien für Art 101 AEUV auf. Es werden anschließend die Rsp der EU-Gerichte und die Entscheidungspraxis der Kommission diskutiert, um einen einfachen und kohärenten Analyserahmen für die Bewertung des reinen Informationsaustauschs zu schaffen. Es wird argumentiert, dass die zeitliche Perspektive das entscheidende Merkmal für die Unterscheidung zwischen Bezweckung und Bewirkung ist. Betrifft der Informationsaustausch die zukünftige Absicht wettbewerbsrelevanter Parameter (wie zukünftige Preise oder Mengen), so gilt der Informationsaustausch als Wettbewerbsbezweckung, wenn diesem plausible Effizienzen fehlen. Auch öffentliche Bekanntmachungen gelten als objektive Beschränkungen, wenn sie keine sinnvollen Effizienzen für die Kunden mit sich bringen, vor allem weil die Umsetzung der angekündigten Preise davon abhängt, dass andere Unternehmen folgen (Signaling). Betrifft der Informationsaustausch hingegen den Austausch von Informationen aus der Vergangenheit (auch wenn er stark disaggregiert ist und somit die Identifizierung einzelner Wettbewerber ermöglicht), so kann dieser nur unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsbewirkung beurteilt werden. In diesem letztgenannten Szenario spielen ökonomische Theorien eine entscheidende Rolle bei der Konstruktion einer plausiblen und robusten Schadenstheorie, auf welche Weise der Informationsaustausch die Kollusion erleichtert.
Abstract
(Englisch)
This thesis analyses the assessment of information exchanges between competitors under Article 101 TFEU. It focuses on those types of information exchanges that are not part of a wider scheme (so-called pure information exchanges). The thesis clarifies the analytical approach of how to assess pure information exchanges. It has done so by laying down the relevant conceptual, economic and legal framework to structure the discussion and offer a dogmatically robust framework for assessing pure information exchange in a coherent way that is consistent with the existing case law of the EU Courts and the decisional practice of the European Commission. The conceptual framework distinguishes between the different types of information exchanges and discusses the various characteristics of information exchanges. The economic framework dives into the rich economic literature and discusses the pro-competitive aspects of information exchanges (market transparency), as well as the anti-competitive aspects (mainly collusion). The legal framework focuses on those elements of Art 101 TFEU that are most relevant for information exchanges (concerted practice and object/effect distinction). The thesis also demonstrates the importance of information exchanges for collusion theories under Art 101 TFEU. The thesis then discusses the case law of the EU Court and the decisional practice of the Commission in order to propose an analytical framework for assessing pure information exchanges. It argues that the temporal perspective is the decisive characteristic for the object/effect distinction. If the information exchange concerns future intention of competitively relevant parameters (such as future prices) it is regarded as a restriction by object, if it lacks any plausible efficiencies. Even public announcements are regarded as restrictions by object if they fail to provide any meaningful efficiency for customers, mainly because the implementation of the announced prices is contingent on other firms following (signaling). Conversely, if the information exchange concerns the exchange of past information (even if it is highly disaggregated and thus allows the identification of individual competitors) it is regarded as a restriction by effect. It is in the latter scenario when economic theory plays a crucial part in constructing a plausible and robust theory of harm of how the information exchange facilitates collusion.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
information exchange pure information exchange concerted practice restriction by object restriction by effect mere parallel conduct
Schlagwörter
(Deutsch)
Informationsaustausch reiner Informationsaustausch abgestimmte Verhaltensweise Wettbewerbsbezweckung Wettbewerbsbewirkung bloßes Parallelverhalten
Autor*innen
Martin Gassler
Haupttitel (Englisch)
Information exchange between competitors and the application of article 101 TFEU
Paralleltitel (Deutsch)
Informationsaustausch zwischen Wettbewerbern und die Anwendung von Artikel 101 AEUV
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
X, 292, XI-XL Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Siegfried Fina ,
Thomas Theodor Jaeger
Klassifikationen
86 Recht > 86.29 Wettbewerbsrecht, Kartellrecht ,
86 Recht > 86.65 Wirtschaftsrecht
AC Nummer
AC15727807
Utheses ID
53519
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
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