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Therapeutische Aspekte der Malaria
eine Literaturübersicht
Masoud Alahmad
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Studium für die Gleichwertigkeit Masterstudium Pharmazie
Betreuer*in
Christian Studenik
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10843.34565.573964-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Plasmodium falciparum ist Erreger der aus frühester Geschichte bekannten Malaria tropica und stellt auch heute noch eine ernste Bedrohung für große Teile der Weltbevölkerung dar. Ziel dieser Arbeit ist, einen Überblick über die Pathologie und die therapeutischen Möglichkeiten zur Bekämpfung einer Malariainfektion zu verschaffen. Die Plasmodien durchlaufen im Wirtsorganismus einen Schizogoniezyklus, wobei sie sich innerhalb der Leber von Sporozoiten zu Merozoiten entwicklen (Gewebeschizonogie) und anschließend innerhalb der roten Blutkörperchen asexuell vermehren (Blutschizogonie). Die Folge sind eine Endothelzytoadherenz und Perfusionsstörungen, wodurch Organischämien entstehen können und dadurch ein komplikationsreicher Verlauf der Malaria begünstigt wird. Geschlechtliche Entwicklungsformen (Gametozyten) sind für die Übertragung der Infektion verantwortlich. Personen in Endemiegebieten scheinen eine erworbene Teilimmunität zu entwicklen. Nach langjähriger permanenter Exposition gegenüber Malariaerregern baut sich bei der heimischen Bevölkerung ein immunologischer Schutz auf, welcher nach Verlassen der Endemieregion unter dem Wegfall der permanenten Reinfektion verloren geht. Diagnostiziert wird die Malaria tropica letztendlich im hämatologischen Erregernachweis. Die klassische Methode ist der „Dicke Tropfen“ nach Schilling. Zur Identifizierung der Spezies wird ein Blutausstrich untersucht. Für Reisende in entlegene Gebiete sind Schnelltests zur Notfallselbsttherapie sinnvoll. In Gebieten mit chloroquinresistenten Plasmodienstämmen ist Mefloquin alternativ in der Therapie der unkomplizierten Malaria tropica einzusetzen. In der Beherrschung komplizierter Krankheitsverläufe gilt Chinin als Therapeutikum der ersten Wahl. Zur Chemoprophylaxe werden je nach Region Chloroquin, Mefloquin, Proguanil kombiniert mit Chloroquin oder Atoquanon/Proguanil empfohlen. Die Prädispositionsrate ist bei Schwangeren erhöht. Für Primigravidae und werdende Mütter im zweiten Trimenon ist das Risiko am größten. Auch teilimmune Frauen aus Endemiegebieten gelten als hochgefährdet, von einem ganzheitlichen Verlust des Schutzes kann nicht ausgegangen werden. Vielmehr werden im Rahmen einer organspezifischen Immunreaktion in der Plazenta lokal spezifische Immunglobuline vom Typ G exprimiert. Eine diaplazentare Übertragung von Antikörpern von der Mutter zum Kind wird vermutet. Auswirkungen bei der Frau sind hohe Parasitämien und schwere Krankheitsverläufe, bei komplikationsreichem Verlauf kann der maternale Tod die Folge sein. Die fetale Entwicklung und der Schwangerschafts- und Geburtsverlauf werden durch eine Malaria stark gefährdet. Im Falle einer plazentaren Infektion können Aborte, Wachstumshemmungen, Frühgeburten, intrauteriner Tod und Totgeburten auftreten. Wiederum nehmen hier die Parität und die Gestationsphase Einfluss auf die spezifische Ausprägung und das individuelle Risiko. Bei der plazentaren Infektion wird nur die maternale Seite von parasitierten Erythrozyten befallen, welche sich an spezifische Rezeptoren (Chondroitinsulfat A, Hyaluronsäure) anlagern. Eine echte diaplazentare oder perinatale Übertragung der Erreger auf den Fetus geschieht sehr selten (kongenitale Malaria). Symptome beim Neugeborenen variieren stark oder fehlen sogar ganz (Erbrechen, Appetitlosigkeit und Fieber). Postpartal wird die plazentare Infektion mit dem „Dicken Tropfen“ bestimmt, pränatal gilt die PCR-Methode als empfehlenswert. Expostions- und Chemoprophylaxe sind für Schwangere obligat. Chloroquin gilt als verträglich. Aus Gründen der Resistenzentwicklung kann alternativ eine Supplementierung mit Primaquin oder der Einsatz von Mefloquin im zweiten und dritten Trimenon erfolgen. Schwere Formen der Malaria tropica werden mit Chinin therapiert, auch im kombinierten Einsatz mit Pyrimethamin und Sulfadiazin. Als kontraindiziert während der Schwangerschaft gelten Tetrazykline und Halofantrin. Die IPT (Sulfadoxin-Pyrimethamin-Therapie) erfolgt bei Schwangeren aus endemischen Gebieten zweimalig (im zweiten und dritten Trimenon). Die kongenitale Malaria kann mit Chloroquin, oder in Gebieten mit resistenten Erregerstämmen mit Chinin behandelt werden. Aktuelle Bemühungen in der Malariaforschung gelten der Entwicklung eines Impfstoffes, Fortschritte sind in den nächsten Jahren zu erwarten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Malaria Epidemiologie Diagnostik Chemotherapeutika Impfung Prophylaxe
Autor*innen
Masoud Alahmad
Haupttitel (Deutsch)
Therapeutische Aspekte der Malaria
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Literaturübersicht
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
86 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Studenik
Klassifikation
44 Medizin > 44.40 Pharmazie, Pharmazeutika
AC Nummer
AC15574602
Utheses ID
53614
Studienkennzahl
UA | 996 | 066 | 605 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1