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Tod und Unsterblichkeit
eine kulturtheoretische Reflexion zum Thema Tod und Medien
Irmgard Veronika Walli
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Thomas Alfred Bauer
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29558.06150.925666-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit reflektiert das Verhältnis von Medien und Tod. Einerseits wird der mediale / soziale Wandel unter dem Paradigma des Rituals betrachtet sowie andererseits medien- und kulturtheoretisch erkundet, welche Bezüge zum Tod einzelne Medien in ihrer Struktur und ihrem Gebrauch aufweisen. Kulturelle Tätigkeit und das aus kultureller Tätigkeit emergierende menschliche Selbstbewusstsein sind eng verbunden mit dem Wissen um Sterblichkeit. Der Tod als Grenze bzw. empirisch unzugängliches Phänomen entfesselt Kommunikation und ist ein wesentlicher Motor für kulturelle Bedeutungsproduktion. Ganz grundsätzlich ist der Mensch auf Kultur, also auf die Herstellung von sozialen Beziehungen durch Symbole bzw. Kommunikation, angewiesen. Durch geteilte, symbolisch vermittelte Wirklichkeit konstituiert, deutet und begreift er seine Welt und sich selbst. Die Medien der Kultur schließlich haben darauf Einfluss, was wie gewusst und gesagt, wie soziale Beziehungen hergestellt und miteinander in Kontakt getreten werden kann. Gesellschaftlicher Wandel wird durch Medienevolutionen angetrieben, die Bedingungen von Kommunikation auf der Makro-, der Meso- und der Mikroebene sind darin betroffen. In diesen Metaprozessen des sozialen und medialen Wandels verschieben sich die Deutung des Phänomens der Sterblichkeit und der soziale Umgang mit dem Tod – seine Akzeptanz, seine Integration, seine Verdeckung oder sein Ausschluss. Mythos und Ritual entspringen der Angstbewältigung durch Distanzierung und stellen zwei wesentliche kulturelle Strategien dar, den Schrecken und das Rätsel des Todes sinnhaft, sozial und emotional zu bewältigen. Während der Mythos den Tod durch Sinngebung legitimiert, überwindet das Ritual den Bruch im sozialen Gefüge, indem es die krisenhafte Situation durch symbolische Handlungen gestaltet bzw. dramatisiert. In der säkularen, strukturell differenzierten, individualisierten und spezialisierten Gesellschaft zeigt sich ein Rückgang der alten Rituale. Sterben und Tod werden aus dem sozialen Nahraum ausgegrenzt, die Trauer erfährt eine Privatisierung. Massenmedien – insbesondere das Fernsehen als kommunikatives Zentrum der Gesellschaft – erfüllen wesentliche Funktionen des Rituals und etablieren neue rituelle Formen der öffentlichen Thematisierung, Inszenierung und Verarbeitung von Tod, Sterben und Trauer.
Abstract
(Englisch)
In my thesis the relation between media and death is reflected upon. On the one hand, the change in society and the media is analyzed in respect to ritual. On the other hand, media coverage is analyzed in respect to how it deals with the issue of death. The awareness of life being terminated has an impact on both culture and human self conception. Namely, communication and processes of cultural signification are triggered by the fact, that death is the end and can not be captured empirically. In general, the production of social relations via symbols or communication is eminent to human life. Human beings interpret and perceive themselves and the world around them, because they share a construction of reality. The media influence human knowledge, behaviour and social interaction. A change in the media evokes a change in society and the way people communicate on the macro-, meso- and micro-level, which means that the implication of the phenomenon of death and the way death is dealt with in society changes as well – ist acceptance, integration, occlusion or exclusion. Myth and ritual are the two cultural strategies to come to terms with the terror and mystery of death. Myth, on the one hand, legitimizes death by assigning a higher meaning to it. Ritual, on the other hand, heals the wounds in the social network through symbolic dramatization. We have witnessed a drastical decrease in rituals in our modern (secular, specialized and individualized) society. Dying, death and mourning have all turned private. Mass media, especially television, have taken over the functions of the ritual, creating new ways of coping publicly with death and everything connected to it.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
death media ritual communication culture theory anthropology
Schlagwörter
(Deutsch)
Tod Medien Ritual Kommunikation Kulturtheorie Anthropologie
Autor*innen
Irmgard Veronika Walli
Haupttitel (Deutsch)
Tod und Unsterblichkeit
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine kulturtheoretische Reflexion zum Thema Tod und Medien
Paralleltitel (Englisch)
Death and immortality
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
160 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Alfred Bauer
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.02 Kommunikationstheorie ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.39 Massenkommunikation, Massenmedien: Sonstiges
AC Nummer
AC07756660
Utheses ID
5367
Studienkennzahl
UA | 301 | 295 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1