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Hans Kelsen und der Austromarxismus
Susanne Gmoser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Johann Dvorak
DOI
10.25365/thesis.60820
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10841.52473.377867-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage nach dem Verhältnis Hans Kelsens zum Austromarxismus, einer österreichischen „Variante“ des orthodoxen Marxismus. Dabei wurde der Versuch unternommen, Kelsens marxismuskritische Schriften zu analysieren und die Debatten Kelsens mit namhaften Vertretern des Austromarxismus nachzuzeichnen. Um dieses Verhältnis fassen und anschaulich machen zu können, bedurfte es vorab einer Begriffserörterung des Phänomens „Austromarxismus“ und einer historischen Kontextualisierung desselben. Die durch tiefe nationale, soziale und kulturelle Auseinandersetzungen zerrissene ausgehende Habsburgermonarchie bildete den Nährboden für die Herausbildung der austromarxistischen Schule und ihres theoretischen Konzepts eines „Dritten Weges“ zwischen revolutionärem Bolschewismus und reformistischer Sozialdemokratie, der 1926 mit der Niederschrift des Linzer Programms der Sozialdemokratie schlussendlich praktisch-politische Wirksamkeit erlangen sollte. Unumgänglich war es daher, das theoretische und praktisch-politische Spannungsverhältnis zu umreißen, in dem der Austromarxismus verortet werden kann, welches letztendlich die spezifische Ausformung desselben im Rahmen der österreichischen Verhältnisse bedingte.
Hans Kelsen, der sich zwar parteipolitisch nie vereinnahmen lassen wollte, der aber Zeit seines Lebens mit der Gedankenwelt der Sozialdemokratie sympathisierte, war es vor allem daran gelegen, die sozialdemokratischen Anliegen praktisch zu unterstützen: sein Engagement in der Volksbildung legt davon tätiges Zeugnis ab. Sein Verhältnis zum Austromarxismus ist nicht nur auf einer persönlichen Ebene zu fassen – er unterhielt zahlreiche freundschaftliche Beziehungen zu führenden austromarxistischen Theoretikern – sondern vor allem auch in fachlicher Hinsicht. Die Auseinandersetzung, die er mit Max Adler führte, sollte die Debatten der austromarxistischen Zirkel besonders stark beeinflussen. Dabei ging es vor allem um die Analyse des Staatsbegriffs, um die Frage nach Reform oder Revolution und um die Bedeutung des Parlamentarismus in einem politischen System.
Hans Kelsen lehnte den gewaltsamen Umsturz ab. Die Form der parlamentarischen Demokratie, die die Gesellschaft davor schütze, „sich auf blutig-revolutionärem Wege zur Katastrophe zu treiben“ und „einen friedlichen Ausgleich zwischen den Klassen schaffe“ (Kelsen 1926), sollte so letztlich auch Eingang in die maßgeblich von Kelsen konzipierte Bundesverfassung von 1920 der eben gegründeten Republik Österreich finden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Austromarxismus Hans Kelsen Sozialismus Sozialdemokratie Politische Theorie Staatsbegriff
Autor*innen
Susanne Gmoser
Haupttitel (Deutsch)
Hans Kelsen und der Austromarxismus
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
91 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Dvorak
AC Nummer
AC15578002
Utheses ID
53742
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
