Detailansicht
Vatermord und die Krisen des Habitus
Untersuchungen zu einem wiederkehrenden Narrativ am Beispiel von Joseph Roths "Radetzkymarsch"
Andreas Christoph Mittermayr
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Michael Rohrwasser
DOI
10.25365/thesis.60919
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20914.39740.347377-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Zielsetzung der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung eines in der Literatur, insbesondere in Vater-Sohn-Erzählungen und sog. „Väterbüchern“ regelmäßig wiederkehrenden Krisen-Narrativs: das des (gelingenden oder scheiternden) Vatermords im Kontext historisch-gesellschaftlicher Zeitenwenden bzw. Epochenbrüche. Das Begehren des Sohnes und kulturellen Erben, den insb. autoritären Vater zu überwinden, ihn - meist nur - symbolisch zu töten (S. Freud), scheint besonders zu Schwellenzeiten virulent zu werden. Brüche und Diskontinuitäten im politisch-sozialen Gefüge finden im drastisch schwelenden Vater-Sohn-Konflikt einen Ausdruck und manifestieren sich symptomatisch in den Krisen des individuellen, aber auch des übergeordneten Geschlechter- und Klassenhabitus (P. Bourdieu). Zunächst werden die wesentlichen Konstituenten dieses variantenreichen Narrativs unter Rückgriff auf kulturhistorische, psychoanalytische und soziologische Theoreme beleuchtet. Das narrative Muster „Epochenbruch, Vatermord und Habituskrise“ lässt sich in drei Phasen untergliedern: eine erste Phase der Konformität und Idealisierung der Väter und ihrer Ideale, eine zweite Phase des Vatermords, der von komplexen Prozessen der Desidentifizierung und Dehabitualisierung begleitet ist, und eine dritte Phase der Rekonsolidierung von Identität und Habitus sowie des übergeordneten politisch-ideologischen Systems. Am Beispiel der Untersuchung von Joseph Roths Epochen- und Untergangsroman „Radetzkymarsch“ wird schließlich gezeigt, wie sich das entwickelte Modell der Narrativ-Analyse und die erarbeiteten Interpretamente in praxi anwenden lassen und einen neuen Blickwinkel auf Texte und ihre narrative Tiefenstruktur, mithin neue Interpretationsansätze eröffnen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Joseph Roth Habitus Vatermord Radetzkymarsch
Autor*innen
Andreas Christoph Mittermayr
Haupttitel (Deutsch)
Vatermord und die Krisen des Habitus
Hauptuntertitel (Deutsch)
Untersuchungen zu einem wiederkehrenden Narrativ am Beispiel von Joseph Roths "Radetzkymarsch"
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
97 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Rohrwasser
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.90 Literatur in Beziehung zu anderen Bereichen von Wissenschaft und Kultur ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.08 Deutsche Sprache und Literatur
AC Nummer
AC15589946
Utheses ID
53827
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 299 |
