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The One and the Many in Herder's early thought
psychology, history, religion
Niels Wildschut
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Philosophie)
Betreuer*innen
Martin Kusch ,
Marion Heinz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.61021
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10844.86742.572673-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Studie befasst sich mit den Spannungen zwischen dem Universalen und dem Partikularen im frühen Denken von Johann Gottfried Herder. In Auseinandersetzung mit der Rezeptionsgeschichte von Herder als historischer Relativist und als Vater des deutschen Historismus werden dazu seine Psychologie, (biblische) Hermeneutik und Geschichtsphilosophie erforscht. Erstens wird Herders Begriff der Philosophie einer Analyse unterzogen. Es wird erklärt, wie Herder sensualistische, empiristische und historische Diskurse aufnimmt, ohne dabei dem skeptischen Zweifel eine konstruktive Rolle einzuräumen. Es zeigt sich, dass Herder auf konsequente Weise die skeptischen Folgen ablehnt, die sich aus seinen Erforschungen von historischer Veränderung, Diversität und Kontextabhängigkeit zu ergeben scheinen. Ferner werden die Elemente der menschlich-historischen Existenz analysiert, die Herder als universal einstuft, und werden die Methoden und Modelle untersucht, mit denen er es unternimmt, die Identität der verschiedenen menschlichen Formen ins Auge zu fassen. Es werden dabei verschiedene Weisen unterschieden, mit denen Herder Einheiten als im Partikularen enthalten oder reflektiert auffasst; als Einheiten in der Verschiedenheit. Zweitens werden die Aspekte der Philosophie Herders identifiziert, in denen dem Problem des Relativismus der Boden entzogen wird, und die eine Erklärung dafür liefern, wieso Herder sich manchen Themen, die auf dem ersten Blick relativistisch wirken – so wie Toleranz, Kontingenz, Inkommensurabilität und Gleichwertigkeit – aus einer anderen Perspektive nähert. Herders Denken drückt in diesem Kontext metaphysische und religiöse Gewissheiten aus, die sich auf die harmonische Gestaltung der Geschichte, auf die ultimative Einheit der menschlichen Formen und auf die Entwicklung einer immer reicheren Menschheit aus einem einzigen Ursprung beziehen. Herder entwickelt eine monistische Ontotheologie, die sowohl seine Anthropologie begründet als auch den universellen ethisch-humanistischen Imperativ, der sein historisches Denken begleitet. Diese Arbeit konkludiert deshalb, dass Herder nicht als historischer Relativist einzuordnen ist.
Abstract
(Englisch)
This study engages the tensions between the universal and the particular in Johann Gottfried Herder’s early thought. I interpret the young Herder’s psychology, (biblical) hermeneutics and philosophy of history in dialogue with the reception history of Herder as a historical relativist and as the father of German historicism. First, I analyze Herder’s conception of philosophy. I explain how he takes up sensualist, empiricist and historical discourses while denying that skeptical doubt plays a (fruitful) role in philosophy. I show that Herder consistently denies that skeptical conclusions follow from his explorations into context-dependence, historical change and diversity. Furthermore, I analyze the elements of human-historical existence that Herder does treat as universal and examine his methods and models in conceiving the identity that underlies the diversity of human forms. I distinguish between multiple ways in which Herder makes sense of these unities as contained and reflected in the particular, as unities in diversity. Second, I identify those features of Herder’s philosophy that preclude the ‘problem of relativism’ from becoming pressing in the first place, and that explain why he approached prima facie relativistic themes – such as tolerance, contingency, incommensurability, and equal validity – from a different perspective. Herder’s views on these issues express metaphysical and religious certainties regarding the harmonious organization of history, the ultimate unity of human forms and the development of ever-fuller humanity out of a single divine origin. Herder subscribes to a monistic onto-theology which underlies his anthropology and informs the universal humanistic ethical imperative that guides his historical thought. I conclude that Herder is not committed to historical relativism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Johann Gottfried Herder historicism relativism philosophy of history hermeneutics philosophical anthropology theology psychology
Schlagwörter
(Deutsch)
Johann Gottfried Herder Historismus Relativismus Geschichtsphilosophie Hermeneutik philosophische Anthropologie Theologie Psychologie
Autor*innen
Niels Wildschut
Haupttitel (Englisch)
The One and the Many in Herder's early thought
Hauptuntertitel (Englisch)
psychology, history, religion
Paralleltitel (Deutsch)
Einheit und Vielheit in Herders frühem Denken : Psychologie, Geschichte, Religion
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
257 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Kristin Gjesdal ,
Rachel Zuckert
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie ,
08 Philosophie > 08.37 Religionsphilosophie ,
08 Philosophie > 08.43 Geschichtsphilosophie
AC Nummer
AC16050868
Utheses ID
53911
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1