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Wirtschaftspolitik mittels autoritärer Wende in der Weimarer Republik
die Deflationspolitik Heinrich Brünings in ihren Ursachen und Folgen 1930-1932
Aryan Kluger
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Geschichte, Sozialkunde, Polit.Bildg. UF Geographie und Wirtschaftskunde
Betreuer*in
Andrea Komlosy
DOI
10.25365/thesis.61350
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14732.50597.367158-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit sollen die Auswirkungen der Politik Heinrich Brünings auf Wirtschaft und Gesellschaft, während seiner Kanzlerschaft in der Weimarer Republik, zwischen 1930 und 1932 aufgezeigt werden. Da diese als Antwort auf die 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise von einem harten Sparkurs sowie Deregulierung des Marktes gekennzeichnet war, und man in der heutigen Zeit mit der Austeritätspolitik ähnliche Maßnahmen ergriff, hat diese Thematik nach wie vor hohe Aktualität. Gleichzeitig galten die Entscheidungen des Kabinetts Brüning im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder als Triebfeder für den Aufstieg der Nationalsozialisten. In Anbetracht der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten bereits ein Jahr nach seiner Regentschaft, gilt es daher folgende Forschungsfrage zu untersuchen:
Inwiefern kam es durch die Maßnahmen Heinrich Brünings bei Umsetzung seiner wirtschaftspolitischen Ziele in der Weimarer Republik zwischen 1930 und 1932 zu einer Radikalisierung der Gesellschaft?
Um diese Frage zu beantworten, müssen mehrere Ebenen der Gesellschaft analysiert werden, wodurch sich folgende Thesen ergeben:
1. Heinrich Brüning vollzog mit seiner Auslegung des Notverordnungsartikels 48 eine autoritäre Wende in der politischen Kultur der Weimarer Republik, da seine wirtschaftlichen Zielvorstellungen keine parlamentarische Mehrheit fanden.
2. Heinrich Brüning sah die Reparationen als Hemmschuh für Deutschland, wieder eine wirtschaftliche Großmacht zu werden, weshalb er die Zahlungen politisch instrumentalisierte und versuchte ihre Unerfüllbarkeit zu beweisen, obwohl die Alliierten der Weimarer Republik verglichen mit den ursprünglichen Friedensbedingungen bereits mehrmals entgegengekommen war.
3. Heinrich Brüning war durch die Erfahrungen der Hyperinflation sowie des Dawes-Plans und der öffentlichen Verschuldung der 1920er Jahre überzeugt, dass die Sanierung der öffentlichen Haushalte ein wesentliches Ziel für erfolgreiche Wirtschaftspolitik ist.
4. Durch die Wirtschaftspolitik Heinrich Brünings kam es vor allem für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sowie Konsumenten und Konsumentinnen zu harten Einbußen im täglichen Leben, die sich daher zunehmend radikalen Parteien zuwandten.
5. Heinrich Brüning verfolgte bei seinen wirtschaftspolitischen Zielen sehr marktliberale Vorstellungen, war in seinen Alternativen in Hinblick auf die Wirtschaftskrise jedoch stark eingeschränkt.
Die vorliegende Arbeit ist in sieben Kapitel gegliedert, von denen insbesondere das erste und das vierte auf Bereiche der politischen Kultur und autoritäre Tendenzen zur Umsetzung wirtschaftspolitischer Ziele eingehen. Obwohl in diesen Kapiteln auch mit historischen Quellen gearbeitet wurde, überwiegt hier methodisch die Auswertung und Analyse anhand von Fachliteratur. Das zweite sowie das fünfte Kapitel haben einen außenpolitischen Schwerpunkt und sollen die Bedeutung der Reparationen sowie der Friedensverträge in Hinblick auf Motive des Reichskanzlers zwischen 1930 und 1932 beleuchten. Das dritte und ebenso das sechste Kapitel stehen wiederum im Zeichen innenpolitischer Aspekte und behandeln insbesondere wirtschaftliche Krisen und damit verbundene Lösungsansätze Heinrich Brünings. In diesem Abschnitt der Arbeit stehen die Notverordnungen des Kanzlers im Fokus der Quellenanalyse. Außerdem wird immer wieder auf die Amtsantrittsrede Heinrich Brünings Bezug genommen, um aufzuzeigen, inwiefern sich seine Ankündigungen mit den Gesetzerlässen deckten. Im abschließenden siebenten Kapitel stehen Wirtschaftstheorien der 1920er und 1930er im Fokus, um Heinrich Brünings wirtschaftspolitische Agenda zu kontextualisieren und Überlegungen zu zeitgenössischen Alternativen aufzuzeigen. Dabei werden wirtschaftsliberale Theorien Modellen antizyklischer Konjunkturpolitik gegenübergestellt.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Heinrich Brüning Deutschland Weimarer Republik Deflationspolitik Weltwirtschaftskrise autoritäre Wende
Autor*innen
Aryan Kluger
Haupttitel (Deutsch)
Wirtschaftspolitik mittels autoritärer Wende in der Weimarer Republik
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Deflationspolitik Heinrich Brünings in ihren Ursachen und Folgen 1930-1932
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
II, 119, III-XII Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Andrea Komlosy
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
AC Nummer
AC15606020
Utheses ID
54209
Studienkennzahl
UA | 190 | 313 | 456 |
