Detailansicht
Abschätzung der Energie- und Nährstoffversorgung von 10- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern in Österreich - Pilotstudie
Daniel Kuchling
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Ernährungswissenschaften
Betreuer*in
Petra Rust
DOI
10.25365/thesis.61386
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14729.65662.169971-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Arbeit war es anhand von ersten Daten aus der österreichischen Verzehrsstudie 2017/18 zur Lebensmittelaufnahme von Schulkindern im Alter von 10 bis 17 Jahren die Energie- und Nährstoffversorgung abzuschätzen und Nährstoffe zu identifizieren, welche verglichen mit den D-A-CH-Referenzwerten in zu geringem oder besonders hohem Maße verzehrt werden. Um eine gute Prognose für die Grundgesamtheit dieser Altersgruppe treffen zu können sollten 600 SchülerInnen in dieser Studie erhoben werden. Für diese Arbeit wurden die bis zum 30.09.2018 erhobene Stichprobe von 143 SchülerInnen herangezogen. Um die Nahrungsmittelaufnahe dieser sehr heterogene Zielgruppe ideal zu erfassen wurden die beiden, von der EFSA empfohlenen Erhebungsmethoden für die Erfassung des Ernährungsverhaltens von 10- bis 15-Jährigen umgesetzt. Durchgeführt wurden 24-h-Recalls an zwei unterschiedlichen, nicht aufeinander folgenden Tagen nach der CAPI/CATI Methode. Zur Vermeidung von Erinnerungslücken wurde von den ProbandInnen vor dem 24-h-Recall auch ein Ernährungsprotokoll ausgefüllt, welches im persönlichen Interview auf Vollständigkeit überprüft und mittels „Globo Diet“ erfasst wurde. Zusätzlich wurden die anthropometrischen Messgrößen Körpergewicht, Körpergröße sowie Bauch- und Hüftumfang, von den InterviewerInnen, persönlich gemessen. Nicht in dieser Arbeit berücksichtigt wurden soziodemographische Daten sowie Daten zur Gesundheit und zum Bewegungsverhalten aus dem beigelegten Fragebogen. Für die Auswertung der erhobenen Verzehrsdaten wurden von den 143 StudienteilnehmerInnen 47,5 % aufgrund von Over- und Underreporting oder nur einem durchgeführten 24-h-Recall ausgeschlossen. Somit konnten Verzehrsdaten von (n=75) ProbandInnen analysiert werden. Bei der Interpretation der Daten war insbesondere der hohe Anteil an ausgeschlossenen Fällen bei den Übergewichtigen (73,3 %) und Adipösen (45,6 %), zu berücksichtigen.
Für die Gesamtenergieaufnahme wurde festgestellt, dass der Richtwert von über 90 % der StudienteilnehmerInnen nicht erreicht wurde. Im Allgemeinen zeigt sich für die Zufuhr an energieliefernden Nährstoffen ein sehr positives Bild. Der Anteil an Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen in der Ernährung entspricht im Durchschnitt den Referenzwerten laut DACH-Gesellschaften. Durch eine genauere Betrachtung der Fettqualität zeigt sich eine zu hohe Aufnahme an Cholesterin. Durchschnittlich liegt diese bei Buben 49 % und bei Mädchen 30 % über dem DACH-Richtwert von maximal 80 mg / 1000 kcal. Die Zufuhr an gesättigten Fettsäuren liegt bei den Buben um 73 % und bei den Mädchen um 68 % über den DACH-Richtwert. Ebenfalls festzustellen war ein ungünstiges Verhältnis von Linolsäure (C18:2n-6) zu α-Linolensäure (C18:3n-3). Dieses liegt sowohl bei den Buben als auch bei den Mädchen bei 5,6:1. Zu niedrig erwies sich die Zufuhr an Ballaststoffen. In keiner der Altersklassen konnte eine durchschnittliche Zufuhr in Höhe der empfohlenen Aufnahme von 10 g/1000 kcal nachgewiesen werden. Positiv hervorzuheben ist der im Vergleich zum Österreichischen Ernährungbericht 2012 leicht gesunkene Konsumanteil an Zucker in der Ernährung der Kinder und Jugendlichen. Im Durchschnitt ist der Anteil von Zucker an der Energieaufnahme um 1 EN% gesunken.
Obwohl die Zufuhr von Fett ausreichend ist, werden zu wenig fettlösliche Vitamine konsumiert. Dabei sind alle fettlöslichen Vitamine hinsichtlich ihrer Zufuhrmengen als kritisch zu betrachten. Die empfohlene Aufnahme von Vitamin A konnte von über 75 % der Befragten nicht erzielt werden. Überraschend ist die schlechte Zufuhr von Vitamin K. Insbesondere bei den Buben kann der Schätzwert für die adäquate Zufuhr von über 90 % der Stichprobe nicht erreicht werden. Bei 50 % der Stichprobe liegt die Zufuhr an Vitamin E unter der Hälfte der Empfehlung. Beim überwiegenden Teil der Stichprobe liegt auch die Zufuhr an Vitamin D unter dem Durchschnitt vergleichbarer Studien.
Die Auswertung der wasserlöslichen Vitamine zeigt eine deutlich erniedrigte Zufuhr an Pantothensäure. Der D-A-CH-Referenzwert wird im Mittel von den Buben nur zu 68,34 %, und den Mädchen zu 65,25 % erreicht. Bei den Buben ist die Zufuhr an Vitamin C 92,08 %, Riboflavin 86,97 %, und Folat 89,62 % erniedrigt. Bei den Mädchen liegt die Folatzufuhr durchschnittlich bei 74,80 %, die durchschnittliche Zufuhr an Vitamin C bei 102,3 % und jene von Riboflavin bei 98,94 %. Im Vergleich mit dem Österreichischen Ernährungsbericht 2012 gab es bei der Zufuhr von wasserlöslichen Vitaminen kaum Veränderungen.
Mit Ausnahme von Zink, Natrium und Chlorid liegt die Zufuhr an Mineralstoffen deutlich unter den D-A-CH-Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr. Im Durchschnitt erreichen Buben die Empfehlungen für Iodid zu 60,4 %, Calcium zu 61,3 %, Magnesium zu 68,5 %, Eisen zu 82,5 %, Phosphor zu 84,1 % und den Schätzwert für Kalium zu 59,4 %. Die Zufuhr dieser Mineralstoffe ist bei den Mädchen noch niedriger. Sie erreichen durchschnittlich die Empfehlung für Iodid zu 51,7 %, Calcium zu 56,7 %, Magnesium zu 61,4 %, Eisen zu 60,7 %, Phosphor zu 76,9 % und den Schätzwert für Kalium zu 55,1 %.
Auf Grund der Bedeutung des Salzkonsums für das Risiko bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen wurde neben der Zufuhr an Natrium und Chlorid auch die Aufnahme an Kochsalz betrachtet. Dabei liegt die durchschnittliche Kochsalzaufnahme bei den Mädchen mit 4,3 g/d leicht unter der maximal empfohlenen Tageszufuhr der WHO. Die Buben verzehren durchschnittlich 5,7 g Kochsalz pro Tag. Kritisch zu beobachten ist, dass etwa 64 % der Buben eine Kochsalzzufuhr über 5 g/d aufweisen. Bei den Mädchen ist der Anteil mit einer Kochsalzzufuhr über 5 g/d mit 34 % deutlich niedriger.
Abstract
(Englisch)
The aim of this work is to determine nutrients, which are either consumed in a critical high or low amount in order to the nutrition guidelines for Germany, Austria, and Switzerland. This study is based on food consumption data of 10- to 17-year-old children from the Austrian nutrition survey 2017/18.
To get a proper prediction for Austria it is necessary to get a sample of 600 children. In this work all 145 study participants which were evaluated till the 30th of September 2018 are included. The food consumption was captured by a method mix. We combined the two evaluation methods which are recommended from the EFSA to get standardized food consumption data from children and adolescents. The evaluation was based on a 24-h-recall following the CAPI/CATI – method. To avoid reminder gaps every participant was advised to write a nutritional protocol one day before the interview. Following the guidance on the EU menu methodology in the age group from 10 to 13 years, we advised the parents to write the nutrition protocol for their children. We also measured body weight, height as well as waist and hip circumference. Not included in this work are sociodemographic, health and activity data. These data are recorded by an additional questionnaire.
Due to over- and underreporting or one missing 24-h-interview, 47,5 % of the cases were excluded from the statistical analyses. That means that (n=75) cases are included in the nutritional analyses. For the interpretation of the outcome, it is necessary to consider the high amount of misreporting in the overweight (73,3 %) and obese group (45,6 %).
Interesting is the low energy intake of this sample. 90% of the participants didn’t reach the reference values. The first look on the macronutrients seems to be quite good. The average proportion of carbohydrates, fat, and proteins in the nutrition of this study subjects meets the recommendation nearly perfect. Nevertheless, further analyses show a high intake of cholesterol. The mean intake of the boys is 49 % and that of the girls is 30 % above the DACH - benchmark of maximum 80 mg cholesterol per 1000 kcal. The consumption of saturated fatty acids is also to high. Boy´s mean intake of saturated fatty acids is 73 % above the D-A-CH reference values. Girl´s mean consumption is 68 % above the D-A-CH reference values. Also, the ratio from linoleic acid to α-linolenic acid (5,6:1) wasn’t ideal. This ratio should be lower than 5:1. The amount of fibres in the nutrition of the participants is low. The average fibre intake of all age groups is below the recommendation of 10 g/1000kcal. The decrease in sugar consumption of 1 EN% in girls and boys compared to the Austrian nutrition survey 2012 is to emphasize positively.
The consumption of all fat-soluble vitamins is very low, even though the fat intake is sufficient. Over 75 % of study subjects couldn’t reach the recommendation for vitamin A. Surprising is the low intake of Vitamin K. Over 90 % of the boys in this sample have a low Vitamin K consumption. Also, very low is the intake of Vitamin E. 50 % of the sample didn’t reach even the half amount of the recommended Vitamin E intake. Compared to similar studies in Germany and Austria, the Vitamin D intake in the majority of this sample is below the reported Vitamin D intake for these age groups.
The analyses of water-soluble vitamins show a very low intake for pantothenic acid. Compared to the D-A-CH reference values, boys just reach 68,34 % and girls reach 65,25 % of the estimated adequate intake. In boys, the mean intake of vitamin C (92,08 %), riboflavin (86,97 %), and folate (89,62 %) are below the D-A-CH reference values. In order to the recommended intake, girl's mean consumption of folate is 74,80 %, of vitamin C 102,3 %, and the mean intake of riboflavin is 98,94 %. Compared to the Austrian nutrition report 2012, there are no big changes in the consumption of water-soluble vitamins.
Excluding zinc, sodium, and chloride, the average mineral consumption is far beyond the reference values of DACH. Boy’s mean consumption of iodine is 60,4 %, of calcium is 61,3 %, of magnesium is 68,5 %, of iron is 82,5 % and of phosphor is 84,1 % of the recommendation. In order to the estimated adequate intake of potassium, boys only consume 59,4 %. The intake of these minerals is even lower for girls. On average they achieve the recommendation for iodine at 51.7 %, for calcium at 56.7 %, for magnesium at 61.4 %, for iron at 60.7 %, for phosphor at 76.9 % and the estimated value for potassium at 55.1 %.
Because a high salt intake increases the risk for coronary heart diseases, the intake of common salt was analysed in addition to the sodium and chloride intake. The mean consumption of salt is 4,3 g/d in the female group and 5,7 g/d in the male group. According to this, the average salt intake of girls is below and those of the boys is slightly above the recommended maximum intake of 5 g salt per day. Although the average salt intake seems to be ok, it is necessary to say that 64 % of the boys and 34 % of the girls have a salt consumption above the recommended maximum intake of the WHO.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Nutrition food consumption nutrients energy and nutrient supply schoolchildren 10- to 17-year-olds children adolescents
Schlagwörter
(Deutsch)
Ernährung Verzehr Nährstoffe Energie- und Nährstoffversorgung Schülerinnen Schüler 10- bis 17-Jährige Kinder Jugendliche
Autor*innen
Daniel Kuchling
Haupttitel (Deutsch)
Abschätzung der Energie- und Nährstoffversorgung von 10- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern in Österreich - Pilotstudie
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
104 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Petra Rust
AC Nummer
AC15609969
Utheses ID
54243
Studienkennzahl
UA | 066 | 838 | |
