Detailansicht

Subjectification and listener power
Alexandra Barbara Zöpfl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Englisch UF Italienisch
Betreuer*in
Nikolaus Ritt
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.61540
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21520.58425.182152-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
‚Subjectification‘ ist ein Mechanismus, der für Bedeutungsveränderungen von Wörtern verantwortlich ist. Traugott (1989: 31), eine führende Forscherin zum Thema ‚Subjectification‘ versteht unter dieser Form von Bedeutungsveränderung eine zunehmende Fokussierung von Äußerungen auf die „subjektive Meinung oder Einstellung [des Sprechers/der Sprecherin] im Hinblick auf die Aussage“. Laut Traugott entspringt ‚Subjectification‘ dem Wunsch von SprecherInnen ihre Meinungen und Bedürfnisse zu vermitteln. Ein wichtiger Aspekt von ‚Subjectification‘ ist wie und ob die ZuhörerInnen zu dieser Bedeutungsveränderung beitragen, diesem wurde jedoch in der bisherigen Forschung wenig Bedeutung geschenkt. Holtgraves (2014) analysierte einige Studien im Kontext von Szenarien wechselnder Machtverhältnisse zwischen SprecherInnen und ZuhörerInnen, wie Begriffe die Unsicherheit ausdrücken (z.B. möglich, einige) interpretiert werden. Aus den Ergebnissen schloss Holtgraves, dass das persönliche Verhältnis von SprecherIn und ZuhörerIn beeinflusst wie etwas gesagt und auch wie es interpretiert wird. Ähnlich wie diese von Holtgraves analysierten Studien, erforschte die vorliegende Studie, wie mehrdeutige Wörter abhängig davon, wie machtvoll oder machtlos sich der Zuhörer/die Zuhörerin fühlt, unterschiedlich interpretiert werden. Die zugrundeliegende Hypothese war, dass Macht, als ein allgegenwärtiger Faktor in Kommunikation, die Interpretation von mehrdeutigen Wörtern auf eine bestimmte Weise beeinflusst, und zwar insofern, als dass machtlosere Menschen mehrdeutige Wörter subjektiver interpretieren, als Menschen die sich selbst als machtvoller im Vergleich zum Sprecher/zur Sprecherin wahrnehmen. Die Gründe für zunehmend subjektive Bedeutungen von Wörtern, könnten daher nicht nur dem Wunsch des Sprechers/der Sprecherin, seinen/ihren Bedürfnissen Gehör zu verschaffen, entspringen. Ein weitere Grund für diese Bedeutungsveränderung könnte im Wunsch des Zuhörers gefunden werden, möglichst viel über den Sprecher/die Sprecherin und dessen/deren Einstellungen zu erfahren. Um diese Hypothese zu testen, führten wir ein Experiment durch. 62 TeilnehmerInnen absolvierten eine kurze Chat-Konversation, in der sie ihrem Partner/ihrer Partnerin 9 Fragen stellen mussten. Die Antworten der PartnerInnen waren jedoch vorab erstellt worden, wodurch alle TeilnehmerInnen dieselben Antworten bekamen. Die Chat-Konversation bestand aus neun Runden (Fragen), die jeweils in drei Schritte gegliedert waren. Zuerst mussten die TeilnehmerInnen aus vier Versionen derselben Frage diejenige auswählen, die sie ihrem ‚Partner‘/ihrer ‚Partnerin‘ stellen wollten. Danach erschien die Antwort des ‚Partner‘/ der ‚Partnerin‘ vor ihnen auf dem Bildschirm. 5 der 9 Antworten enthielten mehrdeutige Elemente. Im dritten Schritt sahen die TeilnehmerInnen 6 Aussagen, das Verhalten und die Leistung ihres ‚Partners‘/ihrer ‚Partnerin‘ betreffend, zu denen sie den Grad ihrer Zustimmung auf eine Skala von 1-9 ausdrücken mussten. Vor dem Experiment wurden die TeilnehmerInnen in zwei Gruppen unterteilt. Gruppe P+ war die machtvolle Gruppe. TeilnehmerInnen in dieser Gruppe wurde gesagt, dass ihre Auswahl der Frage nicht beurteilt wurde. Gruppe P- war die machtlose Gruppe. TeilnehmerInnen in dieser Gruppe wurde gesagt, dass die Auswahl ihrer Frage von ihrem ‚Partner‘/ihrer ‚Partnerin‘ beurteilt wurde. Nach dem Experiment füllten alle TeilnehmerInnen einen Fragebogen aus, in dem sie ihre Interpretation von einigen mehrdeutigen Elementen bekanntgeben mussten. Die Ergebnisse des Experiments bestätigten unsere Hypothese und zeigten einen merklichen Unterschied zwischen den beiden Gruppen. Machtlose TeilnehmerInnen wählten öfter subjektive Interpretation von mehrdeutigen Aussagen und drückten weniger Zustimmung zu den Aussagen in Schritt 3 aus. Jedoch muss auch erwähnt werden, dass die Resultate nicht so eindeutig ausfielen wie erwartet, und einige methodologische Aspekte modifiziert werden sollten, wenn das Experiment noch einmal durchgeführt werden soll.
Abstract
(Englisch)
Subjectification is one major mechanism driving semantic change. It leads to utterances becoming increasingly focused on the speaker’s “subjective belief, state or attitude towards the proposition” (Traugott 1989: 31). Subjectification is considered by Traugott to be one way in which speakers can meet their desire to convey their subjective needs and opinions. One important aspect that has received little attention in current research on subjectification is if and how the listener contributes to the subjectification process. Holtgraves (2014) looked at a number of studies that tested how uncertainty terms such as possible or like are interpreted in different communicative scenarios and found that interpersonal factors not only influence how something is said, but also how it is interpreted by the listener. Like the studies reviewed by Holtgraves, this experimental study looked at how the interpretation of a selection of ambiguous words differed, depending on how powerful the listeners perceive themselves to be. The underlying hypothesis was that as an omnipresent element in communication, power would influence the interpretation of ambiguous words, causing less powerful individuals to interpret ambiguous utterances in a more subjective way than individuals who perceived themselves to be more powerful in relation to the speaker. The reasons for increasingly subjectified meanings in language, it was argued, would be found not only in the speakers’ desire to convey their subjective attitude, but also in the listeners’ wish to find out more about the speakers’ attitude towards them and the world. In order to test this hypothesis, an experiment was conducted. 62 participants took part in a short chat communication and were instructed to ask their chat partner 9 questions. The part of their chat partner had been pre-designed in order to ensure that all participants were presented with the same stimuli. The chat conversation consisted of nine rounds (questions) with three steps each. First, participants were instructed to ask their ‘partner’ one out of four versions of the same question. Secondly, they were presented with their ‘partner’s’ answer. 5 out of the total 9 answers contained ambiguous elements. Thirdly, they were presented with six statements about their ‘partner’s’ answer and had to express their level of agreement with the statements on a Likert scale (1= I don’t agree at all, 9= I totally agree). Participants were divided into two groups. Group P+ was the powerful group. Participants in this group were told that their selection of question would not be assessed. Group P- was the powerless group. They were told that their selection of question would be assessed. After the experiment, all the participants completed a follow-up questionnaire, where they had to give their interpretation of a selection of ambiguous elements. The results of the experiment showed that there was indeed a difference between participants from group P+ and those from group P-. The powerless participants more frequently chose subjective interpretations of ambiguous utterances and showed considerably lower levels of agreement with the six statements than the powerful participants, which confirms our hypothesis. However, the results did not confirm our hypothesis as clearly expected, and there are a number of methodological issues that have to be addressed, should the experiment be repeated.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Subjectification listener speaker power language change
Schlagwörter
(Deutsch)
Zuhörer Macht Sprache Subjektivierung
Autor*innen
Alexandra Barbara Zöpfl
Haupttitel (Englisch)
Subjectification and listener power
Paralleltitel (Deutsch)
Subjectivierung und die Macht des Zuhörers
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
iii, 118 Seiten : Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Nikolaus Ritt
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.15 Historische Linguistik
AC Nummer
AC15667934
Utheses ID
54388
Studienkennzahl
UA | 190 | 344 | 350 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1