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Drugs and dissent
a cognitive approach to strategies of unreliability and reader disorientation in "Naked lunch" and "Fear and loathing in Las Vegas"
Bernhard Schubert
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Margarete Rubik
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6078
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30491.36054.370361-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des unzuverlässigen Erzählens unter Zuhilfe-nahme von Erkenntnissen aus der Kognitionswissenschaft anhand von William Burroughs’ Na-ked Lunch sowie Hunter S. Thompsons Fear and Loathing in Las Vegas (dt. Angst und Schrecken in Las Vegas). Zusätzlich soll die Validität der von Burroughs sowie von Thompson in deren Romanen vorgebrachten Kulturkritik beleuchtet werden, die ja vor dem Hintergrund der Unzuverlässigkeit prima facie nur zweifelhafte Gültigkeit besitzen kann. Die theoretischen Aspekte sowie die Terminologie der Arbeit, die in knappen Einlei-tungskapiteln dargelegt werden, fußen einerseits auf den Studien zu unzuverlässigem Erzählen von Ansgar Nünning, Dagmar Busch sowie Gaby Allrath sowie andererseits auf der Einführung in kognitive Poetik von Peter Stockwell. Die von Allrath proklamierten drei textuellen Ebenen, auf denen Unzuverlässigkeit auftreten kann – Inhalt, Makrostruktur sowie Sprache bzw. Stil –, werden unmittelbar mit ihren korrespondierenden Schemata aus der kognitiven Schema-Theorie in Zusammenhang gebracht – Welt-Schemata, Text-Schemata sowie Sprach-Schemata –, was einen klaren analytischen Rahmen schafft, der zur Untersuchung der beiden Romane herangezo-gen werden kann. Die so geschaffene Analysemethode wird im Folgenden an die beiden Romane angelegt, wobei in vorausgehenden Einleitungskapiteln auf die besonderen Eigenarten der Werke – die ausufernden Paratexte im Fall von Naked Lunch, sowie die Illustrationen und synästhetischen Qualitäten im Fall von Fear and Loathing in Las Vegas – eingegangen wird. Im Zuge der Untersuchung der Texte zeigt sich, dass sowohl bei Burroughs’ als auch bei Thompsons Roman Erzählinstanzen vorliegen, die nicht nur kognitive, sondern auch moralische Defizite aufweisen und so die beiden Formen, in denen Unzuverlässigkeit nach Nünning auftauchen kann, elaboriert vermischen. Zusätzlich scheint Unzuverlässigkeit auf den verschiedenen Ebenen des Textes stets mit einer Störung der entsprechenden kognitiven Schemata in Zusammenhang zu stehen. Mit anderen Worten: Verletzungen des Welt-, Text- und Sprachwissens sowie der Literaturkompetenz der Leser sind nicht nur indikativ, sondern konstitutiv für die Unzuverlässigkeit der beiden Romane. Ergebnis der Arbeit ist schließlich die Erkenntnis, dass die oft respektlos und offensiv vorgebrachte Kultur- und Gesellschaftskritik in den behandelten Romanen nicht nur nicht durch die evidenten moralisch-kognitiven Defizite der Texte entwertet, sondern im Gegenteil deren Validität eben dadurch sogar gesteigert wird. Die ausufernde Unzuverlässigkeit beider Werke sichert ihren Erzählern die sprichwörtliche Narrenfreiheit, jenseits von Anstand und Dekorum agieren und sprechen zu dürfen, weshalb ihre Kommentare eine ungeschönte Wahrheit vermitteln können, die vergleichbaren zuverlässigen Erzählern weitgehend versagt bleiben muss. Enthält Original-Illustrationen (als freie Werknutzung im Rahmen von § 54 Abs. 1 Z. 3a UrhG).
Abstract
(Englisch)
This thesis explores the phenomenon of unreliable narration in William Burroughs’ Naked Lunch and Hunter S. Thompson’s Fear and Loathing in Las Vegas by considering relevant findings in cognitive studies. Additionally, Burroughs’ and Thompson’s cultural critique, which they put forward in their respective novels, is subject to analysis. Against the background of unreliable narration, their criticism can prima facie entail only questionable validity. The theoretical aspects as well as the paper’s terminology, accounted for in concise in-troductory chapters, are based on studies in unreliable narration by Ansgar Nünning, Dagmar Busch and Gaby Allrath on the one hand, and on Peter Stockwell’s introduction to cognitive poetics on the other hand. Allrath’s three textual layers of unreliability – content, macrostructure and language or style – are put into context with their corresponding schemas from schema theory – world schemas, text schemas and language schemas –, which provides a clear analytical frame to examine the two novels with. This framework is then applied to the works, whose peculiarities – overflowing para-texts in the case of Naked Lunch and illustrations and synaesthetic elements in the case of Fear and Loathing in Las Vegas – are presented in preliminary chapters. The analysis of Burroughs’ and Thompson’s novels shows that the narrative instances in both cases are not only cognitively, but also morally deficient and thus constitute an elaborate blending of the two types of unreliable narrators Nünning proclaims. Furthermore, unreliability on the various levels of text always seems to concur with a disruption of the respective cognitive schemas. To put it differently: disruptions of world, text and language schemas as well as of the readers’ literary competence are not only indicative, but constitutive for both novels’ unreliability. Ultimately, this paper establishes that the irreverently and offensively voiced cultural and societal criticism in the novels covered not only is not invalidated by their moral and cognitive deficiencies, but that its validity is in fact increased by precisely these shortcomings. The overflowing unreliability in both works grants their narrators the proverbial jester’s licence to be allowed to act and speak regardless of decency and decorum. For this reason, their commentaries are able to convey a sense of unadulterated truth that must largely remain denied comparable reliable narrators. Contains original illustrations (as "freie Werknutzung" in accordance with § 54 Abs. 1 Z. 3a UrhG).

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Fear and Loathing in Las Vegas Naked Lunch Burroughs Thompson cognitive poetics unreliability reader disorientation cultural critique
Schlagwörter
(Deutsch)
Fear and Loathing in Las Vegas Angst und Schrecken in Las Vegas Naked Lunch Burroughs Thompson kognitive Poetik Unzuverlässigkeit Leserverunsicherung Kulturkritik
Autor*innen
Bernhard Schubert
Haupttitel (Englisch)
Drugs and dissent
Hauptuntertitel (Englisch)
a cognitive approach to strategies of unreliability and reader disorientation in "Naked lunch" and "Fear and loathing in Las Vegas"
Paralleltitel (Deutsch)
Drogen und Dissens: ein kognitiver Ansatz zu Strategien der Unzuverlässigkeit und der Leserverunsicherung in Naked Lunch und Fear and Loathing in Las Vegas
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
III, 111 S., S. a - j : Ill.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Margarete Rubik
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.81 Epik, Prosa ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.87 Besondere Literaturkategorien ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.06 Angloamerikanische Literatur
AC Nummer
AC07753591
Utheses ID
5463
Studienkennzahl
UA | 343 | | |
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