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Die Erlebenswelt hinterbliebener Väter von akut verstorbenen Kindern und Jugendlichen auf pädiatrischen Intensivstationen
Verena Maria Grafoner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Pflegewissenschaft
Betreuer*in
Martin Nagl-Cupal
DOI
10.25365/thesis.62063
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12288.35756.722566-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Der Tod eines Kindes oder eines Jugendlichen auf einer pädiatrischen Intensivstation ist für betroffene Eltern ein einschneidendes, traumatisches Erlebnis. Aus Studien im neonatologischen Setting ist bekannt, dass sich das Gesundheitspersonal meist nur auf die Bedürfnisse der Mütter fokussiert. Frauen zeigen ihre Trauer und Bedürfnisse eher offen, während Männer meist weniger expressive Verhaltensweisen wählen. Die Unterschiede in den Emotionen und im Bewältigungsverhalten zwischen Müttern und Vätern sind oft durch die traditionellen Rollenerwartungen der Gesellschaft geprägt. Es ist bekannt, dass das Pflegepersonal den Vätern mehr Achtung zukommen lassen sollte. Diese Umstände sind ausschlaggebend, Verbesserungsansätze aufzuzeigen, damit die Unterstützungsleistungen vor allem auch an die Bedürfnisse der Väter angepasst werden können.
Ziel: Ziel der Untersuchung ist es, die Bedürfnisse von hinterbliebenen Väteren, deren Kind oder Jugendlicher auf einer pädiatrischen Intensivstation verstorben ist, darzustellen. Im Vordergrund stehen die Identifikation der gewünschten Unterstützungsleistungen und dem interdisziplinären Team durch die Erkenntnisse mehr Sicherheit im Umgang mit den Betroffenen zu geben.
Methodik: Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz ausgewählt und mit acht betroffenen Vätern leitfadengestützte Einzelinterviews durchgeführt. Die Datenanalyse erfolgte mithilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring (2015).
Ergebnisse: Die Ergebnisse lassen sich in neun Kategorien einteilen. Die ersten fünf Kategorien beziehen sich auf die Bedürfnisse der Väter vor dem Tod, während dem Aufenthalt auf der Kinderintensivstation. Die „Bedürfnisse im Sterben“ beschreiben die Unterstützung durch das ÄrztInnenteam, die professionelle psychosoziale Hilfestellung vom Krankenhaus, die Bewältigung der Ausnahmesituation, die Unterstützung der Mutter des Kindes und die Beziehung zum Team. Die letzten vier Kategorien beschreiben die Bedürfnisse der Befragten nach dem Versterben ihrer Kinder. Sie beinhalten die Unterstützung durch das soziale Umfeld, die Zeit mit dem verstorbenen Kind, das Leben nach dem Tod des Kindes zu meistern und die Unterstützungsangebote vom Krankenhaus nach dem Tod.
Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen, dass es für das interdisziplinäre Team wichtig ist, die Gefühle und Bedürfnisse der Väter zu kennen, um sie unterstützen und adäquat auf ihre Verhaltensweisen reagieren zu können. Es liegt vor allem an den Krankenhausträgern, die Notwendigkeit der kompetenten fachlichen Schulung des interdisziplinären Teams auf pädiatrischen Intensivstationen zu erkennen und zu fördern.
Abstract
(Englisch)
Background: The death of a child or adolescent in a pediatric intensive care unit is a drastic, traumatic experience for the parents concerned. It is known from studies in the neonatal setting, that health care personnel mostly focus only on the needs of mothers. Women tend to show their grief and needs more openly, while men usually choose less expressive behaviour. The differences in emotions and coping behaviour between mothers and fathers are often shaped by traditional role expectations by society. It is known, that caregivers should pay more attention to fathers. These circumstances are deciding to identify approaches for improvement so that support services can be adapted also to the needs of fathers.
Aim: The aim of the study is to present the needs of bereaved fathers, whose child died in a pediatric intensive care unit. The focus is on identifying the desired support services and providing the interdisciplinary team more insights into dealing with those affected.
Methods: A qualitative research approach was selected and individual interviews were conducted with eight affected fathers. The data analysis was carried out using the qualitative content analysis according to Mayring (2015)
Results: The results can be divided into nine categories. The first five categories relate to the needs of fathers before death, during their stay in the intensive care unit. These “needs at death” describe the support provided by the medical team, the professional psychosocial assistance from the hospital, the management of the exceptional situation, the support of the child´s mother and the relationship with the team. The last four categories describe the respondent´s needs after the death of their children. They include support from the social environment, time with the deceased child, coping with life after the child´s death and the support services offered by the hospital after death.
Conclusion: The results show that it is important for the interdisciplinary team to know the feelings and needs of the fathers in order to support them and react adequately to their behaviour. It is mainly up to the responsible person and the hospital owners to recognize and promote the need for competent professional training of the interdisciplinary team in pediatric intensive care units.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
needs fathers paediatric intensive care unit bereaved grief support expectations experiences experiencing
Schlagwörter
(Deutsch)
Bedürfnisse Väter pädiatrische Intensivstation Hinterbliebene Trauer Unterstützung Erwartungen Erleben Erlebenswelt
Autor*innen
Verena Maria Grafoner
Haupttitel (Deutsch)
Die Erlebenswelt hinterbliebener Väter von akut verstorbenen Kindern und Jugendlichen auf pädiatrischen Intensivstationen
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
127 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Nagl-Cupal
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC15664662
Utheses ID
54866
Studienkennzahl
UA | 066 | 330 | |
