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Die Aussprache des österreichischen Standarddeutsch
umfassende Sprech- und Sprachstandserhebung der österreichischen Orthoepie
Karoline Ehrlich
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Peter Ernst
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6128
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30165.78819.803966-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Deutschen gibt es keine amtlich geregelte Aussprache der Standardvarietät. Es liegt bislang auch keine präskriptive Standardaussprache für das österreichische Deutsch vor, die etwa von einem Minister sanktioniert wäre und deren Aussprache als Zielnorm gilt. Einzig das jüngst veröffentlichte Nachschlagewerk Österreichisches Aussprachewörterbuch (ÖAWB) hält in deskriptiver Weise die tatsächlich vorkommenden Ausspracheformen des österreichischen Sprachraums fest. Ein sehr häufig gebrauchter Begriff zur Beschreibung der österreichischen Standardaussprache ist laut dieser Untersuchung die „dialektale Färbung“. Dieser Umstand legt den Schluss nahe, dass sehr viele eine deskriptive Haltung gegenüber dem Begriff Standard einnehmen und eine der Sprechwirklichkeit nahe kommende Gebrauchsnorm zu beschreiben versuchen. Interessanterweise wird der Dialekt weitaus häufiger als die Umgangssprache als prägendes Element genannt. Das mag darin begründet liegen, dass der Begriff „Dialekt“ ein landläufig bekannter, unscharf definierter Sammelbegriff für vom Standard abweichende Varietäten gebraucht wird, während „Umgangssprache“ ein Fachterminus ist. In der vorliegenden Arbeit werden daher die Ergebnisse der Sprech- und Sprachstandserhebung deskriptiv dargestellt. Die Arbeit deckt auch Unterschiede in der Aussprache auf zwischen Personen, die die längste Zeit in Wien gelebt haben, und jenen, die in anderen Bundesländern aufgewachsen sind. Für bestimmte Wörter lassen sich in Bezug auf das Bundesland (Wien/andere) signifikante Unterschiede erkennen. So weisen Personen aus Wien häufiger eine offene Diphthongaussprache auf und tendieren zu einer gerundeten Diphthongaussprache. Bei Personen aus Wien ist die Aspiration tendenziell weniger vorhanden und Personen aus anderen Bundesländern weisen vermehrt eine starke oder schwache Aspiration bei den Plosiven auf. Bei der Neben- und Endsilbe -ig- tendieren Personen aus Wien häufiger zu plosiver Aussprache und der stimmlos glottale Plosiv ist bei Wörtern wie erinnern, eröffnen eher vorhanden als bei Personen aus den Bundesländern. Bei den Beispielswörtern drängt, springt, fängt, singt weisen Personen aus Wien signifikant häufiger die ng + k(s)t Aussprache auf. Und beim Wort Stenographie tendieren Personen aus Wien häufiger zu einer st-Aussprache. Die Auswertung der orthoepischen Ergebnisse macht deutlich, dass keineswegs geklärt ist, was die österreichische Standardaussprache überhaupt ist. Manche der verbreiteten Meinungen zu dieser Aussprachevarietät finden sich eher bestätigt als andere, einige können sogar widerlegt werden (z. B.: fehlende Auslautverhärtung wird sogar vom Variantenwörterbuch postuliert), weil der Großteil der Befragten auslautende Plosive zumindest schwach aspiriert. Gleichermaßen sind in einigen Bereichen die Unterschiede zu den am bundesdeutschen Sprachraum orientierten Aussprachekodizes kleiner als angenommen, z. B. bei der Sonorität des an- und inlautenden <s>, weil einige Personen diesen Laut stimmhaft realisiert haben, obwohl die österreichische Standardaussprache über keine stimmhafte Variante des s verfüge. Auf der anderen Seite haben sich ebenfalls eklatante Unterschiede ergeben (z. B. bei der anlautenden <ch>-Realisation oder auslautendem <ig>). Diese klassischen Merkmale sind zugunsten der österreichischen plosiven Variante ausgefallen. Sehr eindeutige Ergebnisse liefern auch die Belege zur österreichischen Betonung. Die Abgrenzung zur deutschen Standardaussprache tritt hier deutlich zum Vorschein. Dennoch gibt es auch Belege, dass die Gewährspersonen dialektale Elemente aus der Standardsprache ausklammern. So sind etwa monophthongierte Diphthonge wie etwa in Haus nicht zu finden. Generell ist festzustellen, dass der Großteil der Gewährspersonen sich einer Varietät bedient, die den in den deutschländischen Aussprachewörterbüchern kodifizierten Normen durchaus sehr ähnlich sind.
Abstract
(Englisch)
In German there is no officially regulated pronunciation for the Standard Variety. Up until now there also exists no prescriptive Standard Variety for the Austrian German which is, for example, sanctioned by a government Ministry or considered to be pronunciation norm. Only recently has there been a published reference book “Österreichisches Aussprachewörterbuch”, which pins down the actual pronunciation of the Austrian language area in a descriptive way. In this research a very frequently used term for the Austrian Standard variety is “dialektale Färbung”, which suggests that many people have a descriptive attitude towards the Standard and they try to describe a speaking reality that is similar to a usage norm. Most interestingly the dialect is mentioned a lot more than the colloquial language as a formative element. One reason for that could be that the term “dialect” is a commonly known collective term for all the non-standard varieties, whereas the term “colloquial language” is a technical term. Hence in this paper the results of the standard language and language-use research are going to be displayed in a descriptive way. It will also cover the differences in pronunciations between people who lived most of their lives in Vienna and those who grew up in other provinces. Certain words show major differences relative to the provinces (Vienna/others). The Viennese repeatedly have an open pronunciation of the diphthongs and tend towards a round articulation of diphthongs. By trend their aspiration is less existent compared to people from other provinces who display increased aspiration of plosives. With the affix –ig- the Viennese tend more often to plosive pronunciations and also use a glottal plosive in such words as erinnern, eröffnen; which means these phonetic sounds are more prevalent. Viennese articulate significantly more frequently the words drängt, springt, fängt, singt with ng + k(s)t and the word Stenografie with st. The analysis of the orthoepy results reveals that what the Austrian Standard Pronunciation is remains unclear. Some common opinions of this Pronunciation Variety are more confirmed than others and several can even be refuted (e.g. absence of terminal devoicing is even postulated by the Variantenwörterbuch), because the majority of the interviewees aspirate, at least weakly, final-sound-plosives. Comparably in some areas the differences to the Codes of Pronunciation, which are geared to the language area of Germany, are smaller than expected, e.g. the sonority of the initial sound/medial <s>. Several people voiced this sound although it is postulated that the Austrian Standard Pronunciation lacks a voiced s. On the other hand striking differences can be likewise seen (e.g. implementation of the initial <ch> or the final sound <ig>). These classical characteristics have benefited the identity of the Austrian Plosive Variety. The Austrian intonation also provides unambiguous results; the boundary to the German Standard Variety can be seen clearly. However there is also evidence that people exclude dialectal elements from the Standard, e.g. monophthongised diphthongs, such as in Haus, cannot be found. In general one can say that the majority of the interviewees use a Variety which comes close to the norms of the codified German Pronunciation Dictionaries.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichische Standardaussprache
Autor*innen
Karoline Ehrlich
Haupttitel (Deutsch)
Die Aussprache des österreichischen Standarddeutsch
Hauptuntertitel (Deutsch)
umfassende Sprech- und Sprachstandserhebung der österreichischen Orthoepie
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
203 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Peter Ernst ,
Robert Nedoma
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.06 Sprachwissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC07452016
Utheses ID
5506
Studienkennzahl
UA | 092 | 332 | |
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