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Wissenschaftlicher Kolonialismus: der forschungsgeschichtliche Prozess als epistemologische Gewaltanwendung
Christian Kamal Jehia
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Beatriz De Abreu Fialho Gomes
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.62477
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12299.10315.381561-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Thesis argumentiert, dass die modernen europäischen Human- und Sozialwissenschaften aus epistemischen Ungerechtigkeiten gegenüber außereuropäischen Gesellschaften entstanden sind und diese Ungerechtigkeiten weiterhin reproduzieren. Diese Wissenschaften weisen oft eine Form des „Eurozentrismus“ auf, der eine Hybris des Nullpunkts widerspiegelt, eine Überzeugung, dass das Denken von seinen räumlich und kulturell spezifischen Quellen trennbar ist, so dass soziale und historische Überlegungen vernachlässigt werden können. Leider waren und sind die sozio-historischen Kontexte der europäischen wissenschaftlichen Traditionen und die breiteren Kulturen, in die sie eingebettet sind, voller epistemischer Ungerechtigkeiten, von denen viele das Denken und die Forschung beeinflusst haben. Die Hinterlassenschaften der kolonialen und imperialen Geschichte, die durch die Perspektive der Kolonialität betrachtet werden, benachteiligen indigene Bevölkerungsgruppen weiterhin auf vielfältige Weise, von denen viele offensichtliche epistemische Aspekte haben — zum Beispiel durch die Privilegierung der sozialen und epistemischen Praktiken akademischer und wissenschaftlicher Disziplinen, deren Vorstellungen von der Glaubwürdigkeit von Zeugnissen und hermeneutischen Ressourcen oft unsensibel oder feindselig gegenüber den Werten, Empfindungen und Interessen der indigenen Bevölkerungsgruppen sind. Die Thesis unterstreicht, dass die Produktion und Verbreitung von Wissen innerhalb des materiellen Kontexts von Kolonialismus, Imperialismus und Kapitalismus zu analysieren ist.
Abstract
(Englisch)
The thesis argues that modern European human and social sciences themselves emerged from, and continue to perpetuate, epistemic injustices against non-European societies. These sciences often evince a form of „Eurocentrism” that reflects a hubris of zero point, a conviction that thought is separable from its spatially and culturally specific sources, such that social and historical considerations can be safely neglected. Unfortunately, the socio-historical contexts of the European scientific traditions, and the wider cultures in which they are embedded, were and are rife with epistemic injustices, many of which have affected researching. The legacies of colonial and imperial history, viewed through the perspective of coloniality, continue to disadvantage indigenous peoples in a variety of ways, many of which have overt epistemic aspects — for instance, by privileging the social and epistemic practices of academic and scientific disciplines whose conceptions of testimonial credibility and hermeneutical resources are often insensitive or hostile to the values, sensibilities, and interests of Indigenous peoples. The thesis emphasizes that the production and dissemination of knowledge must be analyzed within the material context of colonialism, imperialism and capitalism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Scientific colonialism epistemic colonialism knowledge production eurocentrism coloniality hubris of zero point God’s-Eye view
Schlagwörter
(Deutsch)
Wissenschaftlicher Kolonialismus Epistemische Gewalt Wissensproduktion Eurozentrismus Kolonialität Hybris des Nullpunkts God’s-Eye view
Autor*innen
Christian Kamal Jehia
Haupttitel (Deutsch)
Wissenschaftlicher Kolonialismus: der forschungsgeschichtliche Prozess als epistemologische Gewaltanwendung
Paralleltitel (Englisch)
Scientific colonialism: the process of research as a history of epistemological violence
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
iii, 146 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Beatriz De Abreu Fialho Gomes
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.13 Wissenschaftspraxis ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.14 Organisation von Wissenschaft und Kultur ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.01 Geschichte der Sozialwissenschaften ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
AC Nummer
AC15753805
Utheses ID
55222
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
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