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Translation und Emotion: Sprache der Vertrautheit vs. Sprache der Distanz und der Einfluss auf Übersetzungsentscheidungen
Melanie Morawetz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Englisch
Betreuer*in
Michèle Cooke
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.62488
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16292.45073.901853-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit wurde überprüft, ob die Emotion-Related Language Choice Theory nach Kim & Starks (2008) auch auf professionelle Übersetzungssettings übertragbar ist. Die ERLC besagt, dass es zwei- oder mehrsprachigen Personen leichter fällt, starke emotionale Inhalte in der distanzierteren Zweitsprache zu vermitteln. Dementsprechend lautet die Hypothese, dass im professionellen Übersetzungssetting emotionale Hemmschwellen im Ausgangstext vorliegen, die je nach dem emotionalen Bezug zur Zielsprache stärker oder schwächer ausfallen und sich dies auf Übersetzungsentscheidungen auswirkt. Es soll überprüft werden, ob eine Unterscheidung zwischen Sprache der Vertrautheit und Sprache der Distanz in diesem Setting wesentlich in Bezug auf das Übersetzungsprodukt ist. Dazu werden zunächst die Wechselwirkungen zwischen Sprache und Emotion beleuchtet und Beweise für die Existenz der Sprachemotionalisierung geliefert. Die Ausführungen zur Mehrsprachigkeitsforschung decken auf, wie derartige emotionale Bindungen entstehen, wobei parallel dazu das vorherrschende Konzept linguistischer Entitäten und jenes der „Muttersprache“ hinterfragt wird. Die Erkenntnisse werden dann in das translatorische Feld eingebettet. Im empirischen Teil übersetzen fünf Testpersonen Texte, die starke Kraftausdrücke enthalten, um so den Einfluss der Sprachemotionalisierung auf Übersetzungsergebnisse bestätigen zu können. Die Analysen werden auf Basis des psycholinguistischen Modells von Kiraly (1995) und einer zum Zwecke dieser Arbeit entwickelten Bemessungsgrundlage durchgeführt. Es konnte festgestellt werden, dass der Grad der Sprachemotionalisierung Übersetzungsentscheidungen beeinflusst. Die Hypothese kann in einer leicht abgeänderten Form bestätigt werden (sowohl der emotionale Bezug zum Ausgangs- als auch zum Zielvernakular ist relevant). Auf die Notwendigkeit, das Feld der Sprachemotionalisierung im Rahmen der akademischen Ausbildung für TranslatorInnen zu berücksichtigen, wird hingewiesen.
Abstract
(Englisch)
This paper examined whether the Emotion-Related Language Choice Theory (Kim & Starks 2008) is transferable to professional translation settings. The ERLC suggests that bilinguals find their second language an easier medium of conveying content that creates strong emotional reactions. Accordingly, the hypothesis is the following: in the source text, there are stronger or weaker emotional inhibition thresholds which influence translation decisions depending on the translator's relation towards the target language. The fundamental question will be addressed as to whether the emotional connection to language a person and thus also translators have, depending on individual language acquisition factors, can ultimately influence translation decisions. Linking language and emotion, evidence for the existence of language emotionalization are provided. The elaborations on multilingualism research reveal what factors influence emotional bonds. Moreover, the prevailing concepts of linguistic entities and the “mother tongue” are being questioned. In the empirical part, five study participants translate texts which contain strong verbal expressions (swear words). The analyses are based on Kiraly’s psycholinguistic model (1995) and an examination method developed specifically for the purpose of this thesis. It was found that the degree of language emotionalization influences translation decisions in varying forms. The hypothesis can be confirmed in a slightly modified form (the emotional connection to both source and the target vernacular are relevant). The importance of implementing language emotionalization in academic training for translators is emphasized.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Translation emotion language emotionality mother tongue second language translation process multilingualism emotionality
Schlagwörter
(Deutsch)
Translation Übersetzung Emotionalität Sprachemotionalisierung Sprachemotionalität Muttersprache Zweitsprache Translationsprozess Mehrsprachigkeit
Autor*innen
Melanie Morawetz
Haupttitel (Deutsch)
Translation und Emotion: Sprache der Vertrautheit vs. Sprache der Distanz und der Einfluss auf Übersetzungsentscheidungen
Paralleltitel (Englisch)
Translation and emotion: language of familiarity vs. language of detachment and the influence on translation decisions
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
X, 170 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michèle Cooke
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.23 Mehrsprachigkeit ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.31 Spracherwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.42 Sprachbeherrschung ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.43 Zweitsprachenerwerb ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.04 Englische Sprache ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.09 Deutsche Sprache
AC Nummer
AC16127019
Utheses ID
55230
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 342 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1