Detailansicht
Neonatology and nudging: the case of professional ethics
Michal Stanak
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Philosophie)
Betreuer*in
Angela Kallhoff
DOI
10.25365/thesis.62681
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16294.16946.612475-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ein Großteil der Nudging-Debatte in Österreich konzentriert sich auf Interventionen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, und im Allgemeinen wird das Nudging negativ bewertet - es wird als zu zwingend verurteilt. Dieses Projekt befasst sich mit Nudging im klinischen Kontext und argumentiert, dass einige Formen von Nudging unvermeidlich sind, während andere verwendet werden könnten, um „Menschen zur Vernuft zu nudgen“. Nudges werden neben Anreizen und Restriktionen als zusätzliches Instrument von Entscheidungsträgern verstanden. Insbesondere aufgrund ihres subtilen de-regulativen Charakters wird jedoch argumentiert, dass Nudges in einem normativen Rahmen verschachtelt sein müssen. Als Lösung wird das (moralische) Konzept “Verantwortlichkeit für Angemessenheit” (Accountability for Reasonableness) zusammen mit den Tugenden der jeweiligen Berufe vorgeschlagen.
Dieses Projekt ist im Kontext der Neonatologie angesiedelt, insbesondere in Situationen, in denen die Grenze der Lebensfähigkeit überschritten ist (22. bis 25. Schwangerschaftswoche). Der verwendete Datensatz stammt aus einer systematischen Literaturrecherche (in sechs Datenbanken) sowie aus eingehenden Interviews mit fünf Leitern von Neonatologie-Abteilungen und einem klinischen Ethiker. Ziel der Interviews ist, durch eine Kombination der offenen Kodierung und strukturierten thematischen Analyse Entscheidungsmodelle zu identifizieren, die spezifisch für den Entscheidungskontext “Neonatologie in Österreich“ und die darin enthaltenen moralischen Herausforderungen sind.
Die expliziten Herausforderungen befassen sich mit Fragen der Unsicherheit und des besten Interesses, während sich die impliziten mit Fragen des Nudging befassen. Manchmal machen diese Herausforderungen die moralischen Dilemmata in der Neonatologie tragisch und diese erfordern eine Reihe bestimmter Tugenden. Die intellektuellen Tugenden der Episteme und Phronesis sowie die moralischen Tugenden des Mutes, des Mitgefühls, der Vertrauensbasis und der Integrität werden als Schlüssel für den Beruf der Neonatologie hervorgehoben. Es wird weiter argumentiert, dass das Erkennen von tragischen moralischen Dilemmata zu Maßnahmen führen sollte, die zur Schaffung von ethischen Rahmenbedingungen ergriffen werden, um die Entscheidungsfindung bei Neugeborenen zu unterstützen, moralische Belastungen zu vermeiden, den Zusammenhalt der Teams und damit die Qualität der Versorgung zu verbessern.
Abstract
(Englisch)
Much of the nudging debate in Austria focuses on public health interventions and it generally takes a negative standpoint on nudging – condemning it for being too coercive. This project looks at nudging in the clinical context and argues that some forms of nudging are inevitable, while others could be used to “nudge people to reason”. Alongside incentives and restrictions, nudges are understood as an additional tool of decision-makers. However, particularly due to their subtle de-regulative nature, it is argued that nudges need to be nested in a normative framework. The framework of accountability for reasonableness together with virtues of the respective professions are suggested as the solution.
This project is set in the context of neonatology, particularly in the situations surrounding the limit of viability (weeks 22–25 of gestation). The dataset used comes from a systematic review of literature (in six databases) as well as from in-depth interviews with five heads of neonatal departments and one clinical ethicist. Analyzed through a combination of open coding and structured thematic analysis, the aim of the interviews is to identify decision practice models specific to the Austrian neonatal decision-making context as well as moral challenges therein.
The explicit challenges identified are concerned with notions of uncertainty and best interest, while the implicit ones concern the notion of nudging. At times, these challenges make the moral dilemmas in neonatology tragic and they require a particular set of virtues. Intellectual virtues of episteme and phronesis, together with moral virtues of courage, compassion, keeping fidelity to trust, and integrity are highlighted as key for the neonatal profession. It is further argued that recognizing the tragic moral dilemmas should lead to actions taken toward establishing ethics frameworks to support neonatal decision-making, avoid moral distress, improve the team cohesion, and thus the quality of care provided.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Nudging Choice architecture Neonatology Limit of viability Decision-making Ethics Virtue ethics
Schlagwörter
(Deutsch)
Nudging Wahl Architektur Neonatologie Grenze der Lebensfähigkeit Entscheidungsfindgung Ethik Tugendethik
Autor*innen
Michal Stanak
Haupttitel (Englisch)
Neonatology and nudging: the case of professional ethics
Paralleltitel (Deutsch)
Neonatologie und Nudging: der Fall der Berufsethik
Publikationsjahr
2019
Umfangsangabe
127 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Dieter Birnbacher ,
Christoph Rehmann-Sutter
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.38 Ethik ,
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie
AC Nummer
AC16048307
Utheses ID
55395
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
