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Narrative und Topoi der Geschichtsschreibung der elektroakustischen Musik am Beispiel der britischen Komponistin Daphne Oram
Anna-Maria Steiden
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Musikwissenschaft
Betreuer*in
Nikolaus Urbanek
DOI
10.25365/thesis.62707
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16299.38787.798267-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Mit der Öffnung der Musikwissenschaft für kulturwissenschaftlichen Fragestellungen rückten auch historisch kulturell zugewiesene Geschlechterrollen in den Fokus der Forschung. In den meisten musikhistorischen Darstellungen elektroakustischer Musik sind Frauen, wenn sie erwähnt werden, Ausnahmen bzw. Randerscheinungen. Ein Regulativ dafür, was und damit in weiterer Folge wer erinnert wird, sind die Wirklichkeitserzählungen in Form von musikhistorischen Texten. Diese stehen ebenfalls in einer wechselseitigen Beziehung zum dazugehörigen impliziten Kanon der elektroakustischen Musik.
Diese Arbeit sucht basierend auf der erzähltheoretischen Methode nach Narrativen, d.h. nach wiederholenden Elementen, in den deutschen und angelsächsischen musikhistorischen Darstellungen der elektroakustischen Musik. Die Ergebnisse dieser Auswertungen werden dann auf die geschlechterspezifischen Konnotationen von "Männlichkeit" befragt. Die in dieser Arbeit ermittelten narrativen Elementen der Rationalität, Naturwissenschaften und Technik, sowie die Fokussierung der Musikgeschichte auf die drei Gründungen der Studios in Paris, Köln und New York erzählen eine Geschichte der elektroakustischen Musik als eine männlich konnotierte Wirklichkeitserzählung, wie mit Hilfe der narratologischen Formel "narrating gender" sowie weiteren gender-orientierten Ansätzen der Narratologie sichtbar wird.
Die Auswahlkriterien, die über die Aufnahme in die Musikgeschichte der elektroakustischen Musik entscheiden, basieren auf männlich konnotierten Zuschreibungen und führen zu einer Marginalisierung der Geschichtswürdigkeit und in weiterer Folge auch der Erinnerungswürdigkeit von Frauen. Somit wird auch erklärbar, warum die britische Komponistin, Entwicklerin eines photo-elektrischen Synthesizers und Studiobegründerin Daphne Oram (1925–2003) sowohl im deutschsprachigen als auch angelsächsischen musikhistorischen Diskurs der elektroakustischen Musik nicht aufgenommen wurde. In dieser Arbeit wurde sie als weibliches Role Model dieses Genres gewählt, um darzustellen, warum eine Neupositionierung des derzeitig vorherrschenden musikhistorischen Diskurses und dem damit verbundenen tradierten Kanon als notwendig erscheint.
Abstract
(Englisch)
The title of my master’s thesis roughly translates as »Narrative and Topoi of the Historiography of Electroacoustic Music on the Example of the British Composer Daphne Oram«.
With the opening up of musicology to cultural studies (issues), gender roles historically assigned to culture have also moved into the focus of research. In most music-historical representations of electroacoustic music, women are, if mentioned at all, exceptions or marginal phenomena. The fact-based narrations in form of music-historical texts regulate what is remembered and, consequently, who is remembered. These texts are effecting the implied musical canon of the genre as well, due to their mutual relations.
Based on the narrative theory method, this work searches for narratives, i.e. for repetitive elements, in the German and the Anglo-American music historical representations of electroacoustic music. In a first step, the results of these evaluations will question the gender-specific connotations of "masculinity". The narrative elements of rationality, natural science and technology and the focus of the foundations of the studios in Paris, Cologne and New York, tell a story of electroacoustic music as a male-connoted narrative of reality, as becomes visible by using the narratological formula of "narrating gender" as well as other gender-oriented approaches to narratology.
The selection criteria that decides on the inclusion of electroacoustic music in the history of music is based on male-connoted attributions and leads to a marginalisation of the historical value and, consequently, the memorability of women. This might explain why the British composer, developer of a photo-electric synthesizer and studio founder Daphne Oram (1925-2003) was not included in both the German-speaking and Anglo-Saxon music historical discourse of electroacoustic music. In this study, Daphne Oram was chosen as the female role model of this genre to demonstrate why a repositioning of the currently prevailing music-historical discourse and the associated traditional canon seems necessary.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Historical Musicology electroacoustic Music Historiography of Music Gender Studies gender-oriented Narratology Narratives Narrating Gender Cultural Memory Daphne Oram (1925–2003)
Schlagwörter
(Deutsch)
Historische Musikwissenschaft elektroakustische Musik Musikgeschichtsschreibung Gender Studies gender-orientierte Narratologie Narrative Narrating Gender Kulturelles Gedächtnis Daphne Oram (1925–2003)
Autor*innen
Anna-Maria Steiden
Haupttitel (Deutsch)
Narrative und Topoi der Geschichtsschreibung der elektroakustischen Musik am Beispiel der britischen Komponistin Daphne Oram
Paralleltitel (Englisch)
Narrative and topoi of the historiography of electroacoustic music on the example of the British composer Daphne Oram
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
194 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Nikolaus Urbanek
Klassifikation
24 Theater > 24.50 Historische Musikwissenschaft
AC Nummer
AC15755211
Utheses ID
55421
Studienkennzahl
UA | 066 | 836 | |
