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"Wichtige Frauen, weil die kenne ich nicht so...": Geschlechtskonstruktionen im Alltag der Seestadt Aspern
eine fotobasierte Untersuchung der Wahrnehmung eines mit der Zuschreibung "weiblich" versehenen Stadtteils
Marlene Maierhofer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Soziologie
Betreuer*in
Christoph Reinprecht
DOI
10.25365/thesis.62960
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16286.61640.472658-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit fokussiert auf Geschlechtskonstruktionen im Stadtraum der Seestadt Aspern, dem zurzeit
größten Stadtentwicklungsprojekt Wiens. Für diesen Stadtteil wurde das Motto „Die Seestadt ist weiblich“
gewählt, was insofern zum Ausdruck gebracht wurde, als fast alle Straßen, Gassen, Plätze und Parks nach
Frauen benannt wurden. Die Frage, wie die Benennung der Verkehrsflächen nach Frauen umgesetzt wurde,
steht im Zentrum des Interesses. Besonderes Augenmerk gilt dem Spannungsverhältnis zwischen dem
gebauten Raum und den Wahrnehmungen und Sichtweisen der Bewohner*innen der Seestadt Aspern auf
diesen „weiblichen“ Stadtteil. Das tripolare Modell von Silke Steets (Steets 2015) bildet das theoretische
Grundgerüst der Untersuchung. Steets entwickelt dieses mithilfe der von Berger und Luckmann
entworfenen Konzepte der Externalisierung, Objektivierung und Internalisierung weiter und wendet es auf
die Wahrnehmung der gebauten Umwelt an, wodurch ein wissenssoziologischer mit einem
architektursoziologischen Zugang zusammengeführt wird. Daraus ergeben sich folgende
Forschungsfragen: Inwiefern lässt sich eine Wechselwirkung zwischen dem gebauten Raum und der
Wahrnehmung der Bewohner*innen feststellen? Können bei den Bewohner*innen jene Internalisierungs- und
Externalisierungsprozesse (Steets 2015) beobachtet werden? Unter Anwendung der partizipativen
Fotobefragung nach Bettina Kolb (Kolb 2008) wurden fünf leitfadengestützte Fotointerviews zum Motto
„Die Seestadt ist weiblich“ geführt. Die Fotos wurden themenanalytisch sortiert und vier Motivgruppen
zugeordnet: (1) Straßenschilder, (2) Orte öffentlicher Infrastruktur, (3) Orte öffentlichen Raumes und (4)
sonstige Artefakte. Die Bildbeschreibungen der befragten Bewohner*innen und die Kontextinformationen
aus dem Interviewmaterial werden einander kontrastierend gegenübergestellt und analysiert.
Internalisierungsprozesse oder anderweitige Externalisierungsprozesse sind insofern festzustellen, als
befragte Bewohner*innen auf „klassische“ Normen, Vorstellungen und Praktiken von Geschlechtlichkeit
anspielen, jene aber auch hinterfragen.
Abstract
(Englisch)
In Vienna, less than ten percent of street names are dedicated to women. The situation is different in
Seestadt Aspern, currently one of the largest urban development projects in Vienna. Here almost all streets,
alleys, squares and parks have been named after women. Hence, the city district has been characterised by
a (gendered) motto, saying: the Seestadt is female, or the Seestadt has a female face. This master thesis
focusses on gender constructions and the tension between the built space and the residents’ perceptions
and perspectives towards the supposedly “female” Seestadt Aspern. The tripolar model by Silke Steets
(Steets 2015) provides the theoretical framework for this study. Steets develops this model further with the
help of the concepts of externalization, objectification and internalization by Berger and Luckmann, and
applies it to the perception of built spaces (´gebaute Umwelt´). Methodologically, the participatory photo
interview (“partizipative Fotobefragung”) developed by Bettina Kolb (Kolb 2008) was used to conduct five
guided photo interviews, in which the interviewees were asked to capture what they understand by the
motto “Seestadt is female”. The photos made by the residents were sorted thematically and assigned to four
motif groups: (1) street signs, (2) places of public infrastructure, (3) places of public space and (4) other
artefacts. The result has been that such internalization and externalization processes could be observed to
some extent: On the one hand, the locals of the district indeed allude to "classic" norms, ideas and practices
of gender and femininity, however, on the other hand, those concepts have been questioned at the same
time by some locals.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
gender space women Seestadt Aspern sociology of knowledge photo elicitation memory city architecture
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlecht Gender Stadt Raum Fotobefragung Wissenssoziologie Straßennamen Soziologie Erinnern Seestadt Aspern
Autor*innen
Marlene Maierhofer
Haupttitel (Deutsch)
"Wichtige Frauen, weil die kenne ich nicht so...": Geschlechtskonstruktionen im Alltag der Seestadt Aspern
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine fotobasierte Untersuchung der Wahrnehmung eines mit der Zuschreibung "weiblich" versehenen Stadtteils
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
132 Seiten (verschiedene Seitenzählungen) : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christoph Reinprecht
AC Nummer
AC15673361
Utheses ID
55655
Studienkennzahl
UA | 066 | 905 | |
