Detailansicht

Lars von Trier "Dancer in the Dark"
Filmmusik als Handlungsdramaturgie
Julia Hintermayer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Brigitte Marschall
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29218.72034.812853-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen Handlung und Filmmusik in Dancer in the Dark, sie spannt einen Bogen von den Anfängen der Filmmusik über Filmmusicals bis hin zu Lars von Triers Version eines Filmmusicals. Die Intention dieser Arbeit ist es, die Aufgabe der Filmmusik, ihre Platzierung im Film und ihre Bedeutung für die eigentliche Handlung, genauer zu erläutern. Als Beispiel wurde der Film Dancer in the Dark des dänischen Filmemachers Lars von Trier ausgewählt – ein Filmmusical, dessen Musik ein wesentliches, die Handlung tragendes und sie beeinflussendes Element ist. Der eigentlichen Untersuchung werden grundlegende Themen vorangestellt, um die Forschungsarbeit nachvollziehen und verstehen zu können. Beginnend mit der Historie der Filmmusik, ihrer Weiterentwicklung und ihrer Aufgabe für den Film, soll dem Leser die symbiotische Beziehung zwischen Film und Musik, die bis in die Anfänge des Films zurückreicht, näher gebracht werden. Der darauf folgende Teil beschäftigt sich mit der Geschichte der Filmmusicals, ihrer Bedeutung und ihren Einfluss auf die Filmindustrie, und nicht zuletzt auch auf Dancer in the Dark, dessen Wurzeln in einigen großen Filmmusicals liegen. Der Schwerpunkt dieser Untersuchung lag auf den Musicalszenen, die im analysierten Film wesentliches Element sind, die Handlung unterbrechen, sie weiterentwickeln, ihr emotionale Tiefe verleihen und sie unterstützen. Selmas musikalische Fantasien resultieren aus ihrem Alltag, ihrer Umwelt und ihren Geräuschen. Sie gleitet langsam von ihrer realen in ihre fantastische, surreale Musicalwelt in der sie ganz sie selbst sein kann, in der sie zugeben kann, blind zu sein, in der sie Macht hat und die Fäden zieht. In diesen Szenen greift Selma das eben Geschehene auf, oder versucht diesem zu entkommen, wie es bei ihrem tragischen Versuch in der Gefängniszelle der Fall ist, als sie das für sie bedeutsame „My Favourite Things“ anstimmt. Die Musicalszenen stehen in Dancer in the Dark stets in direktem Zusammenhang mit der eigentlichen Handlung. Lars von Trier gelingt es, sie dadurch zu vertiefen und auszubauen und für den Zuschauer den Charakter Selma, der sein wahres Ich in seinen Liedern ausleben kann, greibarer zu machen. Hier geht es um die Grenze zwischen Realität und Fiktion, die mit der Weiterentwicklung der tragischen Vorkommnisse zusehends verschwommener wird, bis Selma es nicht mehr schafft, der Realität vollständig zu entfliehen und immer wieder von ihr eingeholt wird. Es geht aber auch um die unbändige Liebe zu Musik, die Selma antreibt, sie scheinbar Unmögliches erreichen lässt und ihr Schutz bietet, um sich für ein paar Augenblicke geborgen fühlen zu können.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Film Filmmusik Lars von Trier Filmmusical Dancer in the Dark
Autor*innen
Julia Hintermayer
Haupttitel (Deutsch)
Lars von Trier "Dancer in the Dark"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Filmmusik als Handlungsdramaturgie
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
131 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Marschall
Klassifikation
24 Theater, Film, Musik > 24.30 Film: Allgemeines
AC Nummer
AC08115592
Utheses ID
5589
Studienkennzahl
UA | 317 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1