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Genealogie als Mittel der Herrschaftslegitimation?
dynastienahe Historiographie des Hauses Habsburg von Leopold I. bis Karl VI. (1658-1740)
Matthias Widhalm
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geschichte
Betreuer*in
Thomas Winkelbauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.63175
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14729.30145.299171-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Genealogie durchlebte im Verlauf der Frühen Neuzeit zahlreiche Veränderungen. Von einem Grundkonzept historischen Denkens in der höfischen Gesellschaft des Absolutismus’ - erlangte sie um 1700 sukzessive jene systematischen Züge, die heute gemeinhin mit ihr assoziiert werden. Im 17. Jahrhundert existierten keine scharfen Trennlinien zwischen fürstlicher Ahnenforschung, Hofhistoriographie und Literatur. Die Grenzen zwischen ihnen waren fließend, sodass sie alle letztlich im Sinne der historischen Herrschaftslegitimation fungieren konnten. Das Haus Habsburg rühmte sich im Laufe seiner Geschichte zahlreicher Ursprungsmythen. Bereits der Aufstieg Rudolfs I. vom Grafen zum römisch-deutschen König (1273) hatte dazu geführt, dass die Herkunft dieses neuen Königsgeschlechts in den Fokus geriet. Er strebte eine Ansippung an den römischen Adel an, da sich dieser auf die antike Nobilität berief. Dies setzte ihn im Sinne des Colonna-Mythos’ - in Bezug zu den Cäsaren des Altertums. Der habsburgisch-französische Gegensatz beförderte hingegen ab dem 15. Jahrhundert die merowingisch-fränkischen Theorien. Ihnen zufolge stammte das Haus Österreich direkt von den fränkischen Königsgeschlechtern (Merowinger / Karolinger) ab. Dies unterstrich seinen (kaiserlichen) Führungsanspruch unter den Fürsten der Christenheit. Mit dem Wandel der Genealogie hin zur quellenkritischen (modernen) Wissenschaft verloren die klassischen (phantastischen) Herkommensmythen an Zuspruch. Im Zeitalter Karls VI. wurde die auf den ‚Acta Murensia‘ basierende etichonisch-elsässische Theorie präferiert. Sie besagte, dass die Habsburger und Lothringer Seitenlinien des Hauses Elsass seien; eine Erkenntnis, die im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) benutzt werden konnte, um die Ansprüche Maria Theresias auf das ungeteilte Erbe ihres Vaters zu stützen. All diesen Ideen ist der Gedanke gemein, die politischen Begehren des Erzhauses historisch rechtfertigen zu wollen. Die Ambitionen auf die Kaiserwürde wurden in gleichem Maße genealogisch begründet wie das Gottesgnadentum. Auch die Förderung der bevorzugten Ursprungstheorie entsprach zuweilen geostrategischen Überlegungen. Die vorliegende Masterarbeit will dies anhand qualitativ-vergleichender Analysen hofhistoriographischer Texte von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis zum Erlöschen des Hauses Habsburg im Mannesstamm (1740) aufzeigen. Propagandistische Intentionen höfischer und dynastienaher Geschichtsschreibung sollen im Zentrum stehen. Folgerichtig ist die Frage leitend, inwiefern sich das Haus Habsburg um 1700 der Genealogie bedienen konnte, um sein politisches Streben zu legitimieren.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Habsburg Lorraine Habsburg-Lorraine House of Austria archduke imperial house imperial dynasty dynasty noble house noble family nobility aristocracy monarchy genealogy gens prince princely house court court society court office court bilbiothecar court historian modern era baroque Enlightenment 18th century 17th century Maria Theresa Franz Stephan Karl Franz Ferdinand
Schlagwörter
(Deutsch)
Habsburg Lothringen Habsburg-Lothringen Haus Österreich Erzhaus Erzherzog Kaiserhaus Kaiserdynastie Dynastie Adelshaus Adelsgeschlecht Adel Aristokratie Monarchie Genealogie Ahnenforschung Geschlecht Fürst Fürstenhaus Hof höfische Gesellschaft Hofamt Hofbilbiothekar Hofhistoriker Neuzeit Barock Aufklärung 18. Jahrhundert 17. Jahrhundert Maria Theresia Franz Stephan
Autor*innen
Matthias Widhalm
Haupttitel (Deutsch)
Genealogie als Mittel der Herrschaftslegitimation?
Hauptuntertitel (Deutsch)
dynastienahe Historiographie des Hauses Habsburg von Leopold I. bis Karl VI. (1658-1740)
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
97 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Winkelbauer
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.23 Philosophie der Renaissance ,
08 Philosophie > 08.37 Religionsphilosophie ,
08 Philosophie > 08.43 Geschichtsphilosophie ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.01 Geschichte der Geisteswissenschaften ,
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften ,
11 Theologie > 11.00 Theologie, Religionswissenschaft: Allgemeines ,
11 Theologie > 11.48 Kulturgeschichtlicher Hintergrund ,
11 Theologie > 11.50 Kirchengeschichte, Dogmengeschichte ,
11 Theologie > 11.53 Neuzeitliches Christentum ,
11 Theologie > 11.54 Katholizismus ,
15 Geschichte > 15.0 15.0 ,
15 Geschichte > 15.01 Historiographie
AC Nummer
AC15699568
Utheses ID
56041
Studienkennzahl
UA | 066 | 803 | |
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