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Transgressive śivaitische Praktiken in frühen Darstellungen der Sanskrit- und Prakrit-Dichtung
Christian Ferstl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Sprachen und Kulturen Südasiens und Tibets, Fachbereich: Südasienkunde)
Betreuer*innen
Karin C. Preisendanz ,
Csaba Dezső
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.63215
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24397.92498.567254-0
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Studie ist einzelnen Beispielen literarischer Figuren gewidmet, deren Ausgestaltung Merkmale śivaitischer, meist asketischer Praktiken enthalten. Sie Figuren stammen aus sechs ausgewählten Werken der indischen Kunstdichtung in Sanskrit und Prakrit. Die Werke von jeweils verschiedenen Autoren stammen aus der Zeit des ersten bis zehnten Jahrhunderts und sind formal je verschiedenen Genres zuzurechnen. Gemeinsam ist ihnen die literarisch verarbeitete Außenansicht auf Vertreter und Vertreterinnen esoterischer Traditionen des Śivaismus. Diese werden mithilfe religiös-normativer Literaturwerke identifiziert und ins Licht der jeweiligen traditionseigenen Innenansichten, die sich daraus erschließen, gerückt. Zugleich werden auch die zahlreichen literarischen Stilmittel berücksichtigt, die in den Dar-stellungen erkennbar sind. Neben einer grundsätzlichen ästhetischen Wert¬schätzung der historischen Literaturwerke ist die Studie im Wesentlichen von zwei Fragen geleitet: Worin liegt die Kunstfertigkeit der ausgewählten Dichtungen, das heißt der Werke im Ganzen und der daraus herausgegriffenen Passagen im Speziellen, und ist sie im Zusammenhang mit der Thematik der Studie von Bedeutung? Und: Können literarische Werke, deren Inhalt weitgehend fiktiv ist, überhaupt Wissen vermitteln, und wenn ja, welche Art von Wissen? Im Versuch, diese Fragen zu beantworten, werden die dichterischen Darstellungen in ihrem jeweiligen literarischen, historischen und kulturellen Kontext unter die philologische Lupe genommen. Für dieses sogenannte close reading wurden unter anderem inhaltlich oder genrespezifisch relevante Paralleltexte in Sanskrit und Prakrit, historische Kommentar¬werke in Sanskrit und rezente Sekundärliteratur in Hindi und europäischen Sprachen berücksichtigt. Über¬setzungen aus den Literaturwerken werden stets die Passagen aus den Quellentexten beigefügt, und im Falle literarisch-dichterischer Werke wurde stets versucht, das Original inhaltlich wie formal so getreu als möglich nachzubilden. Auf diese Weise sollen Erkenntnisse in drei Bereichen gewonnen werden: in Bezug auf (1) die dargestellten, gegenständlichen Inhalte wie religiöse Traditionen, soziale Umgangsformen und andere kultur¬geschichtliche Details; (2) die Texte selbst, das heißt zum einen deren sprachliche, und formale Ausgestaltung, bisweilen auch deren Überlieferungsgeschichte; und (3) die literarischen Verfahren und die Art und Weise, durch die dichterische, weitgehend fiktionale Kompositionen überhaupt zur Wissensvermittlung beitragen. Der letztgenannte Punkt gründet auf Elementen der seit den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelten Theorie des literarischen Kognitivismus.
Abstract
(Englisch)
The present study is focused on literary representations of fictional śaiva ascetics in six different works of Sanskrit and Prakrit kāvya literature. The literary compositions are early examples of different literary genres, written by authors of different religious affiliation in the 1st or 2nd to 10th centuries. The selected passages are analysed in due consideration of the identifiable literary techniques applied by the poets and in the light of the extant prescriptive and normative works of the supposedly depicted religious traditions. Apart from a general aesthetic appreciation of the historical works of literature, the study is guided by two major questions: Wherein lies the artistic achievement of the selected works and passages? And: are works of literary fiction in a position to convey knowledge, and if so, what kind of knowledge? In order to pursue these questions the passages are interpreted in their respective literary, historical and cultural contexts. For this so called close reading a wide range of relevant literature was taken into consideration, such as parallel texts in Sanskrit and Prakrit, historical commentaries and normative literature in Sanskrit, and recent secondary literature in Hindi and several European languages. Quotations from the original text passages are translated into German throughout, conveying elements not only of content but also of form as faithful as possible. Gain of knowledge is thereby aimed at in three different areas of research: (1) content matter such as the represented religious traditions, social forms of interaction and other points of cultural history; (2) the literary works under focus, their linguistic features as well as their transmission histories; and (3) the literary techniques by which the analysed works of fiction contribute to conveying knowledge. This last point draws on elements of the recent theory of aesthetic or literary cognitivism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
India religion shaivism literature poetry Sanskrit Prakrit cognitivism
Schlagwörter
(Deutsch)
Indien Religion Śivaismus Literatur Dichtung Sanskrit Prakrit Kognitivismus
Autor*innen
Christian Ferstl
Haupttitel (Deutsch)
Transgressive śivaitische Praktiken in frühen Darstellungen der Sanskrit- und Prakrit-Dichtung
Paralleltitel (Englisch)
Transgressive Śaivite practices in early works of Sanskrit and Prakrit poetry : a cognitive literary study
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
351
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
NIna Mirnig ,
Heike Oberlin
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.67 Sanskrit. Sprache und Literatur
AC Nummer
AC15728848
Utheses ID
56070
Studienkennzahl
UA | 792 | 389 | 387 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1