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The transatlantic divergence in the Google shopping case: an attempt at innovation or exclusion?
Harry Johnston
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Europäisches u. Intern. Wirtschaftsrecht
Betreuer*in
Marco Botta
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.63363
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16298.94360.198158-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Entscheidung der Europäischen Kommission im Jahr 2017, Google des Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung und der Selbstbegünstigung seiner Dienstleistungstöchter für schuldig zu erklären, ist nach wie vor höchst umstritten. Ein Hauptgrund für die Kontroverse ist die Entscheidung der Bundeshandelskommission ihre Untersuchung desselben Verhaltens im Jahr 2012 einzustellen. Diese festgestellte Divergenz zwischen amerikanischem und europäischem Wettbewerbsrecht ist aus mehreren Gründen interessant, vor allem, weil sie ein starkes Indiz dafür ist wie beide Gerichtsbarkeiten auf die Herausforderungen bei der Durchsetzung des Kartellrechts in digitalen Märkten reagieren. Durch eine detaillierte Analyse der bisherigen Rechtsprechung wird deutlich, dass, obwohl beide Jurisdiktionen davon sprechen, dass die Förderung des Wohlergehens der Verbraucher im Mittelpunkt ihrer Durchsetzungsstrategie stehen soll, nach wie vor eine große Diskrepanz in der Analyse potenzieller wettbewerbsfördernder Auswirkungen für die Verbraucher besteht. Das amerikanische Kartellrecht zeichnet sich durch einen Fokus auf einen Prozess der intensiven Analyse aller bekannten wirtschaftlichen Auswirkungen aus welche infolge des Verhaltens eines jeweiligen Unternehmens entstehen könnten. Die Gerichte ziehen wirtschaftliche Literatur deutlich vermehrt in Betracht anstatt sich ausschließlich auf die Einschätzung von Ermittlungsbehörden zu verlassen. Im Vergleich dazu unterscheidet sich das europäische Wettbewerbsrecht in der Anwendung allgemeiner Grundsätze zur Erhaltung der Struktur des Wettbewerbsprozesses, wachsam gegenüber der Notwendigkeit den Wettbewerbsprozess unverzüglich zu schützen bevor irreversible Verzerrungen entstehen können. Beide Ansätze haben ihre Vorzüge, geht es jedoch es um die hochkomplexe Natur digitaler Märkte, so zeigt die Entscheidung der Europäischen Kommission im Google Shopping Fall einen eklatanten Fehler in der europäischen Wettbewerbspolitik auf. Die Europäische Kommission hat praktisch vorausgesagt was den Verbrauchern auf den Märkten für allgemeine und vergleichende Suchdienste am besten dient. Ihr Eingreifen hat zu einem erheblichen Rückgang der Rechtssicherheit geführt, ohne dass dabei das Wohlergehen der Verbraucher klar und erkennbar verbessert wurde. Durch die gleiche Behandlung digitaler Märkte mit ihren traditionellen Pendants haben sie sich möglicherweise potentielle Vorteile die den Verbrauchern anderer Märkte hätten zugutekommen können entgehen lassen. Die Google-Shopping Entscheidung zeigt die Gefahr auf vorgefasste Meinungen darüber anzunehmen wie Wettbewerbsrecht für Verbraucher die höchste Dienlichkeit erweisen kann, wo anstelle vergeblicher Bemühungen die Struktur digitaler Märkte so zu verändern dass sie sich den traditionellen wettbewerbsrechtlichen Prinzipien angleicht, es jedoch eigentlich die Kartellvorschriften sein sollten die sich anpassen um die Beschaffenheit digitaler Märkte zu reflektieren.
Abstract
(Englisch)
The European Commission’s decision in 2017 to find Google guilty of abusing its dominant market position and self-favouring its subsidiary service is still highly controversial. A key reason for the controversy is the decision made by the Federal Trade Commission to close its investigation into the same conduct in 2012. This noted divergence between American and European competition law is interesting for several reasons, particularly because it provides a strong evidence of how both jurisdictions are reacting to the challenges of enforcing antitrust law in digital markets. Through detailed analysis of previous case law, it becomes apparent that although both jurisdictions speak of the promotion of consumer welfare to be at the heart of their enforcement strategy, there remains a large discrepancy in the analysis of potential pro-competitive effects for consumers. American antitrust law is hallmarked by its adherence to the improvement of the economic welfare standard of the consumer, resulting in lower prices and better-quality products. If a highly concentrated market with imperfect competition produces the best deal for the consumer, then it is an acceptable outcome. European competition law differs in its application of general principles to preserve the structure of the competitive process, aiming to promote market behaviour that best resembles perfect competition. This approach enables the competitive process to naturally benefit consumers in terms of lower prices, better quality of products, and a larger range of available choices. Both approaches have their merits, but when it concerns the highly complex nature of digital markets, the European Commission’s decision in Google Shopping demonstrates a glaring flaw in European competition policy. The European Commission has effectively second-guessed what best serves consumers in the general and comparative search service markets. Its intervention has led to a significant decrease in legal certainty with no clear and identifiable enhancement of consumer welfare. Treating these digital markets in the same way as their traditional counterparts has led to consumers in other markets missing out on the potential benefits that could have been provided to them through specialised search services. The Google Shopping decision demonstrates the danger of holding pre-conceptions about how consumers are best served by competition law. Instead of a futile effort to transform the structure of digital markets to resemble the traditional concept of perfect competition through antitrust intervention, it should be antitrust rules adapting to reflect the nature of digital markets.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Competition Law Digital Markets Consumer Welfare Self-favouring Search Services
Schlagwörter
(Deutsch)
Wettbewerbsrecht Digitalen Märkte Wohlergehen der Verbraucher Selbstbegünstigung Suchdienste
Autor*innen
Harry Johnston
Haupttitel (Englisch)
The transatlantic divergence in the Google shopping case: an attempt at innovation or exclusion?
Paralleltitel (Deutsch)
Die transatlantische Divergenz im Google Shopping: ein Versuch der Innovation oder des Ausschlusses?
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
90 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Marco Botta
Klassifikation
86 Recht > 86.29 Wettbewerbsrecht, Kartellrecht
AC Nummer
AC16143352
Utheses ID
56199
Studienkennzahl
UA | 992 | 548 | |
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