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Diachrone forensische Wörterbuchanalyse am Beispiel der Salzburger Dialektlexikografie
Matthias Weiß
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Manfred Michael Glauninger
DOI
10.25365/thesis.63366
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18867.30342.664952-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind ausgewählte Aspekte der Repräsentation des Salzburger Dialekts in Idiotismenlisten und Dialektwörterbüchern sowie der Traditionen und Brüche, die sich innerhalb der Listen bemerkbar machen. Ermittelt wurden die entsprechenden Daten mithilfe der Methode der forensischen Wörterbuchanalyse, die qualitative und quantitative Zugänge zum Untersuchungskorpus verbindet und anhand von ausgewählten Parametern die Daten kategorisiert aufbereitet. Ins Untersuchungskorpus fanden nur Listen und Dialektwörterbücher Aufnahme, wenn sie das politische Territorium Salzburgs als Ganzes auswählten und sich nicht nur auf einzelne Ortspunkte beschränken.
Den theoretischen Hintergrund der Arbeit bildet ein kulturwissenschaftlicher und soziolinguistischer Zugang zur Salzburger Dialektlexikografiegeschichte, der sich im empirischen Teil widerspiegeln lässt.
Es kann gezeigt werden, dass sich die Listen, obgleich sie signifikante lexikalische Übereinstimmungen aufweisen, auf semantischer Ebene unterscheiden. Die persönliche Priorisierung der Autoren auf bestimmte semantische Felder wie „Gewalt“ oder „Landwirtschaft“ wirkt sich auch auf die Wahrnehmung der Dialektsprecher aus, die keiner einheitlichen Repräsentation unterworfen sind. Aber der Dialekt ist nicht nur mit Stigmata behaftet, sondern auch mit Prestige verbunden, wie sich bei ZILLER (1979, 1995) herausarbeiten lässt, wenn auch dieses Prestige aus einem sprachpflegerischen Wunsch der Archivierung des „im Sterben“ befindlichen Dialekts resultiert.
Die Daten zeigen außerdem Korrelationen zwischen der Herkunft des Autors und der editoralen Praxis zur Angabe der regionalen Beschränkung bei Lemmata. Es zeigt sich, dass die Listenersteller vorrangig Lemmata mit Regionenmarkierungen versehen, wenn sie nicht Teil ihres eigenen Dialekts sind. Dabei wird en gros zwischen einer „Norm“-Mundart im Norden und einer „Provinzial“-Mundart im Süden Salzburgs unterschieden, woraus der Umstand resultiert, dass es fast ausschließlich nur zu Markierungen dieser „Provinzial“-Mundart resp. der Verwaltungsbezirke, in denen sie vorherrscht.
Insgesamt lässt sich eine signifikante lexikalische Schnittmenge nachweisen, die den Schluss nahelegt, dass hier eine dialektlexikografische Tradition vorliegt, der zufolge die Autoren bei der Erstellung auf ältere Listen zurückgreifen und entsprechend ihrer persönlichen Einstellung zum Salzburger Dialekt diesen lexikalischen Kern erweitern.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Lexikografie Dialektologie Dialektlexikografie
Autor*innen
Matthias Weiß
Haupttitel (Deutsch)
Diachrone forensische Wörterbuchanalyse am Beispiel der Salzburger Dialektlexikografie
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
vii, 149 Seiten : Illustrationen, Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Manfred Michael Glauninger
AC Nummer
AC16145377
Utheses ID
56202
Studienkennzahl
UA | 190 | 333 | 299 |
