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Auf Amtswegen
Studien zu den kaiserzeitlichen Polis-Archiven der Provinzen Asia und Lycia et Pamphylia
Karin Maria Wiedergut
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Alte Geschichte und Altertumskunde)
Betreuer*in
Hans Taeuber
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19978.23596.908254-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit widmet sich jener kleinasiatischen Institution, die in den Quellen zumeist archeion, zuweilen auch chreophylakion oder grammatophylakion genannt und gemeinhin als städtisches Archiv interpretiert wird. Der Untersuchungsbereich wurde zeitlich auf die römische Kaiserzeit (1.–3. Jh. n. Chr.) und geographisch auf den Boden der römischen Provinzen Asia und Lycia et Pamphylia beschränkt. Eine weitere, inhaltlich gelagerte Einschränkung wurde mit Fokussierung auf den privaten Rechtsverkehr und die Einbindung der städtischen archeia bei der Sicherung privatrechtlicher Vereinbarungen vorgenommen. Die analysierten Quellen sind zum allergrößten Teil epigraphischer Natur (etwa 500 einschlägige Inschriften), die wiederum zu mehr als 90% dem Bereich der Grabinschriften angehören. Der methodische Zugang zu diesen Quellen erfolgte daher vorherhand über epigraphische Analysearbeit, wobei nach Möglichkeit die Re-Kontextualisierung der Inschrift vorgenommen wurde. Die dabei gewonnenen Ergebnisse wurden danach mit literarischen Quellen und Daten aus dem papyrologischen Bereich abgeglichen und kontrastiert. Nach einleitender Behandlung von Grundfragen zum kleinasiatischen Archivwesen (etwa zum dort tätigen Personal oder zur Frage, ob sich für die Archive zuständige Amtsträger festmachen lassen) werden in drei Hauptkapiteln folgende Themen besprochen: 1) Der „Archivierungsvermerk“, also jener Satz, der am Ende von mehr als 350 Grabinschriften auf Hinterlegung einer Abschrift der Inschrift im städtischen Archiv verweist. 2) Vier Inschriften außergewöhnlichen Charakters, bei denen es sich allem Anschein nach um kaum oder gar nicht redigierte Texte handelt, die ursprünglich auf anderen Schreibmedien angebracht waren (etwa Papyrus) und aus jeweils individuellen Gründen als Inschrift aufgestellt wurden. 3) Etwa 90 Inschriften, die mit der Phrase dia tōn archeiōn (wörtl. „durch die Archive“) auf die Involvierung der städtischen archeia bei der Abwicklung privater Rechtsvorgänge verweisen. Besonders diese letzte Quellengruppe ermöglicht (im Zusammenspiel mit papyrologischen Quellen) die Charakterisierung der kleinasiatischen archeia als „Amtsnotariate“ mit Archivfunktion, die nicht nur die Verwahrung privatrechtlicher Dokumente, sondern auch deren Aufsetzung zur Aufgabe hatten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Archiv archeion Notariat Behörde Kleinasien Asia Lycia et Pampylia Verwaltung Administration
Autor*innen
Karin Maria Wiedergut
Haupttitel (Deutsch)
Auf Amtswegen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Studien zu den kaiserzeitlichen Polis-Archiven der Provinzen Asia und Lycia et Pamphylia
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
V, 234 Seiten : Illustrationen, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Thomas Kruse ,
Philipp Scheibelreiter
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.14 Diplomatik, Epigraphik ,
15 Geschichte > 15.25 Alte Geschichte
AC Nummer
AC15765978
Utheses ID
56469
Studienkennzahl
UA | 792 | 310 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1