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Zukunftserwartungen junger Europäer/innen: kontextuelle und individuelle Einflussfaktoren
Julia Rita Warmuth
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Soziologie)
Betreuer*in
Bernhard Kittel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.63859
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22801.65606.436660-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im aktuellen medialen und wissenschaftlichen Diskurs hat das Thema des sozialen Abstiegs – sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich – einen prominenten Platz. Es wird argumentiert, dass junge Europäer/innen heute, im Unterschied zu den Generationen der goldenen Jahrzehnte, nicht mehr davon ausgehen können, dass sich die Lebensbedingungen bzw. ihr sozioökonomischer Status verbessern werden. Vor diesem Hintergrund setzt sich die vorliegende Dissertation mit zwei Dimensionen negativer Zukunftserwartungen junger Europäer/innen auseinander. %Spezifisch werden zwei Erwartungsdimensionen untersucht: Gesellschaftliche Zukunftssorgen drücken die generelle Befürchtung aus, dass das Leben im jeweiligen Land schlechter wird. Individuelle Abstiegsängste stellen eine konkrete Ausformung negativer Zukunftserwartungen dar und bilden die Sorge junger Erwachsener ab, den Lebensstandard ihrer Eltern nicht aufrechterhalten zu können. Die übergeordnete Forschungsfrage der vorliegenden Arbeit lautet: Wie verbreitet sind gesellschaftliche Zukunftssorgen und individuelle Abstiegsängste in der Gesellschaft und in Abhängigkeit von welchen kontextuellen und individuellen Faktoren variieren diese? Diese Dissertation stützt sich auf verschiedene theoretische Strömungen, die die Bedeutung der individuellen relativen Position in der Statushierarchie für das soziale und individuelle Wohlbefinden betonen. Es wird argumentiert, dass die individuellen Ansprüche auf soziale Aufwärtsmobilität und soziale Anerkennung Zukunftserwartungen beeinflussen. Hierauf aufbauend werden individuelle und ebenenübergreifende soziale Mechanismen theoretisch identifiziert und empirisch geprüft: Auf individueller Ebene wird erwartet, dass intergenerationale Abstiegsängste und gesellschaftliche Zukunftssorgen durch die Determinanten des Statuszuweisungsprozess (Bildung, Statusposition der Familie), die Wahrnehmung des sozialen Status und individuelle Merkmale erklärt werden können. Auf der Makroebene wird argumentiert, dass Einkommensungleichheit die Mechanismen auf individueller Ebene beeinflusst. Die empirische Analyse basiert auf zwei Datensätzen: den Daten des European Social Survey (2012) und des FP7-Konsortiums CUPESSE (2016). In Bezug auf gesellschaftliche Zukunftssorgen zeigt die Datenanalyse, dass Bildungsaufsteiger/innen - im Einklang mit den theoretischen Erwartungen - positivere Zukunftsaussichten haben; dies trifft jedoch nur in Ländern mit hoher sozialer Ungleichheit zu. Eine bessere subjektive Statuseinschätzung und individueller Optimismus verringern das Sorgenpotenzial junger Menschen. In Bezug auf Abstiegsängste zeigen die Ergebnisse, dass - entgegen den theoretischen Erwartungen des Statuszuweisungsmodells - Bildungsmobilität keinen signifikanten Einfluss hat. Soziale Ungleichheit intensiviert jedoch die Auswirkungen sozialer Herkunft, sodass in Ländern hoher Ungleichheit die Stellung der Herkunftsfamilie verstärkt auf Abstiegsängste wirkt. Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass länderspezifische Unterschiede ein erhebliches Erklärungspotenzial aufweisen, wobei soziale Ungleichheit eine Schlüsselrolle spielt.
Abstract
(Englisch)
Social decline and status anxiety are topical themes in current media and scientific discourses. For young Europeans it became increasingly difficult to believe in increasing living conditions and raising their socioeconomic status. This dissertation deals with negative future expectations of young Europeans in two dimensions: Social concerns about the future express a general fear that life will deteriorate in a country; status anxiety reflects the individual fear of intergenerational downward mobility. The overarching research questions are: how widespread are general concerns about the future and individual fears of intergenerational downward mobility in the European societies; which contextual and individual factors influence both? This dissertation draws on various theoretical streams, which stress the significance of the individual relative position in a status hierarchy for social and individual well-being. It is argued that the individual demand for upward social mobility and social recognition influence expectations about the future. To capture these propositions, individual and cross-level social mechanisms are theoretically identified and empirically tested: On the individual level the fear of intergenerational downward mobility and social concerns can be explained by the determinants of the intergenerational status attainment process (education, status position of the family), social status perceptions and individual characteristics. On the macro level income inequality moderates individual level mechanisms. The empirical analysis is based on two data sets: the European Social Survey (2012) and FP7 consortium CUPESSE (2016) data. Regarding future concerns, the data analysis shows that - in line with theoretical expectations - young people who experienced educational upward mobility have more positive future prospects; however, only in countries with high social inequality. Furthermore, a better subjective social status reduces concerns about the future. Regarding expected downward mobility, the main result is that - contrary to theoretical expectations of intergenerational status attainment processes – educational mobility has no significant influence. However, social inequality moderates effects of social origin: a high status position of the family of origin intensifies the fear of intergenerational downward mobility, particularly in more unequal countries. Overall, the findings indicate country-specific differences to have significant explanatory potential, with social inequality playing a key role.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Expectations about the future social inequality educational mobility social mobility status anxiety intergenerational fear of downward mobility anomie recognition social integration
Schlagwörter
(Deutsch)
Zukunftserwartungen soziale Ungleichheit Bildungsmobilität sozialer Aufstieg intergenerationale Abstiegsängste Anomie Anerkennung soziale Integration Gesellschaftsdiagnosen
Autor*innen
Julia Rita Warmuth
Haupttitel (Deutsch)
Zukunftserwartungen junger Europäer/innen: kontextuelle und individuelle Einflussfaktoren
Paralleltitel (Englisch)
Expectations about the future of young Europeans: contextual and individual determinants
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
VI, 284 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Nicole Burzan ,
Christoph Reinprecht
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.02 Theorie der Soziologie ,
71 Soziologie > 71.12 Soziale Stratifikation, soziale Mobilität ,
71 Soziologie > 71.41 Sozialer Wandel ,
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren
AC Nummer
AC16058765
Utheses ID
56656
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 122 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1