Detailansicht

Geschlecht als Kostüm - das demaskierende Potential der Parodie im Filmmotiv der Verwandlung
Rhea Tebbich
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Nicole Kandioler
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.63865
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27767.17588.244971-2
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern das Filmmotiv der Verwandlung die Konstruktion von Geschlecht im Film offenlegen kann. Die These dieser Arbeit ist, dass Verwandlung ein Film-Motiv ist, in welchem besonders gut sichtbar wird, dass Weiblichkeit* eine Maske ist, die getragen und abgelegt werden kann – und dass anhand dessen die Konstruktion des Geschlechts deutlich gemacht und dekonstruiert werden kann. Es wird, dem Ansatz von Judith Butler folgend, davon ausgegangen, dass Geschlecht performativ und die Parodie durch Travestie im Film ein geeignetes Mittel ist, um dies zu enttarnen. Um diese These zu überprüfen wird folgende Forschungsfrage gestellt: Wie wird in den Verwandlungssequenzen der Filme Now Voyager (R.: Irving Rapper, USA 1942), Female Trouble (R.: John Waters, USA 1974), Miss Undercover (R.: Donald Petrie, USA 2000) und Orlando (R.: Sally Potter, UK 1993) mittels Kostüm Geschlecht inszeniert und wechselwirkend konstruiert? Die zweite Forschungsfrage lautet: Welches Potential hat die kritische Auseinandersetzung mittels Parodie im Filmmotiv der Verwandlung für die Darstellung und das Verständnis von Geschlecht im Sinne der ‚Performance Theory‘ von Judith Butler? Die gewählte Methode ist eine auf die Forschungsfrage fokussierte Filmsequenzanalyse. In dieser ‚feministisch-semiotische Filmsequenzanalyse‘ werden Inhalte und Bedeutungen herausgearbeitet, die in ‚Verwandlungsmomenten‘ über das Kostüm an die Zuschauer*innen vermittelt werden. Die Schlussfolgerung der Arbeit ist, dass die Parodie von Geschlechternormen in der Verwandlungssequenz Regulierungsmechanismen sichtbar machen kann, die besonders für Frauen* gelten. Indem Geschlechternormen überhöht und untypisch, mit verschiedenen Arten der Travestie, abgebildet werden, kann Weiblichkeit* als eine Maskerade und die Imitationsstruktur dieser erkannt werden. Besonders mit einem parodistischen und kritischen Anspruch bietet sich ein Potential der Subversion von Geschlechternormen. Mit der Demaskierung der Konstruktion von Geschlecht und der Machtstrukturen, die sich dahinter verbergen, bietet sich die Möglichkeit eines Umdenkens der Konzeption von ‚natürlichem Geschlecht‘.
Abstract
(Englisch)
This master thesis examines to what extend the film motif of transformation can reveal the construction underlying our concepts of sex and gender. My hypothesis is that transformation is a motif which makes it particularly visible that femininity* is a mask that can be worn and taken off. The construction of gender can be revealed and deconstructed on this basis. Following Judith Butler’s approach, it is assumed that gender is performative and that parody through travesty can unmask this. To investigate this hypothesis, I posed the following research questions: How does the film costume stage and construct gender interactively, in the movies Now Voyager (R.: Irving Rapper, USA 1942), Female Trouble (R.: John Waters, USA 1974), Miss Undercover (R.: Donald Petrie, USA 2000) and Orlando (R.: Sally Potter, UK 1993)? The second research question is: What’s the potential of critical discussion through parody in the film motif of transformation for the representation and understanding of gender in the sense of Judith Butler’s ‘performance theory’? My method is a film sequence analysis focused on the research questions mentioned above. With this ‘feminist-semiotic film sequence analysis’, I examined how different meanings are conveyed to the audience through the change of costume. I conclude that the parody of gender norms in transformation sequences can reveal regulatory mechanisms that apply particularly to women*. By exaggerating and depicting gender norms atypically with different types of travesty, femininity* can be recognized as a masquerade and its imitation structure is exposed. Parodistic and critical claims in particular have the potential for the subversion of gender norms. The unmasking of the construction of gender and the power structures underlying it, opens up the possibility of rethinking the conception of ‘natural gender’.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Gender Costume Masquerade Womanliness Parody Transformation
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlecht Kostüm Maskerade Weiblichkeit Parodie Verwandlung Konstruktion
Autor*innen
Rhea Tebbich
Haupttitel (Deutsch)
Geschlecht als Kostüm - das demaskierende Potential der Parodie im Filmmotiv der Verwandlung
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
107 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Nicole Kandioler
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film, Video ,
21 Einzelne Kunstformen > 21.85 Modedesign ,
24 Theater > 24.31 Systematische Filmwissenschaft ,
24 Theater > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC15757018
Utheses ID
56662
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1