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Ich und geistig behindert?!
zur stigmatisierenden Wirkung begrifflicher Zuschreibung
Ingrid Schwarz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Saskia Schuppener
DOI
10.25365/thesis.6344
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30056.40162.572653-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die begriffliche Zuschreibung „geistige Behinderung“ bzw. „geistig behindert“ stellt für die betreffenden Menschen oft eine Form gesellschaftlicher Stigmatisierung dar, die abgewehrt werden muss und erzwingt damit die Ausbildung von Bewältigungsstrategien. Weitgehend ungeklärt ist allerdings, ob diese Ablehnung nicht daraus resultiert, dass sich Personen mit sogenannter geistiger Behinderung selbst nicht zwangsläufig als „behindert“ wahrnehmen und diese Bezeichnung daher für sich als absolut unpassend verstehen. Mittels einer qualitativen Untersuchung, die mit Jugendlichen, die als geistig behindert gelten, durchgeführt wurde, versucht vorliegende Arbeit, dieser Frage auf den Grund zu gehen.
Die negative Konnotation bzw. stigmatisierende Wirkung dieses Begriffs wurde von den Untersuchungspersonen eindeutig bestätigt. Die Ergebnisse zeigen weiter, dass die Mehrheit der teilnehmenden Personen auch ein für sie positiver bewertetes Synonym nicht annimmt, obwohl sie großteils ihre Schwächen benennen kann. Naheliegend ist daher, dass sich die Untersuchungspersonen tatsächlich nicht als geistig behindert, sondern als „normal“ erleben. Coping-Strategien müssen eingesetzt werden, um den eigenen Selbstwert vor der divergierenden Fremdsicht zu schützen und um Situationen zu bewältigen, die diese Fremdsicht bestätigen (z.B.: unerfüllbarer Wunsch nach eigenem PKW und Führerschein).
PädagogInnen und WegbegleiterInnen für Menschen, die „geistig behindert“ genannt werden, sind aufgerufen, sich mit erlebten Stigmatisierungen im Dialog mit den betroffenen Personen auseinander zu setzen, um damit eine offensive Bewältigungsstrategie anzubieten und „beschädigte Identitäten“ vorzubeugen.
Abstract
(Englisch)
The conceptual ascription of ‘mental handicap’ or ‘mentally handicapped’ often implies a form of social stigmatization to the individuals concerned. As it is meant to be averted, the development of coping-strategies results. Whether this rejection is not simply the consequence of these so-called mentally handicapped individuals not perceiving themselves as handicapped and thus understanding this expression as completely unsuitable for themselves, however, has not been determined. By means of a qualitative study carried out with young individuals who are classified as mentally handicapped this diploma thesis tries to contribute to this discussion and offer an answer to the questions of interest.
The negative connotation, respectively the stigmatizing effect of this term, is clearly confirmed by the participants. Moreover, the findings show that a majority does not accept, by their standards, a more positive assessed synonym either, although they were able to name their own weaknesses for the most part. Hence, it is apparent that the participants in fact do not perceive themselves as mentally handicapped but as ‘normal’. Coping-strategies have to be applied to protect their own self-worth from the diverging assessment of other people and to cope with situations that relate to this assessment (e.g.: the unrealizable desire for an own car or licence). Pedagogues and companions of individuals characterised as ‘mentally handicapped’ are called upon to deal with experienced stigmatization in a dialogue with the affected individuals to offer them an offensive coping-strategy and to prevent ‘broken identities’.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
mental handicap stigmatization coping strategies
Schlagwörter
(Deutsch)
geistige Behinderung begriffliche Zuschreibung Stigmatisierung Bewältigungsstrategien subjektive Sichtweise
Autor*innen
Ingrid Schwarz
Haupttitel (Deutsch)
Ich und geistig behindert?!
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur stigmatisierenden Wirkung begrifflicher Zuschreibung
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
127 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Saskia Schuppener
Klassifikation
80 Pädagogik > 80.26 Geistigbehindertenpädagogik
AC Nummer
AC07880957
Utheses ID
5711
Studienkennzahl
UA | 297 | | |
