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"Und führe uns nicht in Versuchung"
die Auslegung der sechsten Vaterunser-Bitte anhand ausgewählter Autorinnen und Autoren der spirituellen Tradition und Gegenwart
Mario Bachhofer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Religionspädagogik
Betreuer*in
Marianne Schlosser
DOI
10.25365/thesis.64777
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24927.06660.740089-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das Vaterunser bildet das wohl bekannteste und populärste Gebet der Christinnen und Christen, egal welcher Konfession und ist für viele für ihr persönliches Gebets- und Glaubensleben von fundamentaler Bedeutung. Eine besondere Herausforderung bildet dabei die sechste Vaterunser-Bitte „Und führe uns nicht in Versuchung“, deren Verständnis und Auslegung vor allem in den letzten Jahren immer wieder reiche theologische Diskussionen auslöste. So sorgte eine Aussage von Papst Franziskus Ende 2017 für Aufsehen in der christlichen Welt, der die übliche Übersetzung dieser Bitte drastisch in Frage stellte und damit den Diskussionen neuerlich Auftrieb verlieh. Dabei haben verschiedene europäische Länder wie zum Beispiel Italien, Frankreich oder Teile der Schweiz schon Veränderungen hinsichtlich der Übersetzung beschlossen. Andere Länder wie zum Beispiel Deutschland und Österreich entschieden sich dafür, die derzeitige Variante beizubehalten, forderten gleichzeitig aber eine tiefere Auseinandersetzung mit der konkreten Bitte.
Um einem angemessenen Verständnis und einer passenden Auslegung dieser Bitte auf den Grund zu gehen, kommen renommierte spirituelle Autorinnen und Autoren der christlichen Tradition, sowie Gegenwart zu Wort, um so der Versuchungsbitte heute erneut Ausdruck zu verleihen. So lautet die Fragestellung dieser Arbeit: „Wie gestaltet sich die Auslegung, sowie das spirituelle Verständnis der sechsten Vaterunser-Bitte ‚Und führe uns nicht in Versuchung‘ bei ausgewählten spirituellen Autorinnen und Autoren in der christlichen Geschichte und der Gegenwart?“
Um im Rahmen dieser Arbeit ein möglichst breites Spektrum an sinnvollen Beiträgen einzufangen, kommen Menschen zu Wort die aus unterschiedlichen Zeiten und unterschiedlichen Orten und kirchlichen Traditionen ihre spirituell geprägte Perspektive auf diese Bitte darlegen. So ist die Arbeit chronologisch gegliedert: Zunächst erfolgt eine bibelexegetische Perspektive auf die sechste Vaterunser-Bitte, in weiterer Folge kommen Autoren aus Ost und West der frühen Kirche zu Wort, wie zum Beispiel Origenes, Tertullian, Ambrosius, Johannes Chrysostomus oder Augustinus. Im sogenannten Mittelalter bzw. der beginnenden Neuzeit leisten Thomas von Aquin, der Protestant Martin Luther, Theresa von Jesus/Terese von Avila, sowie der tridentinische Katechismus einen wertvollen Beitrag zum passenden Verständnis. In der jüngeren Vergangenheit bzw. Gegenwart sind neben Papst Benedikt XVI., Alfred Delp und Romano Guardini noch weitere, womöglich nicht ganz so bekannte Autorinnen und Autoren, die uns helfen, der Versuchungsbitte und deren Hintergründe näher zu kommen.
In der Auseinandersetzung mit der Versuchungsbitte tauchen dabei existenzielle Menschheitsfragen auf, die nicht nur theologische, sondern auch anthropologische Kernthemen betreffen und die im Diskurs über diese Bitte eine zentrale Rolle einnehmen und den Menschen im Ganzen existenziell betreffen, wie zum Beispiel Schicksal, Vorherbestimmung, freier Wille, Gottes geheimer Ratschluss, das Theodizee-Thema, Glaube, Vertrauen, Stärken und Schwächen der Menschen, sowie die Dimension der menschlichen Sünde an sich und eschatologische Fragen.
Die allermeisten der o.a. spirituellen Autorinnen und Autoren in der Tradition hinterfragen die geläufige Übersetzung der sechsten Vaterunser-Bitte nicht, sondern versuchen die Bitte in all ihrer beinahe unergründlichen Tiefe zu erfassen und kommen häufig zu dem Schluss, dass der Mensch grundsätzlich ständig den Versuchungen und Anfechtungen ausgesetzt ist, und somit die Bitte nicht so verstanden werden kann, dass wir Gott bitten, er solle uns generell von diesen Prüfungen verschonen, sondern die Bitte zielt für viele dieser renommierten Personen auf die Versuchung schlechthin, so stark versucht zu werden, dass wir als „schwache Menschen“ so weit kommen, von unserem Heil, das in Gott liegt, uns loszusagen, abzufallen und ins Verderben zu rutschen. Trotzdem gibt es vor allem in den letzten Jahren wieder vermehrt Stimmen, die alternative Denkanstöße geben und somit neue Blickwinkel auf das Gebet der Gebete einbringen und damit zu einem angeregten und bereichernden Austausch über die Versuchungsbitte und damit über o.a. existenziellen Menschheitsthemen einladen.
Aus dieser Arbeit lässt sich ableiten, dass ein eingehender Diskurs bzw. Dialog über die Inhalte und Hintergründe der sechsten Vaterunser-Bitte für die Zukunft überaus sinnvoll erscheint. Weiters wäre dabei von Vorteil, wenn vorhandene Stimmen aus der Tradition und der jüngeren Vergangenheit uns vermehrt in diesem Denk- und Erfahrungsprozess unterstützen, da viele dieser „traditionellen“ Stimmen in der heutigen Auseinandersetzung noch zu kurz gekommen sind. Hier gilt es, den angestoßenen Austausch über die „Versuchungsbitte“ neu zu eröffnen und mit ansprechenden und bereichernden Antworten der spirituellen Tradition anzureichern. Ergebnisse daraus könnten für die weiteren Entscheidungen, wie diese Bitte zu beten und zu leben sei, von wesentlicher Bedeutung sein.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Masterarbeit zur sechsten Vaterunser-Bitte "Und führe uns nicht in Versuchung" Die Auslegung der sechsten Vaterunser-Bitte anhand ausgewählter Autorinnen und Autoren der spirituellen Tradition und Gegenwart
Autor*innen
Mario Bachhofer
Haupttitel (Deutsch)
"Und führe uns nicht in Versuchung"
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Auslegung der sechsten Vaterunser-Bitte anhand ausgewählter Autorinnen und Autoren der spirituellen Tradition und Gegenwart
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
118 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marianne Schlosser
Klassifikation
11 Theologie > 11.00 Theologie, Religionswissenschaft: Allgemeines
AC Nummer
AC16149875
Utheses ID
57481
Studienkennzahl
UA | 066 | 796 | |
