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Über humanitäre Intervention und Francisco de Vitorias Begründung eines gerechten Krieges ad bellum
Lisa Tragbar
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Interdisziplinäres Masterstudium Ethik für Schule und Beruf
Betreuer*in
Johann Schelkshorn
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.65218
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21638.99645.686660-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel Vitorias fünften legitimen Rechtstitels aus De Indis recenter inventis war, notfalls gewaltsam in die Angelegenheiten anderer Völker einzugreifen, um gegen unmoralische Praktiken wie Menschenopfer und Kannibalismus vorzugehen. Er bemächtigte die spanischen Kolonialherren, indigene Völker vor tyrannischen Handlungen zu schützen. Dieser Rechtstitel zielte darauf ab, in andere Territorien, die gegen Völkerrechte verstoßen, einzugreifen, um Menschenleben zu retten. Auch seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die humanitäre Intervention ein Konzept, zum Schutz der Zivilbevölkerung in Gebiete einzugreifen, welche Menschenrechte stark missachten. Diese Arbeit behandelt die Forschungsfrage, wie Vitoria die Grundlagen für die humanitäre Intervention schafft. Welche Problematiken und Konzepte ähneln sich und wie unterscheidet sich eine Intervention heutzutage vom 16. Jahrhundert? Die Rezeption und Interpretation Vitorias Philosophie ist auch für die zeitgenössische Betrachtung von Kriegen von Bedeutung. Aufgrund der bemerkenswerten ideengeschichtlichen Ähnlichkeit zwischen Vitorias fünften legitimen Rechtstitel und der humanitären Intervention lässt sich darstellen, inwiefern Vitorias Konzept eine Grundlage für die humanitäre Intervention bildet. Auch weitere Ideen Vitorias zu gerechtem Krieg finden sich in der heutigen Kriegstheorie wieder. So werden bei der heutigen Betrachtung eines humanitären Einsatzes ad bellum mehrere Elemente wiedergegeben, die Vitoria in seinen Ausführungen über Krieg anspricht: Krieg muss mit dem Ziel der Wiederherstellung des Friedens geführt werden und darf erst als letztmögliches Mittel genutzt werden. Er muss in Verhältnismäßigkeit zur Gewalt stehen und von einer legitimen Autorität erklärt werden. Diese Arbeit möchte vermitteln, inwiefern auch in der heutigen Kriegspraxis noch immer völker- und kriegsrechtliche Grundlagen aus Vitorias Kriegsethik zu finden sind.
Abstract
(Englisch)
The aim of Vitoria's fifth legitimate title in De Indis recenter inventis was to intervene, if necessary, by force in the affairs of other peoples to combat immoral practices such as human sacrifice and cannibalism. It empowered the Spanish colonial masters to protect indigenous peoples from acts of tyranny. This legal title aimed at intervening in other territories that violated international law in order to save human lives. Since the end of the 20th century, humanitarian intervention has continued to be a way of intervening to protect the civilian population in territories which seriously violate human rights. This paper addresses the research question of how Vitoria is laying the foundations for humanitarian intervention. Which problems and concepts are similar and how does intervention today differ from the 16th century? The reception and interpretation of Vitoria's philosophy is also relevant to contemporary views on wars. Given the remarkable conceptual similarity between Vitoria's fifth legitimate legal title and humanitarian intervention, it is possible to show the extent to which Vitoria's concept provides a basis for humanitarian intervention. Vitoria's other ideas on just war are also reflected in contemporary war theory. Thus, today's consideration of humanitarian intervention ad bellum reflects several elements that Vitoria addresses in his remarks on war: war must be waged with the aim of restoring peace and must only be used as a last resort. It must be proportionate to the violence and declared by a legitimate authority.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Humanitarian Intervention Doctrine of Just War Francisco de Vitoria Colonialism International Law Martial Law War Ethics Reasons for War Intervention Law Violation of Natural Law
Schlagwörter
(Deutsch)
Humanitäre Intervention Lehre des gerechten Krieges Francisco de Vitoria Kolonialismus Völkerrecht Kriegsrecht Kriegsethik Kriegsgründe Interventionsrecht Naturrechtsverstoß
Autor*innen
Lisa Tragbar
Haupttitel (Deutsch)
Über humanitäre Intervention und Francisco de Vitorias Begründung eines gerechten Krieges ad bellum
Paralleltitel (Englisch)
On humanitarian intervention and Francisco de Vitoria's justification of a just war ad bellum
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
119 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Schelkshorn
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.20 Geschichte der westlichen Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.22 Mittelalterliche Philosophie ,
08 Philosophie > 08.38 Ethik
AC Nummer
AC16168297
Utheses ID
57778
Studienkennzahl
UA | 066 | 641 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1