Detailansicht
How we learn to trust others
the biopsychology of repeated trust interactions
Lisa Anna Rosenberger
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium NAWI aus dem Bereich Naturwissenschaften (Dissertationsgebiet: Psychologie)
Betreuer*innen
Claus Lamm ,
Michael Naef
DOI
10.25365/thesis.72822
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12286.30969.504365-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ein integraler Bestandteil der Koordinierung unserer sozialen Welt besteht darin, zu lernen Anderen
(nicht) zu vertrauen und unser Verhalten entsprechend anzupassen. Diese Dissertation konzentriert
sich auf die verhaltensbezogenen, psychologischen, neurofunktionalen und klinischen Aspekte dieser
Vertrauenslernprozesse. Die beschriebenen Studien verwenden alle ein wiederholtes Vertrauensspiel
(engl. repeated trust game) als Hauptmethode. Bei dieser Aufgabe lernen zwei interagierende
Personen durch Geldtransfers über mehrere Runden hinweg einander zu vertrauen oder zu
misstrauen. In der ersten Studie erforschten wir das Verhalten von Personen mit einer basolateralen
Amygdala (BLA)-Schädigung. Wir zeigen, dass Nagetiermodelle der BLA-Funktion auf die menschliche
BLA beim Vertrauenslernen anwendbar sind. Insbesondere ist die menschliche BLA kritisch daran
beteiligt, das eigene Vertrauen an vertrauenswürdige und nicht vertrauenswürdige
Interaktionspartner anzupassen. In einer zweiten Studie beschreiben wir, inwieweit psychopathische
Straftäter durch die Einhaltung von Fairnessnormen vertrauensvolle Beziehungen aufbauen.
Insbesondere antisoziale psychopathische Täter (d.h. solche, die hohe Werte beim PCL-R-Faktor 2
aufweisen) halten sich nur selten an die Fairnessnorm, aber das scheint den Aufbau einer
Vertrauensbeziehung nicht zu behindern. Eine dritte Studie beschreibt, wie sich unser Verhalten
gegenüber einem Interaktionspartner verändert, dem wir gelernt haben zu (miss-)vertrauen.
Konkret: Nach etabliertem Misstrauen nimmt unser komfortabler Abstand zu misstrauten
Interaktionspartnern zu. Interessanterweise scheint sich der komfortable Abstand zu einem
vertrauten Interaktionspartner nach dem Aufbau von Vertrauen nicht zu verringern. Schließlich zeigt
eine vierte Studie, wie CT-Faser aktivierende Berührung an sich keinen Einfluss darauf hat, wie
vertrauenswürdig wir uns verhalten. Auch wenn diese so genannte affektive Berührung für die
Bindung mit anderen wertvoll ist, ist anzunehmen, dass der Kontext, in dem die Berührung
stattfindet, entscheidend für ihre positiven Auswirkungen auf andere ist. Diese Erkenntnisse werden
in der vorliegenden Dissertation zusammengeführt und unter dem Leitthema der
Unsicherheitsreduktion diskutiert: Um erfolgreich durch eine soziale Welt voller Unsicherheit zu
navigieren, nutzen wir Vertrauen und Misstrauen, um die Vorhersehbarkeit des Verhaltens unserer
Interaktionspartner zu erhöhen. Indem wir jemandem (nicht) vertrauen, gehen wir davon aus, dass
sich die andere Person (un)vertrauenswürdig verhält, wodurch alle möglichen Handlungen, die die
andere Person ausführen kann, auf eine konkrete (Menge) (un)vertrauenswürdige Handlung(en)
reduziert werden. Das hilft uns, uns nach den bestmöglichen Ergebnissen zu handeln.
Abstract
(Englisch)
An integral part of coordinating our social world is to learn to (dis-)trust others and to adjust our
behaviour accordingly. This thesis focuses on the behavioural, psychological, neurofunctional, and
clinical aspects of these trust learning processes. All of the reported research utilizes a repeated trust
game as the primary method. In this task two interacting people learn through monetary transfers
over multiple rounds to trust or distrust each other. In the first study, we conducted research with a
sample of basolateral amygdala (BLA) damaged individuals. We demonstrate that rodent models of
BLA functioning are applicable to the human BLA during trust learning. Specifically, the human BLA is
critically involved in adjusting one’s trust to trustworthy and untrustworthy interaction partners. In a
second study, we delineate in how far psychopathic offenders establish trusting relationships
through fairness norm adherence. Especially anti-social psychopathic offenders (i.e. those scoring
high on PCL-R Factor 2) only seldom adhere to the fairness norm, but this does not seem to hinder
the establishment of a trusting relationship. A third study describes how our behaviour changes
towards an interaction partner that we have learned to (dis-)trust. Specifically, after established
distrust, our comfortable distance towards distrusted interaction partners increases. Interestingly,
after established trust, the comfortable distance towards a trusted interaction partner does not
appear to decrease. Finally, a fourth study details how CT-fibre activating touch by itself does not
affect how trustworthy we behave. Even though this so-called affective touch is valuable in bonding
with others, it is conceivable that the context in which the touch takes place is crucial for its positive
effects with others. Together, these findings are assembled in this thesis and discussed under the
umbrella of uncertainty reduction: to successfully navigate a social world full of uncertainty, we use
trust and distrust to increase the predictability of our interaction partners´ behaviour. By (dis-
)trusting someone we assume that the other person will behave in a(n) (un-)trustworthy way, which
reduces all the possible actions that the other person can take to one concrete (set of) (un-
)trustworthy action(s). This helps us to behave with the best possible outcome in mind.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
trust amygdala psychopathy interpersonal distance touch
Schlagwörter
(Deutsch)
Vertrauen Amygdala Psychopathie Zwischenmenschlicher Abstand Berührung
Autor*innen
Lisa Anna Rosenberger
Haupttitel (Englisch)
How we learn to trust others
Hauptuntertitel (Englisch)
the biopsychology of repeated trust interactions
Paralleltitel (Deutsch)
Wie wir lernen, anderen zu vertrauen : die Biopsychologie von wiederholten Vertrauensinteraktionen
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
177 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Boris B. Quednow ,
Alan Sanfey
Klassifikationen
AC Nummer
AC16112773
Utheses ID
57792
Studienkennzahl
UA | 796 | 605 | 298 |
