Detailansicht

The meaning of dying
Felipe Gonzalez - Tubio Machado
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Joint Degree Programme MEi :CogSci Cognitive Science
Betreuer*in
Alexander Batthyány
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.65341
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20500.78108.239571-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Menschen wissen, dass sie eines Tages sterben werden. Die potenzielle Angst, die dieses Wissen hervorruft, und wie menschliche Einstellungen und Verhaltensweisen mit dem Terror der Todesangst umgehen, wurde von der Terror Management Theory (TMT) eingehend untersucht. Aber die Menschen wissen mehr als die Unvermeidlichkeit ihres eigenen Todes. Sie wissen auch, dass sie einen Planeten in einem expandierenden Universum bewohnen. Die Menschen sind sich nicht mehr sicher über die Annahmen, die sie einst über die Struktur der Realität hatten; demzufolge könnte das Sinngefühl, das sich aus diesen Annahmen ergeben kann, gefährdet sein. Dies schafft einen weiteren potenziellen Aspekt für existenzielle Angst: die Gefahr der Sinnlosigkeit. TMT versteht die Sinnhaftigkeit grundsätzlich als ein Instrument, mit dem Menschen ihre Sterblichkeit leugnen, und argumentiert, dass die Gefahr der Sinnlosigkeit nur existenziellen Terror erzeugen würde, sofern sie den Einzelnen der Gefahr des Todes aussetzt. Diese Masterarbeit schlägt vor, dass die Gefahr der Sinnlosigkeit als ein grundlegenderes Element im existenziellen Spektrum betrachtet werden sollte und argumentiert, dass sie genauso viel existenziellen Terror (oder sogar mehr) hervorrufen kann wie die Todesangst. Um die Hypothese zu überprüfen, dass die Gefahr der Sinnlosigkeit die Todesangst bei der Erzeugung existenziellen Terrors übertreffen kann, wurde eine Studie mit 300 Teilnehmern durchgeführt. Sie wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt, in welchen sie einem gefälschten wissenschaftlichen Artikel ausgesetzt waren und entweder für die Existenz eines Jenseits ohne Sinn (sinnlose Unsterblichkeit) einstehen sollten; gegen die Existenz eines Jenseits argumentieren, wohl aber die Sterblichkeit als Aufruf zur Sinnfindung sehen sollten (sinnvolle Sterblichkeit); oder eine aversive Kontrollbedingung (Zahnschmerzen) bedenken sollten. Sie wurden später an den Tod oder Zahnschmerzen erinnert, wie es üblicherweise im experimentellen Design der Terror-Management-Theorie gehandhabt wird. Terror-Management-Prozesse wurden als Funktion der Bewertung und Präferenz für politische Kandidaten gemessen, die psychologische Strategien zur Bewältigung des produzierten Terrors anbieten können. Als Bestätigung für die Vorhersage dieser These zeigten männliche Teilnehmer mit geringem Selbstwertgefühl eine erhöhte Präferenz für den beziehungsorientierten Leader in der sinnlosen Unsterblichkeitsbedingung, wenn verglichen mit Zahnschmerzen Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Gefahr der Sinnlosigkeit die Todesangst bei der Erzeugung von Terror-Management-Prozessen übertreffen könnte und, dass der Sinn über das Versprechen der Unsterblichkeit bei der Reduzierung des existenziellen Terrors triumphieren könnte. Den Tod zu akzeptieren und ernst zu nehmen, könnte auch eine Möglichkeit sein, der Existenz einen Sinn zu geben. In diesem Zusammenhang könnte ein Gefühl der Sinnhaftigkeit nicht nur ein Instrument sein, um den Tod zu leugnen, sondern der Tod gar ein Instrument sein, um Sinnhaftigkeit zu erlangen.
Abstract
(Englisch)
Humans know that one day they are going to die. The potential anxiety that this knowledge produces and how human attitudes and behavior manage the terror created by the threat of death has been vastly studied by Terror Management Theory (TMT). But humans know more than the inevitability of their own demise. They also now know they inhabit a relatively small planet in an expanding universe. They are no longer certain about the assumptions they once had about the structure of reality, and as a consequence, the sense of significance they derive from those assumptions might be at risk. This creates yet another potential aspect for existential anxiety - the threat of meaninglessness. TMT has seen meaning fundamentally as a tool that humans use to deny their mortality, arguing that the threat of meaninglessness would only produce existential terror, insofar as it exposes individuals to the very threat of death. This master's thesis proposes that the threat of meaninglessness should be considered as a more fundamental element in the existential spectrum, arguing that it can produce as much existential terror (or even more) than the threat of death. To test the hypothesis that the threat of meaninglessness can surpass the threat of death in producing terror management processes a study was conducted with 300 participants. They were randomly assigned into 3 conditions in which they were exposed to a bogus scientific article arguing either in favor of the existence of an afterlife, but devoid of meaning (meaningless immortality); against the existence of an afterlife, but seeing mortality as a call to achieve meaning (meaningful mortality); or an aversive control condition (dental pain). They were later reminded of death or dental pain as typically done in terror management theory experimental design. Terror management processes were measured as a function of evaluation and preference for political candidates that can offer psychological strategies to cope with the produced terror. Confirming the prediction of this thesis, male participants with low-self esteem showed an increased preference for the relationship-oriented leader in the meaningless immortality condition when compared to the Dental Pain control group. These results suggest (that the threat of meaninglessness might surpass the threat of death in producing terror management processes and) that meaning might triumph over the promise of immortality in reducing existential terror. Accepting death and taking it seriously might also be a way of bringing the urge to meaning into existence. Perhaps meaning is not just a tool to deny death, but rather death is a tool to achieve meaning.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Meaning Death Terror Management Theory Existential Terror
Schlagwörter
(Deutsch)
Bedeutung Tod Terror Management Theorie Existenzielle Angst
Autor*innen
Felipe Gonzalez - Tubio Machado
Haupttitel (Englisch)
The meaning of dying
Paralleltitel (Deutsch)
Die Bedeutung des Sterbens
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
xi, 53 Seiten : Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Alexander Batthyány
Klassifikationen
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft ,
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.99 Wissenschaft und Kultur allgemein: Sonstiges ,
08 Philosophie > 08.42 Kulturphilosophie ,
77 Psychologie > 77.05 Experimentelle Psychologie ,
77 Psychologie > 77.45 Motivationspsychologie ,
77 Psychologie > 77.69 Sozialpsychologie: Sonstiges ,
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse: Allgemeines
AC Nummer
AC16134916
Utheses ID
57879
Studienkennzahl
UA | 066 | 013 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1