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Hinter der Maske des Feldherrn
szenische und charakterorientierte Aspekte zur Agamemnonfigur bei Aischylos, Sophokles und Euripides
Raimund Merker
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Herbert Bannert
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29866.39207.423765-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht die Figur des Agamemnon bei Aischylos, Sophokles und Euripides. Ausgehend von der Annahme, dass wir aus dem überlieferten antiken Dramenmaterial samt seiner Ermangelung an Regieanweisungen nur cum grano salis tiefere Rückschlüsse auf das Wesen und den Charakter einer griechischen Tragödienfigur ziehen können, wird unter dem Gesichtspunkt einer heutigen und praxisorientierten Dramaturgen- und Regiearbeit der Versuch unternommen, den Wesenskern unseres Feldherrn sicht- und greifbarer zu machen. Aischylos’ Agamemnon-, Sophokles’ Aias- und Euripides’ Iphigenie auf Aulis-Tragödie dienen als dramatische Vorlagen, wobei neben dem analysierten szenischen Moment vorzugsweise die expliziten und impliziten Informationen fast aller Figuren einer Tragödie in die Interpretation des Agamemnon- profils miteinfließen. Dem Thema selbst wird, neben einem komprimierten Abriss der chronologischen Entwicklung des Menschenbildes und des Individualitätsverständnisses in der griechischen Literatur, ausgehend vom homerischen Epos, über prägnante Beispiele der Lyrik des 7. und 6. Jhs. bis hin zu den drei Tragikern, das Figurenproblem in der antiken Geistesgeschichte im Kapitel „Voraussetzungen“ vorangestellt, um die übergreifenden begrifflichen Aspekte einer knappen Analyse zu unterziehen. In diesem Zusammenhang wird auch summarisch auf die beiden wesentlichen antiken Schriften zur Dichtungstheorie von Aristoteles und Q. Horatius Flaccus eingegangen und ihre Bedeutung diskutiert. Abgerundet wird diese Dissertation von einem sogenannten Storyboard, wie es zur Visualisierung bei Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen Usus ist. Am Beispiel des aischyleischen Agamemnons sollen die homogenen Verschmelzungen von Werktreue und antiker Spielmodi mit heutigen Theatermitteln konstruktiv verdeutlicht werden.
Abstract
(Englisch)
At the centre of this thesis is the figure of Agamemnon in texts by Aeschylus, Sophocles and Euripides. Based on the assumption that we can only draw more profound conclusions cum grano salis from handed-down ancient dramatic material with little stage direction about the nature and character of a figure in Greek tragedy, an attempt is made to make the quintessence of our commander more viewable and more perceivable from the point of view of the modern and practice-oriented work of dramatists and directors. Aeschylus’ Agamemnon tragedy, Sophocles’ Aias tragedy and Euripides’ Iphigenia in Aulis tragedy serve as dramatic models, whereby, apart from the analysed scenic moment, the explicit and implicit information of almost all figures of a tragedy is preferably introduced into the interpretation of Agamemnon’s profile. The topic as such is prefaced with the character problem in the ancient history of ideas in the chapter “Voraussetzungen – Prerequisites” in order to briefly analyse the overall conceptual aspects alongside a condensed synopsis of the chronological development of the idea of man and the understanding of individuality in Greek literature, starting from the Homeric epic, via succinct examples of lyric poetry of the 7th and 6th centuries, through to the three tragedians. In this context, the two essential ancient scripts on the poetry theory of Aristotle and Horace are also summarily investigated and their meaning discussed. The dissertation is completed with a so-called storyboard, as is common for the visualisation of film, TV, and theatre productions. Using the example of Aeschylus’ Agamemnon, the homogenous fusion of faithfulness to the original and ancient play modes are depicted and constructively illustrated with modern theatre resources.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Ancient theatre
Schlagwörter
(Deutsch)
Antikes Theater
Autor*innen
Raimund Merker
Haupttitel (Deutsch)
Hinter der Maske des Feldherrn
Hauptuntertitel (Deutsch)
szenische und charakterorientierte Aspekte zur Agamemnonfigur bei Aischylos, Sophokles und Euripides
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
312 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Herbert Bannert ,
Gerhard Dobesch
Klassifikation
15 Geschichte > 15.27 Griechische Welt
AC Nummer
AC07452031
Utheses ID
5809
Studienkennzahl
UA | 092 | 310 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1