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Zwischen Emphase und Resignation
zur politischen Handlungsfähigkeit der 68er-Bewegung in der westlichen Industriegesellschaft
Emanuel Simon Czermak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Oliver Marchart
DOI
10.25365/thesis.65587
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15213.45622.993761-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit soll anhand der Frage, wie die Arbeiterklasse ihrer Rolle als historischer Träger der Revolution verlustig gehen konnte und wie in der Folge die StudentInnen auf den Plan traten, der politische Diskurs der Neuen Linken in Frankreich und Deutschland zur Zeit von 1968 ermittelt werden. Mittels der exzessiven Marx-Exegese unter den intellektuellen Vorbereitern und Wegbegleitern soll geklärt werden, wie die Produktionsverhältnisse in der modernen Industriegesellschaft beschaffen sind, so dass die Arbeiterklasse ihrer bisherigen Funktion als treibendes agens der Revolution nicht mehr nachkommen konnte und warum die StudentInnen davon ausgenommen waren.
Aufgrund der Thematik spaltet sich die Arbeit in zwei Teile, wobei der erste und kürzere Teil die Analyse bestimmter Theoretiker zur schwindenden Handlungsmacht der Arbeiterklasse in der modernen Industriegesellschaft nachzeichnet und der zweite Teil die Bestrebungen der StudentInnen, das von der Arbeiterklasse hinterlassene Vakuum zu besetzen, zum Inhalt hat.
Während die undogmatische Auslegung der Frühschriften Karl Marxs durch Vertreter der Frankfurter Schule die Bewegung in Deutschland entscheidend prägte, war es in Frankreich die Situationistische Internationale, die eine theoretische Öffnung des Marxismus einleitete, indem sie ihn mit Psychoanalyse, Existentialismus, Dadaismus und Surrealismus in Verbindung brachte. Durch diese theoretische Vorarbeit rückten Georg Lukacs Verdinglichungstheorie und der Begriff der „Entfremdung“ wieder verstärkt in den Mittelpunkt.
Marxs Überlegungen zum Warenfetischismus und Lukacs Verdinglichungsbegriff liefern die Bausteine zu einem Gesellschaftsbild, in dem die Ware und ihr Tauschwert zum alleinigen identitätsstiftenden Merkmal der Gesellschaft verabsolutiert werden. Der Möglichkeitsraum zu freiem und selbstbestimmtem Handeln reduziert sich dadurch auf ein Maß, dass dem revolutionär gestimmten Subjekt einzig die Fundamentalopposition als politische Haltung plausibel erscheinen lässt. Nur in der radikalen Ablehnung und Verneinung des herrschenden Produktions- und Distributionssystems kann sich ein Ausweg aus der aufgezwungenen Handlungsunfähigkeit öffnen.
Nachdem weite Teile der Arbeiterklasse in den modernen Konsumkapitalismus integriert sind, obliegt es der jungen Intelligenz im Verbund mit den Randgruppen (und sozial Ausgegrenzten) der vom Kapital ausgehenden Verhängnislogik mittels einer Reihe verschiedener aktionistischer Maßnahmen etwas entgegenzusetzen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
68er Bewegung Politische Handlungsfähigkeit
Autor*innen
Emanuel Simon Czermak
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Emphase und Resignation
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur politischen Handlungsfähigkeit der 68er-Bewegung in der westlichen Industriegesellschaft
Paralleltitel (Englisch)
Between emphasis and resignation
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
90 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Oliver Marchart
AC Nummer
AC16140579
Utheses ID
58090
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
