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Az irodalmi intézmény kezdetei Magyarországon
értelmiségi társaságok a középkorban és a kora újkorban
Anita Marko
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Hungarologie)
Betreuer*in
Andrea Seidler
Mitbetreuer*in
Iván Horváth
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.65600
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30831.39651.448761-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Besonders für mittelalterliche und frühneuzeitliche Formen der literarischen Tätigkeit gilt, dass die Gruppenbildung einen separaten öffentlichen Raum bietet, in dem die Mitglieder der Gruppe die Rolle und die kulturelle Identität der literarischen Tätigkeit verwirklichen können. Die ungarische Literaturgeschichte weist auch mehrere solche enge oder lose literarische Kreise und Schriftstellergruppen auf. Anhand der bisherigen Fachliteratur, stellten die schon hierarchisierten, akademischen und literarischen Kreisen und Salons im 18. Jahrhundert die ersten relevanten Zentren des literarischen Lebens dar. Laut meiner These, tritt dieses Bedürfnis nach einem organisierten literarischen Leben schon im 15. Jahrhundert auf. Um diese zu untermauern, beabsichtigte ich mit meiner Forschung die Tätigkeit der ungarischen Poeten- und Schriftstellergesellschaften im Mittelalter und im Zeitalter der Renaissance zu analysieren. Das Ziel meiner Dissertation war es, den Beginn dieser frühen Gruppierungen, die sich von jener der Aufklärungszeit unterschieden, zu erforschen. In meiner Forschung beschäftige ich mich gezielt mit der Epoche der ungarischen Literatur von 1000 bis 1600. Die Forschungsfrage, die meiner Arbeit zugrunde liegt, war die folgende: Ab wann finden sich erste Spuren literarischer Zusammenschlüsse in Ungarn? Um dies beantworten zu können, musste ich zunächst feststellen, welche Art von Kontakten die Netzwerke des literarischen Lebens überhaupt definierten und was für ein Modell diese Kollektive bildeten. Mein Ausgangspunkt war, diese frühen Gruppen als kulturelle Knotenpunkte zu sehen. Um den vorliegenden Quellenkorpus analysieren zu können, verwendete ich die Methoden der Netzwerkforschung, und diese führten mich zu der Frage, wie wir diese Gesellschaften als ein Netzwerk in einem Graph visualisieren und analysieren können, um dadurch neue Informationen über die Wirkung und die Identität der Literaten zu erhalten. Vorliegende Doktorarbeit baut auf die folgenden Arbeitsschritte auf: 1. die Ausarbeitung des theoretischen und methodischen Rahmens für die Anwendbarkeit der Netzwerkforschung in der Literaturgeschichte; 2. die Ausarbeitung einer Definition der literarischen Gruppen, die differenzierende Gruppierungsgrade berücksichtigt; 3. die Untersuchung der gemeinschaftsbestimmenden Motive der Zusammenschlüsse, die zwischen 1400 und 1600 literarische Aktivitäten in Ungarn betrieben; 4. eine Analyse des vielschichtigen Netzwerks von Personen, die mit den alten, zwischen 1473 und 1600 veröffentlichten ungarischen Drucken in Verbindung standen. Daneben legte ich eine Datenbank an, um die Visualisierung und Analyse der zu berücksichtigenden Gesellschaften durchführen zu können. Ich erstellte ein relationales Datenmodell, und arbeitete die Metadaten der auf Ungarn bezogenen gedruckten Publikationen und ihrer Autoren, Drucker und Mitwirkender zwischen 1473 und 1600 auf. Die Daten wurden anhand der ungarischen Quellenedition Régi magyarországi nyomtatványok 1473–1600 (RMNy I.) und des zusätzlichen RMNy-Supplementums festgelegt und beschrieben. Die Zubereitung der Datenbank und die Datenverarbeitung gelten als eine grundlegende Aufgabe der Dissertation. Die in der Dissertation durchgeführte Netzwerkanalyse zeigt, dass bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ein Netzwerkzentrum all derjenigen zustande kam, die an literarischen Aktivitäten beteiligt waren. Dieses Zentrum konnte die auf verschiedenen Gattungen, Konfessionen und institutionellen Beziehungen basierten Teilnetzwerke erfolgreich miteinander verbinden. Es wurde ein mehrschichtiges Netzwerk von Beziehungen aufgebaut, das den Bestand des literarischen Lebens sicherte.
Abstract
(Englisch)
Especially for medieval and early modern forms of literary activity, group formation offers a separate public space in which the members of the group can establish the role and cultural identity of literary activity. The narrative of the Hungarian literature history offers a lot of exclusive or broader literary circles and poet groups. The scientific literature says that the emergence of literary groups and literary convention marks the beginning of the modern literary life in the 18th century and it was then that the first relevant Hungarian (and Hungarian written) literature centers which are hierarchical, academic and literary circles or salons appeared. Despite of this affirmation, my investigations led me to the realization that the first intentions to establish organized literary life already appeared in the 15th century. In this presentation I would like to analyze how these early literary groups (between 1400-1600) function in Hungary. The following research questions are the basis for my presentation. First, I would like to know when the first traces of these literary groups appeared. To find an answer I have to explore what types of relationships defined the networks of the literary life and what kind of model they had. I consider as my starting point that these early collectives of literates can be seen as cultural hubs. I plan to present what kind of cultural models were represented by the Hungarian circles and companies in the Renaissance. One of the main goals of my dissertation is to create a definition that can describe the early forms of intellectual groups, as well. I would like to define the different types of literary and scholarly group activities, and research what kind of networks worked on the field of the medieval and early modern literary activities – such as writer’s or poetry guilds, poetry competitions or humanist sodalitas. After making definitions and typology I aim to analyze the models and networks using network science methods. With this interpretation frame we can find the groups of early Hungarian intellectuals (for example the collectives of János Vitéz or István Radéczy), which were created with the conscious intent of networking and where the members would like to connect to the European cultural and literary tradition. This doctoral thesis is based on the following tasks: 1. the elaboration of the theoretical and methodological framework that enables the application of network research in literary history; 2. the elaboration of a definition of literary groups that takes different degrees of group activity; 3. the investigation of the community-defining motives of the associations that carried out literary activities in Hungary between 1400 and 1600; 4. an analysis of the complex network of people connected to the old Hungarian prints published between 1473 and 1600. In addition, I created a database in order to be able to carry out the visualization and analysis of the companies to be considered. I created a relational data model and processed the metadata of the printed publications related to Hungary and their authors, printers and contributors between 1473 and 1600. The data were determined and described using the Hungarian source edition Régi magyarországi nyomtatványok 1473–1600 (RMNy I.) and the additional RMNy supplement. The preparation of the database and the data processing are considered to be a fundamental task of the dissertation. The network analysis in the dissertation shows that by the end of the 16th century a network center was established for all those who were involved in literary activities. This center was able to successfully connect the sub-networks based on different genres, denominations and institutional relationships. A multilayered network of relationships was established that ensured the continuity of literary life.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Hungarian literature Renaissance literature network network analysis
Schlagwörter
(Deutsch)
Ungarische Literatur Renaissance Literatur Netzwerkanalyse Netzwerk
Autor*innen
Anita Marko
Haupttitel (Ungarisch)
Az irodalmi intézmény kezdetei Magyarországon
Hauptuntertitel (Ungarisch)
értelmiségi társaságok a középkorban és a kora újkorban
Paralleltitel (Deutsch)
Der Beginn der institutionalisierten Literatur in Ungarn: die Gesellschaften der Intellektuellen im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit
Paralleltitel (Englisch)
Beginnings of the institutional literature in Hungary: groups of intellectuals in the Middle Ages and in the Early Modern Period
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
310 Seiten, 28 ungezählte Seiten : Diagramme
Sprache
Ungarisch
Beurteiler*innen
István Monok ,
Endre Hárs
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.03 Methoden und Techniken der geisteswissenschaftlichen Forschung ,
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.91 Literatursoziologie ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen allgemein > 18.83 Ungarische Sprache und Literatur ,
54 Informatik > 54.64 Datenbanken
AC Nummer
AC16159410
Utheses ID
58103
Studienkennzahl
UA | 792 | 381 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1