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Österreich enthüllt
ein Streifzug durch Österreichs Verbote der Verhüllung des Gesichtes und des Hauptes
Adrian Hell
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Elisabeth Holzleithner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70593
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15212.28686.299864-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation befasst sich mit Österreichs Verboten der Verhüllung des Gesichtes und des Hauptes, namentlich dem am 1. Oktober 2017 in Kraft getretenen Anti Gesichtsverhüllungsgesetz (AGesVG), dem Art 3 Abs 1 der im Dezember 2018 kundgemachten Vereinbarung gem Art 15a B-VG zwischen dem Bund und den Ländern über die Elementarpädagogik (für Kindergärten) und dem in das Schulunterrichtsgesetz neu eingefügten und am 26. September 2019 in Kraft getretenen § 43a (für Grundschulen). Während das AGesVG ein neutrales und generelles Verbot statuiert, im öffentlichen Raum seine Gesichtszüge durch Kleidung oder andere Gegenstände zu verhüllen, untersagen die anderen beiden rechtlichen Maßnahmen Kindern in Kindergärten und an Grundschulen das Tragen weltanschaulich oder religiös geprägter Bekleidung, mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist. Den Ausgangspunkt der Arbeit bildete das AGesVG, genauer gesagt die Diskrepanz zwischen dem vorgeblichen Ziel des Gesetzes (neutrales und generelles Verbot der Verhüllung des Gesichts) und dem in der öffentlichen Debatte benannten Ziel (‚Burkaverbot‘). Diese Diskrepanz wiederholt sich entlang der rechtlichen Maßnahmen in Kindergärten und an Grundschulen, indem die gesetzlichen Regelungen neutral von Bekleidung, „mit der eine Verhüllung des Hauptes verbunden ist“, sprechen, in der öffentlichen Debatte aber vermehrt von einem ‚Kopftuchverbot‘ die Rede war. Aus der anleitenden Forschungsfrage ‚Warum Gesichtsschleier verboten, Bärte aber erlaubt sind‘, resultierten die zentralen Zielsetzungen der Arbeit: Der benannten Diskrepanz aus verschiedenen Blickwinkeln auf den Grund zu gehen, die dahinterliegenden (hegemonialen) Denkmuster und Machterhaltungsmechanismen zu ‚enthüllen‘ und die Bedingungen für Selbstbestimmtheit zu analysieren. Der Aufbau der Arbeit widmet sich zunächst dem Gesichtsverhüllungsverbot des AGesVG und beinhaltet eine Analyse der Gesetzgebungsmaterialien, des Gesetzestextes, der Anwendungspraxis sowie der Grundrechtskonformität. Analog dazu werden sodann die Verbote der „Verhüllung des Hauptes“ für Kinder an Grundschulen und in Kindergärten analysiert, gefolgt von einer Judikaturanalyse (EGMR, EuGH, OGH, deutsches BVerfG, etc) zur Frage der Zulässigkeit von Verboten, am Arbeitsplatz religiöse Kopfbedeckungen oder andere religiöse oder weltanschauliche Symbole zu tragen. Mit einer Reflexion wird schließlich zu der Frage zurückgekehrt, warum es Männern zusteht, ihr Gesicht (durch Bärte) und ihr Haupt (womit auch immer) zu verhüllen, nicht jedoch Frauen, ihr Gesicht mit einem Schleier und ihr Haupt durch ein Tuch zu verhüllen. Die Arbeit endet mit einem abschließenden Fazit.
Abstract
(Englisch)
This doctoral thesis deals with Austria's prohibition of covering the face and head, namely the Anti Facial Covering Act (AGesVG), which came into force on October 1, 2017, Article 3 Paragraph 1 of the agreement according to Article 15a B-VG between the federal government and the federal states on elementary education (for kindergartens), announced in December 2018, and the newly-added Paragraph 43a of the School Education Act (for primary schools), which entered into force on September 26, 2019. While the AGesVG stipulates a neutral and general ban on covering one’s facial features with clothing or other objects in public spaces, the other two legal measures prohibit children in kindergartens and elementary schools from wearing ideological or religious clothing, which includes the covering of the head. The starting point of the thesis was the AGesVG, more precisely the discrepancy between the purported goal of the law (neutral and general ban on the covering of the face) and the goal cited in the public discourse (‘burqa ban’). This discrepancy is repeated in the legal measures for kindergartens and at primary schools, in that the legal regulations speak neutrally of clothing “with which the head is covered”, but in public debates there was increasing talk of a ‘headscarf ban’. The guiding research question ‘Why face veils are forbidden but beards are allowed’ resulted in the main objectives of the work: To get to the bottom of the cited discrepancy from different perspectives, to ‘reveal’ the underlying (hegemonic) thought patterns and mechanisms of power retention and to analyse the conditions for self-determination. The structure of the thesis is initially devoted to the AGesVG's ban on face covering and includes an analysis of the legislative materials, the legal text, the implementation in practice and conformity with fundamental rights. Similarly, the prohibitions on “covering the head” for children in primary schools and kindergartens are then analysed, followed by a judicial analysis (EGMR, EuGH, OGH, German BVerfG, etc) on the question of the admissibility of prohibitions on wearing religious headgear or other religious or ideological symbols at work. The following section returns to and reflects on the question of why men are allowed to cover their faces (with beards) and their heads (with whatever), but women are not permitted to cover their faces with a veil and their heads with a headscarf. The thesis ends with a conclusion.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Prohibition of covering the face and head Anti Facial Covering Act AGesVG Burqa ban Burqa Headscarf Symbol politics Autonomy
Schlagwörter
(Deutsch)
Verhüllungsverbot Gesichtsverhüllungsverbot Kopftuchverbot Anti-Gesichtsverhüllungsgesetz AGesVG Burkaverbot Burka Kopftuch Symbolpolitik Autonomie
Autor*innen
Adrian Hell
Haupttitel (Deutsch)
Österreich enthüllt
Hauptuntertitel (Deutsch)
ein Streifzug durch Österreichs Verbote der Verhüllung des Gesichtes und des Hauptes
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
XIV, 193 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Silvia Ulrich ,
Anna Katharina Mangold
Klassifikationen
86 Recht > 86.02 Rechtsphilosophie ,
86 Recht > 86.43 Öffentliches Recht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.44 Staatsrecht, Verfassungsrecht: Allgemeines ,
86 Recht > 86.45 Grundrechte ,
86 Recht > 86.85 Menschenrechte
AC Nummer
AC16269064
Utheses ID
58106
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1