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Wim Wenders geht nirgendwo hin - das offene Ende als letzte Konsequenz
Nele Meissner
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Theater-, Film- und Medienwissenschaft)
Betreuer*in
Christian Schulte
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30829.69559.619164-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
„Wim Wenders geht nirgendwo hin“ – der Titel dieser Arbeit kommt nicht von ungefähr. Er hat seinen Ursprung in einer Aussage, die Wenders einmal über seine Filmfiguren traf. Sie gehen nirgendwo hin, sagte er, und meinte damit, dass sie ohne ein bestimmtes Ziel unterwegs seien, auf ihren Wegen, in seinen Filmen. Dieses Unterwegssein zieht auch Wenders selbst in seiner Regiearbeit dem Ankommen vor. Insbesondere die von ihm als ‚A-Filme‘ definierten Werke, die im Gegensatz zu den ‚B-Filmen‘ weitestgehend ohne Drehbuch entstanden sind, scheinen prädestiniert zu sein, „nirgendwo hin“ zu führen. Sie sind Gegenstand des ersten Filmanalyse-Teils dieser Abhandlung und haben zu der Überlegung geführt, dass gerade auch der Anfang von Bedeutung ist, wenn das Ende offen ist und bleibt. Macht sich Wenders in den behandelten Filmen unter 5.1 (IM LAUF DER ZEIT und DER STAND DER DINGE) ohne schriftlich fixierte Grundlage auf den Weg, steckt von Anfang an bzw. bereits vor dem Anfang der Filmarbeiten eine bestimmte Absicht dahinter: soviel wie möglich Vorgefundenes mit in den Film einfließen zu lassen, den Wenders dann gefühlt einfach laufen lässt, bereit, seinem mäandernden Strom zu folgen. Als „Entdecker“ dieser Filme tritt er dabei in Erscheinung. Sein „Orts-Sinn“ führt ihn an immer wieder neue Orte, die ihm ihre Geschichte „in Auftrag“ zu geben scheinen. Dass – so besagt es der Titelzusatz dieser Arbeit – das offene Ende die letzte Konsequenz in den Wenders-Filmen ist, macht auch der zweite Analyse-Part (5.2) deutlich. Aus der Untersuchung der Filme ALICE IN DEN STÄDTEN und FALSCHE BEWEGUNG anhand von Roadmovie-Theorien geht hervor, dass die Bewegung in den Filmen primär durch das Umsteigen der Protagonisten von einem Fortbewegungsmittel ins nächste gekennzeichnet ist. Diese Bewegung ist eine andauernde, fortwährende, die nicht zum Stehen kommt und sich somit auch am Ende über ein mögliches Ende hinaus erstreckt. Doch nicht nur ein Ende wird hier quasi verunmöglicht, sondern auch im Hinblick auf den Anfang ist kaum auszumachen, woher diese Bewegung kommt, die in der Folge als Film gewordenes Bewegungs-Bild im Deleuze’schen Sinne in Erscheinung tritt. Auch im dritten und letzten praxisbezogenen Kapitel (5.3) stehen Fragen rund um Anfang, Ende und vor allem das Thema Bewegung im Mittelpunkt, wenn es darum geht, aus Wenders’ Perspektive einen Ausblick auf die Zukunft des Films zu werfen. Mit seinen Ausführungen zu BIS ANS ENDE DER WELT und CHAMBRE 666 geschieht dies aus Blickwinkeln von 1991 und 1982. Doch auch die hier gestellte Endzeit-Frage und die gezeigte Endzeit-Vision lassen letztlich keinen anderen Schluss zu: Das Ende ist offen. Und das bleibt auch so. Denn Enden an sich wäre der falsche Schluss …

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Wim Wenders film endings road movies Im Lauf der Zeit Der Stand der Dinge Alice in den Städten Falsche Bewegung Bis ans Ende der Welt Chambre 666 Gilles Deleuze Siegfried Kracauer
Schlagwörter
(Deutsch)
Wim Wenders poetologische Filmwissenschaft offene Filmenden Roadmovies Im Lauf der Zeit Der Stand der Dinge Alice in den Städten Falsche Bewegung Bis ans Ende der Welt Chambre 666 Gilles Deleuze Siegfried Kracauer
Autor*innen
Nele Meissner
Haupttitel (Deutsch)
Wim Wenders geht nirgendwo hin - das offene Ende als letzte Konsequenz
Publikationsjahr
2020
Umfangsangabe
197 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Brigitte Marschall ,
Georg Tscholl
Klassifikationen
24 Theater, Film, Musik > 24.00 Theater, Film, Musik: Allgemeines ,
24 Theater, Film, Musik > 24.12 Regie, Dramaturgie ,
24 Theater, Film, Musik > 24.30 Film: Allgemeines ,
24 Theater, Film, Musik > 24.37 Film: Sonstiges
AC Nummer
AC16221213
Utheses ID
58235
Studienkennzahl
UA | 792 | 317 | |
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