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Anglizismen beim Simultandolmetschen
eine korpusbasierte Analyse im Sprachenpaar Deutsch-Ungarisch
Balázs Tamás Torday
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Ungarisch Deutsch
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.66157
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17613.04130.118977-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel der vorliegenden Masterarbeit ist es, den Umgang mit Anglizismen bei deren Simultanverdolmetschung aus dem Deutschen ins Ungarische zu untersuchen. Anglizismen sind heute dank der weltweit führenden Rolle des Englischen in zahlreichen Sprachen zu finden. Auch im Deutschen erfreuen sie sich großer Beliebtheit, insbesondere in der Politik. Zudem stellen sie beim Simultandolmetschen eine große Hilfe dar, da man durch die Bewahrung der Wortformen viel Zeit und Energie sparen kann. Trotzdem sind ungarische DolmetscherInnen bei der Übertragung solcher Ausdrücke immer mit einer translatorischen Dichotomie konfrontiert, da englischsprachige Entlehnungen im Ungarischen – einer kleinen Sprache mit einer besonders hohen Anzahl an seit Jahrhunderten geschätzten heimischen Wörtern – häufig fremd wirken und daher, selbst in internationalen Settings, weniger verbreitet sind als im Deutschen. Wie gehen also DolmetscherInnen mit dieser Situation um? Wählen sie Anglizismen oder Nicht-Anglizismen? Wie beeinflussen die Eigenschaften der jeweiligen englischsprachigen Ausdrücke ihre Übertragung ins Ungarische? Führt das Dilemma zu Auslassungen, Redefluss-Störungen oder sonstigen Fehlern? Die Beantwortung dieser Fragen erfolgte im Rahmen einer korpusbasierten Analyse 36 ausgewählter und transkribierter Reden, die von deutschsprachigen PolitikerInnen bei den EP-Plenarsitzungen gehalten und von professionellen DolmetscherInnen ins Ungarische übertragen wurden. Um die Erkenntnisse der früheren Forschung durch im Laufe einer systematischen Untersuchung gewonnene Ergebnisse zu ergänzen, wurden die Originalausdrücke und ihre Dolmetschungen mithilfe eines für den vorliegenden Zweck überarbeiteten Modells, das nach Toury (1995), Pedersen (2005) sowie Shlesinger & Malkiel (2005) in einer Vorarbeit von Birkus (2015) aufgestellt wurde, in Kategorien und Strategien eingeteilt. Anhand der Ergebnisse lässt sich feststellen, dass die Verwendung bzw. Nicht-Verwendung von Anglizismen bei EU-Termini stark vom institutionellen Rahmen beeinflusst wurde. Außerhalb des EU-Kontexts fanden vor allem jene Anglizismen Verwendung, die im Ungarischen mindestens so geläufig sind wie ihre heimischen Entsprechungen, gegenüber welchen sie dank ihrer beim Simultandolmetschen vorteilhaften Eigenschaften bevorzugt wurden. Die große Anzahl an Redefluss-Störungen und Auslassungen zeigt gleichzeitig die Schwierigkeiten der Anglizismenübertragung, die ein bisher wenig erforschtes, im heutigen Globalisierungszeitalter jedoch hochaktuelles translatorisches Gebiet darstellt.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis aims to find out how anglicisms are dealt with when they are interpreted simultaneously from German into Hungarian. Due to the global leading role of English, anglicisms can now be found in many languages. These words are also highly popular in German, especially in the area of politics. Furthermore, they are very useful in simultaneous interpreting, as preserving word forms can help save time and energy. Nevertheless, Hungarian interpreters always face a dichotomy when interpreting such expressions. This is because of the Hungarian language, which is a small language with an especially high number of native words having been preserved for centuries. As a result, anglicisms often sound strange in Hungarian and are not used as frequently as in German, even in international settings. How do Hungarian interpreters cope with this situation? Do they choose anglicisms or non-anglicisms? Will the characteristics of the English words influence their transfer into Hungarian? Will the dilemma lead to omissions, disfluencies and other errors? These questions were answered in a corpus-based analysis of 36 selected and transcribed speeches given by German-speaking politicians at EP plenary sessions and interpreted by professional interpreters into Hungarian. In order to complement current knowledge by obtaining results in a systematic analysis, the original expressions and their interpretations were divided into categories and strategies with the help of a model following Toury (1995), Pedersen (2005) and Shlesinger & Malkiel (2005) that was set up in a previous thesis by Birkus (2015) and has been revised for present purposes. The results show that the use of anglicisms during the interpretation of EU terms was largely influenced by the institutional setting. For topics beyond the EU context, interpreters chose such anglicisms that are at least as common in the language as their Hungarian equivalents, to which they were preferred due to their advantages for simultaneous interpreters. The large number of disfluencies and omissions indicates the difficulties of interpreting anglicisms, which is a little-studied but highly important topic in interpreting in the modern era of globalisation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Anglicisms Simultaneous interpreting EP plenary sessions
Schlagwörter
(Deutsch)
Anglizismen Simultandolmetschen EP-Plenarsitzungen
Autor*innen
Balázs Tamás Torday
Haupttitel (Deutsch)
Anglizismen beim Simultandolmetschen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine korpusbasierte Analyse im Sprachenpaar Deutsch-Ungarisch
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
294 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.04 Englische Sprache ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.09 Deutsche Sprache ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.83 Ungarische Sprache und Literatur
AC Nummer
AC16341741
Utheses ID
58601
Studienkennzahl
UA | 070 | 381 | 331 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1