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Subjektivierende Bildung oder bildende Subjektivierung?
Subjekttheoretische Perspektiven in Hans-Christoph Kollers Theorie der transformatorischen Bildungsprozesse
Jennifer Stepan
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Henning Schluß
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.66167
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11486.09251.335658-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Subjektkonzeptionen spielen eine wesentliche Rolle, wenn es um bildungswissenschaftliche Theoretisierungen sowie Forschung geht. So auch in der Bildungstheorie von Hans-Christoph Koller, die sich zum Ziel gesetzt hat, einerseits ein dezentriertes Subjekt theoretisch einzubinden sowie andererseits dieses in der Bildungsforschung thematisierbar zu machen. Hierzu ist es notwendig, zunächst Bildung nach Koller zu erläutern und in weiterer Folge Kollers Bildungssubjektverständnis in der Empirie nachzuzeichnen. Ziel dieser Masterarbeit ist es, dieses Verständnis anhand der Subjekttheorien von Judith Butler und Jacques Lacan aufzuschlüsseln, um daraus Rückfragen an Kollers Bildungstheorie formulieren zu können. Dazu wird die folgende Forschungsfrage richtungsweisend sein: Verträgt sich Kollers Subjekttheorie nach Lacan und Butler mit seinem Bemühen um den empirisch-qualitativen Aufweis von Subjekttransformationen? Um dieser Frage nachzugehen, werden zunächst die Subjektkonzeptionen von Lacan und Butler nachempfunden und dargelegt, wie dort Subjektivität interpretiert wird. In einem weiteren Schritt wird skizziert, wie Koller diese in seine Bildungstheorie einfließen lässt, d. h. welche Referenzpunkte er auswählt, um seinen Subjektbegriff zu entwerfen und diesen in biographischen Interviews interpretiert. Im letzten Teil dieser Arbeit wird diese Verwendungsweise aus subjektivitätsphilosophischer Perspektive kritisch betrachtet und nachgespürt, ob Koller seinen eigenen Anspruch der Erforschbarkeit eines dezentrierten sprachlichen Subjekts einlösen kann. Im letzten Abschnitt wird die kritische Auseinandersetzung mit dem Roman Mein Name sei Gantenbein von Max Frisch in Verbindung gebracht, da sich anhand der Figur Gantenbein die sprachliche Selbstthematisierung wie in Kollers Analysen zeigt – aber ebenso ihre Grenzen spürbar werden. Die sprachlich-subjektive Trageweite von Stegreiferzählungen, anhand derer Koller transformatorische Bildungsprozesse interpretiert, verkürzt unweigerlich die Konzeptionen von Butler sowie Lacan, da beide einen uneinholbaren, unverfügbaren Rest in der Sprache des Subjekts offenlassen. Dieser ist jedoch mit Kollers empirischem Zugriff auf Subjektivität nicht gegeben oder zwangsläufig so umgedeutet ist, dass er sich sprachlich im Interview zeigen könnte. Eines der Ergebnisse zeigt sich am Beispiel der Resignifikation nach Butler, die dem Subjekt nach Koller die Möglichkeit eröffnet, das Selbst in umfassender Weise zu transformieren. Ein weiteres ist die Kluft zwischen sagbarer Selbsthaftigkeit und Subjektivität, die durch die Setzung des Selbst- und Weltverhältnisses verschleiert wird, indem auf dessen Veränderung fokussiert wird. Weiterführende Überlegungen könnten sein, inwiefern sich Hans-Christoph Kollers Bildungssubjekt, das sich in Transformationen des Selbst zeigt, ein wenig von der sprachlichen Dominanz der Thematisierbarkeit des eigenen Anderswerdens in Interviews lösen könnte.
Abstract
(Englisch)
Subject conceptions play an essential role when it comes to both educational science theorisations and research. This also holds true for Hans-Christoph’s educational theory, which aims to, on the one hand, integrate a decentered subject into the theory and, on the other hand, make it a subject of discussion in educational research. To this end it is necessary to first explain education (Bildung) according to Koller and to then outline Koller’s empirical understanding of the educational subject. The goal of this master’s thesis is to break down this understanding on the basis of Judith Butler’s and Jacques Lacan’s subject theories, in order to be able to then formulate questions about Koller’s educational theory. For this purpose the following research question will be pointing the way: Is Koller’s subject theory according to Lacan and Butler compatible with his efforts to empirically-qualitatively demonstrate subject transformations? In order to examine this question, first Lacan’s and Butler’s subject conceptions are explained and their interpretations of subjectivity are exhibited. In a further step it is outlined how Koller includes this into his educational theory, that is to say, which reference points he selects in order to design his subject concept and his interpretation of it in biographical interviews. In the last part of this thesis, this usage is critically looked at from the standpoint of subject-philosophy and it is explored whether Koller can meet his claim of the researchability of the decentered linguistic subject. In the last section, the critical examination is connected with the novel Mein Name sei Gantenbein by Max Frisch, since by means of Gantenbein the linguistic self-thematization like in Koller’s analyses is shown - but at the same it’s limits become tangible. The linguistic-subjective scope of narrative interviews, on the basis of which Koller interprets transformational education processes, inevitably shortens the conceptions of Butler and Lacan, since they both leave open an unattainable and unavailable remainder in the subject’s language. This, however, does not exist in Koller’s empirical access to subjectivity or inevitably has to be reinterpreted in a way that it can linguistically show in the interview - as in the example of resignification by Butler, which according to Koller grants the subject the possibility to transform the self in a comprehensive way. The gap between expressible self-adherence and subjectivity is concealed by the setting of relation to the self and the world, through focusing on its change. Further considerations could be, in how far Hans-Christoph Koller’s educational subject, which shows itself in transformations of the self, could detach itself ever so slightly from the linguistic dominance of the thematization of becoming different in interviews.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Subjekttheorie Jacques Lacan Judith Butler Verwendungsweise Hans-Christoph Koller
Autor*innen
Jennifer Stepan
Haupttitel (Deutsch)
Subjektivierende Bildung oder bildende Subjektivierung?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Subjekttheoretische Perspektiven in Hans-Christoph Kollers Theorie der transformatorischen Bildungsprozesse
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
118 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Henning Schluß
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie ,
80 Pädagogik > 80.20 Teilgebiete der Pädagogik
AC Nummer
AC16197993
Utheses ID
58610
Studienkennzahl
UA | 066 | 848 | |
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