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Le mythe de la mère dans le roman québécois de la tradition (1930-1960)
Andrea Radkowitsch
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Fritz Peter Kirsch
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6551
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30142.47877.183853-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, in welcher Form sich der Muttermythos Québecs in den Mutterfiguren der ausgewählten Romane im Zeitraum von 1930 bis 1960 widerspiegelt und welche Tendenzen man daraus ableiten kann. Aus dem geschichtlichen Kontext Québecs erklären sich die Bedingungen unter denen der Mythos entstehen konnte: für die frankokanadischen Bevölkerung ist das Überleben als Minderheit zentraler Aspekt ihrer Kultur. Ein ganzer Apparat an Ideologien förderte die Herausbildung eines Mythos, in dem der Mutter eine zentrale Rolle als Wächterin des katholischen Glaubens, der Traditionen und der französischen Sprache zukommt. Dieses ideale Mutterbild gilt als Maßstab für die Mutterfiguren der Romane, bei deren Analyse sich vier Tendenzen in der Verarbeitung der Mutterfigur feststellen lassen. In Ringuets Landroman Trente Arpents (1938) wird die Mutterfigur getreu dem Mythos als ideale Bäuerin gezeichnet, während Roger Lemelin in Les Plouffes (1948) eine Karikatur dieses traditionellen Mutterbildes skizziert. Die tief greifenden gesellschaftlichen Veränderungen in Québec zwischen 1930 und 1960, durch die die traditionellen gesellschaftlichen Werte in Frage gestellt werden, sind die Ursache für die Ablehnung des Muttermythos. In sein Gegenteil verkehrt bringt der Mythos eine Reihe an grausamen Müttern hervor, wie in den folgenden Romanen zu beobachten ist: bei Anne Hébert in Le torrent (1950), Francoise Loranger in Mathieu (1949), Marie-Claire Blais in La belle bête (1959) und Diane Giguère in Le temps des jeux (1961). Bei den dort beschriebenen Müttern handelt es sich allesamt um allein erziehende Mütter, die ihren Sohn oder ihre Tochter psychisch so wie physisch misshandeln. La chair décevante (1931) von Jovette Bernier stellt eine Ausnahme dar, indem sie eine liebevolle Beziehung zwischen einer allein stehenden Frau und ihrem Kind zeigt. Die Mutterfiguren in Gabrielle Roys Bonheur d’occasion (1945), La petite poule d’eau (1950) und Rue Deschambault (1955) haben eine Sonderstellung inne: Ort des Konfliktes zwischen dem Festhalten an den alten Normen des Mythos und der Definition von neuen Werten findet sich in der Mutter-Tochterbeziehung. In diesem Rahmen wird auch die Einschränkung der Individualität der Frauen durch ihre Mutterschaft aufgedeckt. In Gabrielle Roys Fall hat der Mythos ein menschliches Gesicht bekommen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Muttermythos Quebec Roman
Autor*innen
Andrea Radkowitsch
Haupttitel (Deutsch)
Le mythe de la mère dans le roman québécois de la tradition (1930-1960)
Paralleltitel (Deutsch)
Der Mythos der Mutter im quebeckischen Traditionsroman (1930-1960)
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
125 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Fritz Peter Kirsch
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.00 Sprach- und Literaturwissenschaft: Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.74 Literaturwissenschaftliche Richtungen ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.24 Französische Literatur außerhalb Europas
AC Nummer
AC07897983
Utheses ID
5902
Studienkennzahl
UA | 190 | 347 | 344 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1