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Die Identitätsproblematik der Wiener Moderne im Œuvre von Leo Perutz
Elena Romana Elwitschger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Wynfried Kriegleder
DOI
10.25365/thesis.69781
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11124.06629.227064-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Strömung der Wiener Moderne, die sich in den Jahren von 1890-1910 entwickelte, brachte in vielen Bereichen Neuerungen, so beispielsweise Freuds Psychoanalyse. Ein Leitthema der Wiener Moderne ist sicherlich die Auseinandersetzung mit dem Subjekt und die Frage nach der Identität, die mit verschiedenen Krisen einhergeht, wie der Einsamkeit, deren Begriff vor allem Nietzsche prägte, der Sprachkrise um 1900 oder der Nervosität, die Freud 1908 in einem Artikel behandelt. „Die Identitätskrise kann so einerseits als Infragestellung des „Selbst“ verstanden werden, die Regressionen des Individuums auf frühere Stadien der Konstruktion seiner Identität nach sich zieht und Zweifel an einer Individualisierung auslöst […]. Mit einem Zweifel belegt wird aber auch die Ebene der Identifizierung.“ Die Identitätsproblematik meint also auch eine Dekonstruktion des Ichs, infolge derer sich eine neue Identität konstruieren kann, da nach Freud die Identität eines Subjekts ohnehin einen illusionären und somit leicht auflösbaren Charakter hat.
„Diese radikale Infragestellung des klassischen Subjekts vor dem Hintergrund einer fast ständigen Identitätskrise ist mit einer der grundlegendsten Züge der Wiener Moderne und ihres postmodernen Gehalts. […] Dieser Ich-Kult der Wiener Moderne geht damit einher, daß man die Leere oder Gebrechlichkeit eben desselben Ich entdeckt.“
Leo Perutz wurde erst 1882 geboren, gehört also nicht unbedingt mehr der Wiener Moderne an, jedoch findet sich genau diese Identitätsproblematik, so behaupte ich, in seinem Werk wieder und spielt dort eine unterschiedliche, aber große Rolle. Der Perutz-Experte Hans-Harald Müller schreibt im Nachwort zur Dritten Kugel: „Sie [Die Konstruktionslust] steht im Zusammenhang mit jener Problematisierung von Ich-Identität, die bekanntlich eines der bestimmenden Themen der Wiener Moderne war. Ihre Erfahrung war die Auflösung des Bewußtseins der Kontinuität der Person in die Zusammenhangslosigkeit der Lebensgeschichte.“ Diesen Zusammenhang zwischen der Identitätsproblematik als einem Motiv der Wiener Moderne und Perutz‘ Werk gilt es in dieser Masterarbeit zu untersuchen. Zu dieser Thematik wurde bereits geforscht, doch beziehen sich die meisten wissenschaftlichen Beiträge lediglich auf einzelne Werke wie Turlupin und Die dritte Kugel. Wie sich jedoch herausstellt, zieht sich diese Thematik bei Perutz durch und wird auch für ihn zum Leitthema, wenn auch immer auf verschiedene Art und Weise. Diese verschiedenen Weisen sollen im Zuge einer Werkanalyse aufgezeigt werden. So ist es im Turlupin beispielsweise die Identitätslosigkeit, die den Protagonisten in eine Krise führt, im Schwedischen Reiter ein Identitätsdiebstahl, -Wandel und auch -Verlust. In den anderen Werken kommen wieder andere Formen der Identitätsproblematik hervor, wie gezeigt wird.
Auch die Rezeption von Perutz‘ Werk zeigt, dass die Identitätsthematik eine wichtige Rolle in demselben spielt. Das zeigen die Analysen der Abhandlungen von Dieter Neuhaus, Peter Lauener und dem Perutz-Experten Hans-Harald Müller.
Ich nähere mich dem Thema anhand einer narratologischen Analyse, in der verschiedene Aspekte der Erzähltheorie abgehandelt werden sollen wie die Handlungsanalyse, die Analyse von Zeit und Raum und vor allem die Figurenanalyse, die bei Perutz entscheidend ist, da die Protagonisten es sind, die diese Identitätskrise durchleben und dieses Motiv prägen.
Als Quelle dient hier vor allem das Einführungswerk von Matías Martínez und Michael Scheffel zur Erzähltheorie, das alle wichtigen Aspekte einer narratologischen Untersuchung enthält und als Orientierung für die Vorgehensweise in dieser Arbeit dienen wird.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Identitätsproblematik Wiener Moderne Krise
Autor*innen
Elena Romana Elwitschger
Haupttitel (Deutsch)
Die Identitätsproblematik der Wiener Moderne im Œuvre von Leo Perutz
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
80 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wynfried Kriegleder
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors
AC Nummer
AC16254277
Utheses ID
59406
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
