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Wenn Schwäne im Wasserlilienteich schwimmen
sexueller Missbrauch im tibetischen Buddhismus
Georg Wenisch
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Religionswissenschaft
Betreuer*in
Birgit Heller
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.69892
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11136.02173.869768-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Mediale Berichterstattungen brachten in den letzten Jahrzehnten ein eklatantes Missbrauchsproblem innerhalb westlicher tibetisch-buddhistischer Gemeinschaften ans Licht. Angesichts von rezent publizierten Autobiografien tibetischer Frauen des traditionellen Tibets vor 1950, die in tantrische Partnerschaften involviert waren, stellt sich in diesem Kontext die Frage, welche Erfahrungen diese Frauen mit sexuellem Fehlverhalten gemacht haben und die Überlegung, wie und ob diese mit den Erfahrungen von Frauen innerhalb westlicher tibetisch-buddhistischer Gemeinschaften vergleichbar sind. In der vorliegenden Untersuchung werden Hintergründe und Ursachen für sexuellen Missbrauch im Kontext des tibetischen Buddhismus in mehreren westlichen Organisationen sowie in einer asiatischen Gemeinschaft analysiert. Formen von heteronormativ gedachter, buddhistisch-tantrischer Sexualität zwischen tibetischen Lehrern und deren Schülerinnen erweisen sich in diesem Zusammenhang als ein möglicher Fallstrick für Manipulation und sexuellen Missbrauch. Die herangezogenen Missbrauchsfälle werden prinzipiell als Formen von Gendergewalt interpretiert und so auf patriarchale Machtstrukturen und die sexuelle Unterdrückung von Frauen und Kindern zurückgeführt. Der sexuelle Missbrauch von Knaben in tibetischen Klöstern wird hier investigativ beleuchtet und in einen kausalen Zusammenhang mit Täterbiografien gestellt. Ein weiteres der behandelten Themenfelder betrifft die sexuelle Belästigung von Nonnen. Dieses sexuelle Fehlverhalten männlicher Lamas begründet sich – ähnlich wie bei Kindesmissbrauch in tibetischen Klöstern – durch religiöse Hierarchiestrukturen und kann daher auf ein, in Machtverhältnisse eingebettetes, männliches Superioritätsdenken zurückgeführt werden. Transkulturelle Sichtweisen lassen zusätzlich sozioreligiöse Verflechtungen und Transformationen erkennen, die sich aus einem kulturellen Austauschprozess zwischen Tibet und dem Westen entwickelten und auch zu neuen kulturellen Bewertungen des Phänomens geführt haben.
Abstract
(Englisch)
Numerous disclosures of sex-scandals within Western Tibetan-Buddhist communities brought light on striking abuse-problems deep-rooted in this religious tradition. This study was inspired by recent publications about Tibetan women in traditional Tibet who participated in Buddhist tantric partnerships and the idea of comparing their experiences with the recent disclosures of sexual improprieties in the Western world. This study is examining sexual abuse of students by Tibetan teachers at the head of several Buddhist communities in the West and in one case in Asia. It became clear that heterosexually conceived Buddhist tantric practises are pitfalls for manipulation and exploitation of women. I examined how sexual violence is embedded in patriarchal constructs of power and gender oppression. I investigated the abuse of boys in Tibetan monastries and draw attention to its possible implications for abusive behavior of later Tibetan lamas. Similarly sexual harassment of Tibetan Buddhist nuns was identified as an abuse of male superiority within gendered religious power structures. For a better understanding I shifted the perspectives of perceiving solely an universal, or a Tibetan or a Western problem to the idea of seeing the topic also as a cross-cultural phenomenon. I assume that Western patriarchal traditions and Tibetan religious ideas and cultural customs have merged into a new phenomenon. For this reason it was important to include in this discussion the process by which the Tibetan traditions were integrated into Western culture.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Tibetan Buddhism tantra sexual abuse child abuse gender women in religion nuns
Schlagwörter
(Deutsch)
tibetischer Buddhismus Tantra sexueller Missbrauch Kindesmissbrauch Gender Frauen in den Religionen Nonnen
Autor*innen
Georg Wenisch
Haupttitel (Deutsch)
Wenn Schwäne im Wasserlilienteich schwimmen
Hauptuntertitel (Deutsch)
sexueller Missbrauch im tibetischen Buddhismus
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
161 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Birgit Heller
Klassifikation
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.93 Buddhismus
AC Nummer
AC16237254
Utheses ID
59560
Studienkennzahl
UA | 066 | 800 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1