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Geflüchtet und rechtlos?
eine aktuelle Anwendung des Menschenrechtsdenkens von Hannah Arendt mit besonderer Berücksichtigung der Lager Moria und Kara Tepe 2
Hannah Thaller
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Italienisch UF Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Paul Tarmann
DOI
10.25365/thesis.69903
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11136.89768.117026-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die prekären Lebensumstände und der massiv eingeschränkte Zugang zu einem gerechten Asylverfahren in den Flüchtlingslagern an den Grenzen Europas sind seit vielen Jahren Realität und lassen Kritik über die Effektivität des Menschenrechtsschutzes laut werden. Diese Skepsis gegenüber der Haltbarkeit der Menschenrechte ist jedoch nicht neu. So kritisierte bereits die politische Philosophin Hannah Arendt, auf Basis ihrer Erfahrungen als von den Nationalsozialisten verfolgte Jüdin, die Menschenrechtskonvention. Im Zentrum ihrer Kritik steht dabei der nicht länger haltbare Anspruch der Universalität der Menschenrechte. So zeigte sich unter dem totalen Regime, dass die Menschenrechte in Wahrheit nur für Angehörige eines Nationalstaates zugänglich sind, womit sich die als universal konzipierten Menschenrechte letztendlich doch nur als Bürgerrechte erwiesen. Da Arendt ihre Menschenrechtskritik jedoch in einer Zeit vor der Entstehung der Genfer Flüchtlingskonvention, sowie der zahlreichen weiteren internationalen und regionalen Abkommen zur rechtlichen Verankerung der Menschenrechte, verfasste, soll in der vorliegenden Arbeit untersucht werden, inwieweit Arendts Theorie der Aporie der Menschrechte für die aktuelle Problematik der Menschenrechtsverletzung von Flüchtlingen nach wie vor nutzbar gemacht werden kann. Um die Verletzbarkeit der Menschenrechte anschaulicher darstellen zu können, werden dazu beispielhaft die Flüchtlingslager Moria (September 2013- September 2020) und Kara Tepe 2 (seit September 2020) auf der griechischen Insel Lesbos herangezogen. Nach einer umfassenden Auseinandersetzung mit Arendts philosophisch-politischen Reflexionen über die Menschenrechte, deren Weiterentwicklung in den letzten Jahrzehnten und der Beschreibung der aktuellen menschenrechtlichen Situation, wird in einer abschließenden Analyse die Menschenrechtssituation in Moria und Kara Tepe 2 mit Arendts Menschenrechtskritik in Beziehung gesetzt und so ihre Haltbarkeit und Aktualität überprüft.
Abstract
(Englisch)
The disastrous living conditions as well as a greatly restricted access to a fair asylum procedure in registration centres at Europe's borders have been reality for many years. This has consequently prompted criticism surrounding the efficacy of human right protection laws. That being said, this scepticism regarding the durability of human rights is not a new phenomenon. The political philosopher Hannah Arendt, for example, already criticised the human rights conventions on the basis of her experiences as a Jew persecuted by the National Socialists. Her critique centres around the no longer tenable universal claim of human rights. Under the totalitarian regime, it became apparent that human rights were in fact only accessible to members of a nation-state, meaning that human rights thought to be universal rights turned out to only apply to citizens. However, because Arendt's critique of human rights was developed before the Geneva Refugee Convention - along with the creation of numerous other international and regional treaties enshrining human rights in international law - this thesis shall attempt to explore to what extent Arendt's theory of the aporia of human rights is still applicable to the current problem of human rights violations. In order to illustrate the vulnerability of human rights more vividly, the Kara Tepe 2 (since September 2020) and Moria refugee camp (September 2013- September 2020) on the Greek island of Lesbos shall be used as an example. After a thorough examination of Arendt's philosophical-political reflections on human rights, as well as a presentation of the current human rights situation and its further development, this thesis shall endeavour to relate the human rights situation in Moria and Kara Tepe 2 to Arendt's human rights critique in a concluding analysis, with the aim of verifying its durability and topicality.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Aporie der Menschenrechte Arendt Rechtlosigkeit Flüchtlinge Moria und Kara Tepe 2
Autor*innen
Hannah Thaller
Haupttitel (Deutsch)
Geflüchtet und rechtlos?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine aktuelle Anwendung des Menschenrechtsdenkens von Hannah Arendt mit besonderer Berücksichtigung der Lager Moria und Kara Tepe 2
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
118 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Paul Tarmann
Klassifikation
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie
AC Nummer
AC16323004
Utheses ID
59574
Studienkennzahl
UA | 199 | 517 | 525 |
