Detailansicht
Der Einfluss sexueller Kindheitstrauma auf das sexuelle Verhalten und Erleben von Frauen im Erwachsenenalter
Johann Frederick Emanuel Flegel
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Urs Markus Nater
DOI
10.25365/thesis.70006
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11150.46697.560329-3
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Folgen von sexuellen Kindheitstraumata zeigen sich in vielfältiger und einschneidender
Weise im Erleben und Verhalten der Überlebenden* im Erwachsenenalter insbesondere
hinsichtlich einer veränderten Sexualität. Bisherige Forschungen berichten in auffallend
inkonsistenter Weise einerseits von eher externalisierender Symptomatik (Hypersexuelles
Verhalten) und andererseits internalisierender Symptomatik (Hyposexuelles Vermeiden),
wobei sich vorrangig auf klinische auffällige Untersuchungspopulationen bezogen wird.
Die vorliegende Studie will dieser Ambivalenz und einseitigen Betrachtung von klinisch
auffälligen Überlebenden kindlichen sexuellen Missbrauchs unter Berücksichtigung der Rolle
des bei sexueller Aktivität empfundenen Stress genauer beleuchten und untersucht mögliche
Veränderungen des partnerschaftlichen sexuellen Verhaltens und Erlebens im Zusammenhang
mit sexuellem Missbrauch bei einer gesunden Population junger Erwachsener Frauen in festen
Beziehungen.
Im Rahmen einer ambulanten Assessment-Studie, die über einen Zeitraum von 14 Alltagsdaten
der Studienteilnehmer*innen erfasst, werden 63 Proband*innen einer gepoolten Stichprobe
identischer Forschungsunterfangen in Wien und Marburg im Alter zwischen 19 und 31 Jahren,
die seit mindestens einem Jahr in einer heterosexuellen Partnerschaft lebten, untersucht. Das
Vorliegen von traumatischen sexuellen Erfahrungen wurde vor Beginn des Erhebungszeitraums
erhoben. Variablen des sexuellen Erlebens, des Stressempfindens, erlebter Intimität und die
Häufigkeit von sexueller Aktivität wurden mittels eines IPod in einer 14 – tägigen
Erhebungsperiode erfasst.
Die gefundenen Ergebnisse zeigen, dass keine Unterschiede im sexuellen Erleben und Verhalten
zwischen sexuell traumatisierten und nicht sexuell traumatisierten Versuchspersonen bestehen.
Eine erwartete Abweichung des Stresserleben in zeitlicher Assoziation zu sexueller Aktivität der
Personen mit einem Hintergrund von CSA konnte nicht bestätigt werden. Auch innerhalb der
Gruppe der Personen mit Hintergrund von CSA konnten, abhängig vom Vorliegen von
Hypersexualität, welche als extreme Häufigkeit von sexuellen Interaktionen operationalisiert
wurde, keine Unterschiede im Stresserleben in zeitlicher Assoziation zu sexueller Aktivität
festgestellt werden.
Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchung werden als richtungsweisend für zukünftige
Forschung diskutiert und mögliche Impulse für die therapeutische Behandlung von Personen mit
sexuellen Traumatisierungen werden besprochen.
Abstract
(Englisch)
The consequences of childhood sexual trauma are manifested in many different and drastic
ways in the experience and behaviour of survivors* in adulthood, especially regarding altered
sexuality. Previous research reports in a strikingly inconsistent manner on the one hand of rather
externalising symptomatology (hypersexual behaviour) and on the other hand of internalising
symptomatology (hyposexual avoidance), whereby reference is primarily made to clinically
conspicuous study populations.
The present study aims to shed more light on this ambivalence and one-sided view of clinically
conspicuous survivors of childhood sexual abuse, considering the role of stress experienced
during sexual activity, and examines possible changes in partner sexual behaviour and
experience in the context of sexual abuse in a healthy population of young adult women in
committed relationships.
Within the framework of an ambulant assessment study, which collects everyday data of the
study participants over a period of 14, 63 test persons of a pooled sample of identical research
undertakings in Vienna and Marburg, aged between 19 and 31 years, who had been living in a
heterosexual partnership for at least one year, are examined. The presence of traumatic sexual
experiences was ascertained before the start of the survey period. Variables of sexual
experience, feelings of stress, experienced intimacy and the frequency of sexual activity were
recorded using an IPod during a 14-day survey period.
The results found show that there are no differences in sexual experience and behaviour
between sexually traumatised and non-sexually traumatised test subjects. An expected
deviation of the stress experience in temporal association with sexual activity of the subjects
with a background of CSA could not be confirmed. Even within the group of persons with a
background of CSA, no differences in the stress experience in temporal association with sexual
activity could be found, depending on the presence of hypersexuality, which was
operationalised as extreme frequency of sexual interactions.
The results of the study are discussed as indicative for future research and possible impulses
for the therapeutic treatment of persons with sexual trauma are discussed.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
sexual trauma CSA sexual experience stress experience sexual behaviour hypersexuality hyposexuality outpatient assessment
Schlagwörter
(Deutsch)
sexuelles Trauma CSA sexuelles Erleben Stresserleben sexuelles Verhalten Hypersexualität Hyposexualität ambulantes Assessment
Autor*innen
Johann Frederick Emanuel Flegel
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss sexueller Kindheitstrauma auf das sexuelle Verhalten und Erleben von Frauen im Erwachsenenalter
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
107 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Urs Markus Nater
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie ,
77 Psychologie > 77.85 Sexualpsychologie
AC Nummer
AC16315846
Utheses ID
59751
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
