Detailansicht

Sanfte Mobilität im Alpentourismus
Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Mobilitätskonzepte in der Region Naturpark Ötscher-Tormäuer
Christian Auer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Bewegung und Sport UF Geographie und Wirtschaft
Betreuer*in
Norbert Weixlbaumer
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70046
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11154.22993.800911-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Tourismus und Mobilität sind untrennbar miteinander verbunden. In den Alpen reist der bei weitem größte Teil der Gäste mittels privaten PKW in die Urlaubsdestination. Dadurch wird auch innerhalb der Urlaubsregion vorzugsweise das Auto für weitere Ortswechsel zu den verschiedenen Ausflugszielen verwendet. In alpinen Tourismusregionen entstehen immer mehr Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr. Überfüllte und hochfrequentierte Straßen, Lärm und Abgase mindern die Lebensqualität sowohl für Einheimische als auch für Gäste. Außerdem ist das erhöhte Verkehrsaufkommen durch den Tourismus und der damit einhergehende Ausstoß von klimaschädlichen Emissionen mitverantwortlich für den globalen Klimawandel. Die Region Naturpark Ötscher-Tormäuer in liegt im ländlich-peripheren Niederösterreich. Die fünf Naturparkgemeinden wollen in Zukunft für Gäste und die einheimische Bevölkerung ein nachhaltiges Mobilitätssystem implementieren. Ein Konzept für bedarfsorientierte Mobilität in Form eines Anrufsammeltaxi-Systems wurde bereits präsentiert. Das Ziel dieser Arbeit ist es daher aus der Sicht von regionalen AkteurInnen und Gästen die Möglichkeiten und Grenzen in der Umsetzung nachhaltiger, umweltfreundlicher Mobilität in der Untersuchungsregion zu explorieren. Es wurden neun semistrukturierte Leitfaden-Interview – fünf mit regionalen AkteurInnen und vier mit Gästen – geführt. Die Interviews mit einer Dauer von sechs bis 38 Minuten wurden aufgenommen, transkribiert und anhand der qualitativen Inhaltsanalyse nach MAYRING (2010) ausgewertet. Die InterviewpartnerInnen erkennen eine Zweiteilung der Untersuchungsregion in punkto Mobilität. Begünstigter für die touristische Mobilität sind die südöstlichen Naturparkgemeinden entlang der Mariazellerbahn. Benachteiligt ist der nordwestliche Teil, da hier viele Ausflugsziele ohne PKW nicht erreichbar sind. Ein Ziel bzw. Wunsch für regionale AkteurInnen und Gäste ist es daher eine funktionierende innerregionale Mobilität zu erreichen. Dieses Ziel könnte aus Sicht der InterviewpartnerInnen am besten durch zusätzliche Wanderbusse bzw. Ruftaxis, einer Verbesserung der Fahrradinfrastruktur, e-Mobilität und car-sharing, Investitionen in den öffentlichen Verkehr bzw. der Implementierung eines Anrufsammeltaxi-Systems erreicht werden. Als Grenzen in der Umsetzung nachhaltiger Mobilität wurden sich ändernde gesellschaftspolitische Prioritäten, Finanzierungsprobleme, die Topographie der Region als auch der Verlust von Flexibilität und Komfort für Gäste identifiziert. Vergleicht man die Region Naturpark Ötscher-Tormäuer mit anderen Tourismusdestinationen, die bereits nachhaltige Mobilitätsysteme im jeweiligen Tourismuskonzept verankert haben, so ergeben sich Unterschiede hinsichtlich der Gästezahlen, der Bevölkerungsentwicklung, der Topographie und damit einhergehend mit der Siedlungsentwicklung. Um nachhaltige Mobilität in der Untersuchungsregion erfolgreich zu gestalten, wird es verschiedene Anreize für die Gäste als auch für die einheimische Bevölkerung brauchen. Zudem sollte nachhaltige Mobilität nicht isoliert betrachtet werden, sondern die gesamte Servicekette mit Beherbergung und Verpflegung sollte nachhaltig gestaltet werden. Außerdem wäre es sinnvoll aufgrund bereits bestehender Kooperationen, die benachbarte Tourismusregion Ybbstaler Alpen bei der Entwicklung nachhaltiger Mobilität zu integrieren.
Abstract
(Englisch)
Tourism and mobility are inextricably intertwined. In alpine tourism, visitors mainly travel by car to their destinations. Thus, tourists predominantly use cars during their stay to move between different places. As a consequence of motorised individual transport, alpine tourism destinations increasingly have to put up with overcrowded streets, traffic noise and exhaust fumes. This is reducing quality of life for both, locals and visitors. Furthermore, augmented traffic and car emissions through tourism accelerate global warming. The natural preserve Ötscher-Tormäuer is located in rural Lower Austria. The five municipalities of the tourism destination “Naturpark Ötscher-Tormäuer” want to implement a sustainable transport system for locals and visitors. A demand-oriented mobility concept was presented to local authorities. The main aim of this master thesis is to explore possibilities and limitations of sustainable mobility in the region of interest. Both, from the point of view of local authorities and visitors. The findings are based on nine semi-structured interviews – five with local authorities and four with visitors. Interviews with duration from six to 38 minutes were recorded, transcribed and a qualitative content analysis approach was applied (MAYRING 2010). Interview partners recognise a dichotomy regarding mobility in the region of Naturpark Ötscher-Tormäuer. The south-eastern part of the region along the Mariazeller-railway line is better developed for touristic transport. The north-western part is more secluded and lots of places of interest are not accessible without car. Hence, regional authorities and visitors want to create a good working intraregional transport-system. From their perspective this objective could be achieved by implementing additional taxis and busses for hikers, improvement of infrastructure for cyclists, e-mobility and car-sharing systems, investment in public transport, respectively a dial-a-ride system. Changing socio-political priorities, funding problems, the topography of the region as well as loss of flexibility and comfort for visitors were identified as limitations in implementing sustainable transport systems. Additional obstacles could be a shrinking population and a comparatively small number of tourists in the region. To make sustainable mobility a success story in the region of Naturpark Ötcher-Tormäuer, various incentives for both, visitors and locals could be a promising strategy. Moreover, sustainability has to be pursued in all respects, sustainable mobility should therefore be aligned with sustainable accommodation and sustainable catering as part of an environmentally sound service for visitors. Additionally, it would be reasonable to integrate the neighbouring tourism destination Ybbstaler Alpen in the development of a sustainable transport system because of existing close mutual cooperation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
sanfte Mobilität nachhaltige Mobilität Naturpark Schutzgebiete
Autor*innen
Christian Auer
Haupttitel (Deutsch)
Sanfte Mobilität im Alpentourismus
Hauptuntertitel (Deutsch)
Möglichkeiten und Grenzen nachhaltiger Mobilitätskonzepte in der Region Naturpark Ötscher-Tormäuer
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
VII, 126 Seiten : Diagramme, Karten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Norbert Weixlbaumer
Klassifikationen
74 Geographie > 74.71 Regionalplanung ,
74 Geographie > 74.75 Verkehrsplanung, Verkehrspolitik
AC Nummer
AC16455200
Utheses ID
59808
Studienkennzahl
UA | 199 | 500 | 510 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1