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Dialekt oder Standard als Unterrichtssprache?
eine exemplarische Untersuchung der Spracheinstellungen und Sprachverwendung von Deutschlehrpersonen an der Sekundarstufe in Österreich
Julia Theresa Tabacariu
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Deutsch UF Englisch
Betreuer*in
Jutta Ransmayr
DOI
10.25365/thesis.70099
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11162.38215.259970-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
An der Schnittstelle zwischen Fachdidaktik und Sprachwissenschaft beschäftigt sich diese Masterarbeit mit Kommunikation im Deutschunterricht. Obwohl in Österreich laut behördlichen Vorgaben die Standardsprache als Unterrichtssprache gilt, zeigen einige Studien den wichtigen Stellenwert des Dialekts auf. Gerade Lehrpersonen haben als Sprachnormautoritäten und Sprachvorbilder einen großen Einfluss auf den Varietätengebrauch im Unterricht. Daher sollen die Einstellungen von Deutschlehrer*innen zur Plurizentrik und zur Unterrichtssprache erfasst und mit der Unterrichtsrealität abgeglichen werden. Hierfür wurden Interviews mit drei Deutschlehrkräften aus Tirol, Oberösterreich und Wien und Unterrichtsbeobachtungen mit Feldnotizen und Audio- bzw. Videographie durchgeführt. Diese Beobachtungen fanden aufgrund der COVID-19-bedingten Distanzlehre online statt. Die Transkriptionen werden mittels Partiturnotation nach HIAT dargestellt und gesprächsanalytisch im Hinblick auf Varietätenwechsel und Dialektfunktionen untersucht. In Tirol zeigt sich entgegen der Standarderwartung der Lehrerin ein hoher Dialektgebrauch bei den Schülerinnen und es erfolgen zahlreiche (u.a. funktionale) Wechsel zwischen Standard und Dialekt bei der Lehrperson, die sich somit zu standardnah einschätzt. In Oberösterreich bestätigen sich die Angaben der Lehrerin: in der Oberstufe wird im Lehrer-Schüler-Gespräch Dialekt und bei Referaten Standardsprache gewählt, während in der Unterstufe standardnäher gesprochen wird. Von einer Standarderwartung wird zugunsten eines situationsangemessenen Varietätengebrauchs abgesehen. In der Wiener Klasse wird, wie vom Lehrer angegeben, vorwiegend Standardsprache gesprochen und selbst die umgangssprachlichen Äußerungen sind standardnah, obwohl der Lehrer einen situationsadäquaten Sprachgebrauch begrüßen würde. Der Idiolekt des Lehrers und der bundesdeutsche Hintergrund einiger Schüler*innen macht sich im Gebrauch von Deutschlandismen bemerkbar. Es liegen also sowohl Bestätigungen als auch Widersprüche zwischen den Spracheinstellungen und den Unterrichtsbeobachtungen vor. Die Ergebnisse zeigen, dass der Dialekt in der Unterrichtskommunikation in Tirol und Oberösterreich einen wichtigen Platz einnimmt und das Angemessenheitsmodell nach und nach in Schulen Fuß fasst. Da unterschiedliche Schulstufen und Sozialformen beobachtet wurden, konnten die Ergebnisse jedoch nur unter Vorbehalt verglichen und nicht zu allen Aussagen in den Interviews ein Abgleich mit der Unterrichtskommunikation durchgeführt werden.
Abstract
(Englisch)
At the interface between didactic research and linguistics, this master thesis is concerned with communication in the German classroom. Although in Austria, according to official directives, the standard language should be the language of instruction, several studies have hinted at the important role of the dialect. Especially teachers as language norm authorities and role models have a great impact on the use of varieties in the classroom. Therefore, the attitudes of German teachers with respect to pluricentricity and classroom language will be collected and compared with the classroom reality. For this purpose, interviews with German teachers in Tyrol, Upper Austria and Vienna as well as classroom observations with field notes and audio- or videography were conducted. Because of distance learning due to COVID-19, these observations took place online. The transcriptions will be presented via partiture notation after HIAT and analysed according to conversation analysis with respect to variety switches and dialect functions. In Tyrol the learners show a high dialect usage in spite of the teacher’s standard language expectance and there were several (also functional) switches between standard and dialect from the teacher’s side, who has expected to speak closer to the standard. In Upper Austria the teacher’s statements are confirmed: in upper secondary dialect is spoken in teacher-student-interaction and for presentations standard language is chosen, while in lower secondary there is a general tendency towards the standard language. The teacher abandons a general standard language expectance for the benefit of an appropriate usage of varieties. In Vienna’s class the standard language prevails, as stated by the teacher, and even the colloquial utterances are still very close to the standard, although the teacher would appreciate a situation-specific and appropriate usage. The teacher’s idiolect as well as the Germany-German background of some learners is noticeable in the use of Germanisms. Therefore, confirmations as well as contradictions between the teachers’ language attitudes and the class observations were detected. The results show that the dialect is a prominent element of classroom communication in Tyrol and Upper Austria and the model of appropriateness is becoming more and more established in schools. As various levels and social forms were observed, the results can only with reservation be compared with each other and a comparison with in-class communication was not possible for all statements uttered in the interviews.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Austrian German dialect standard language language of instruction classroom discourse language attitudes
Schlagwörter
(Deutsch)
Österreichisches Deutsch Dialekt Standardsprache Unterrichtssprache Unterrichtskommunikation Spracheinstellungen
Autor*innen
Julia Theresa Tabacariu
Haupttitel (Deutsch)
Dialekt oder Standard als Unterrichtssprache?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine exemplarische Untersuchung der Spracheinstellungen und Sprachverwendung von Deutschlehrpersonen an der Sekundarstufe in Österreich
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
162 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jutta Ransmayr
AC Nummer
AC16460765
Utheses ID
59918
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 507 |
