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Ein Schlüssel und ein Kreuz
Paula Fischer-Zistler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Europäische Ethnologie
Betreuer*in
Klara Löffler
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11162.82363.385653-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft FRIEDEN wurde 1947 gegründet. Die Idee, eine christlich geführte Siedlungsgenossenschaft zu gründen, kam von Prälat Jakob Fried und Oberlandesgerichtspräsident Heinz Huber. Während christlich-soziale und kirchliche Werte bei der Entstehung eine dominante Rolle spielten, scheint Religiosität heute kaum mehr von Bedeutung zu sein: Weder Mitarbeiter*innen noch Geschäftsführer beschreiben sich selbst oder das Unternehmen als explizit religiös. Gleichzeitig werden gegenwärtig bei Schlüsselübergabefesten gemeinsam mit den Schlüsseln auch Kreuze an die neuen Mieter*innen übergeben. Daraus ergibt sich aus Sicht der Europäischen Ethnologie die Frage, welche Rolle der christlich-soziale Gründungsgeist heute noch spielt. Ausgangspunkt dieser Arbeit ist die Teilnahme an einem Schlüsselübergabefest in einer Reihenhausanlage im niederösterreichischen Felixdorf. Nach einem Einblick in die Geschichte der Gründung und den Biografien der Hauptgründer Jakob Fried und Heinz Huber werden im Hauptteil heutige Praktiken des Unternehmens in den Dimensionen Politik, Religion und Unternehmenskultur diskutiert und kontinuierlich mit gesellschaftlichen Entwicklungen abgeglichen. Methodisch werden neben der Teilnahme an einer Schlüsselübergabe mehrere qualitative Interviews herangezogen. Auf der theoretischen Ebene werden beispielsweise unternehmensinterne Festschriften, persönliche Werke von Jakob Fried, Beiträge von Hubert Knoblauch zur Religionssoziologie, Edgar Schein zur Organisationskultur und Andreas Suttner über die Bautätigkeit des schwarzen Wien herangezogen. Des Weiteren fließen Erkenntnisse über das kommunikative Gedächtnis nach Harald Welzer sowie Theorien und empirische Befunde über die Säkularisierung von Religion von Annette Wilke ein. Mittels der Ergebnisse dieser Analysen soll abschließend die Frage beantwortet werden, ob, und wie das Religiöse zum Kulturellen und damit zu einem Teil der Unternehmenskultur wurde.
Abstract
(Englisch)
The non-profit building and settlement cooperative FRIEDEN was founded in 1947. The idea of founding a Christian-led housing cooperative came from Prelate Jakob Fried and High Court President Heinz Huber. While Christian social and church values played a dominant role in the founding, religiosity seems to be of little importance today: Neither employees nor managing directors describe themselves or the company as explicitly religious. At the same time, crosses are currently handed over to the new tenants together with the keys. From the perspective of European ethnology, this raises the question of what role the Christian-social founding spirit still plays today. The starting point of this work is the participation in a key handover ceremony in a housing complex in Felixdorf, Lower Austria. After an insight into the history of the foundation and the biographies of the main founders Jakob Fried and Heinz Huber, the main part discusses present-day practices of the company in the dimensions of politics, religion and corporate culture and continuously compares them with social developments. Methodologically, several qualitative interviews are used in addition to participation in a handover of keys. On the theoretical level, for example, internal company commemorative publications, personal works by Jakob Fried, contributions by Hubert Knoblauch on the sociology of religion, Edgar Schein on organisational culture and Andreas Suttner on the building activities of Black Vienna are used. Furthermore, insights into communicative memory according to Harald Welzer as well as theories and empirical findings on the secularisation of religion by Annette Wilke will be included. Finally, the results of these analyses will be used to answer the question of whether and how religion has become cultural and thus part of corporate culture.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Bau- und Siedlungsgenossenschaft Religion Schlüsselübergabe Gemeinnützigkeit Unternehmenskultur
Autor*innen
Paula Fischer-Zistler
Haupttitel (Deutsch)
Ein Schlüssel und ein Kreuz
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
73 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Klara Löffler
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.00 Ethnologie: Allgemeines
AC Nummer
AC16293039
Utheses ID
59924
Studienkennzahl
UA | 066 | 823 | |
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