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Translatorische Kompetenzen und Methoden im Sprach- und Fremdsprachenunterricht
Johanna Grißmann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Gerhard Budin
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6675
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16427.76551.688427-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Anlassmoment und Ausgangspunkt dieser Arbeit war die unbefriedigende Feststellung, dass die Kompetenzen von TranslatorInnen in der Öffentlichkeit weder bekannt sind noch ausreichend gewürdigt werden und TranslatorInnen deshalb berufliche Chancen in ausbildungsnahen Berufen verwehrt bleiben. Diese Arbeit versteht sich als Theorie der Praxis und interdisziplinäre Zusammenschau der Erkenntnisse der Translationswissenschaft und der Sprachund Fremdsprachendidaktik. Die persönlichen Theorien, die die VerfasserIn dieser Arbeit im Zuge ihrer Unterrichtserfahrung entwickelt hat, wurden anhand einer umfangreichen wissenschaftlichen Literatur auf ihre theoretische Fundierung hin überprüft. Im Rahmen dieser Arbeit wird der Frage nachgespürt, welche Kompetenzen SprachlehrerInnen in einem durch Globalisierung, Migration und technologischen Fortschritt geprägten Umfeld benötigen und welche Methoden sich in der transkulturellen Wissensvermittlung als zielführend erweisen. Im ersten Kapitel werden gesellschaftliche Veränderungsprozesse und ihre Auswirkungen auf die Sprache, den Kultur- und Identitätsbegriff sowie das Berufsbild der TranslatorIn und SprachlehrerIn herausgestellt. Anhand eines modernen, weit gefassten Translationsbegriffs wird aufgezeigt, dass in einer multilingual und multikulturell geprägten Gesellschaft auch im Kontext des Lernens ein erhöhter Bedarf an Translation besteht, insbesondere an einem „rewording“ und SprachlehrerInnen in Unterrichtssituationen häufig als TranslatorInnen agieren. Dies betrifft ganz besonders die Wissensvermittlung in fachsprachlich ausgerichteten Kursen und Ausbildungszweigen. Ein beträchtlicher Teil der Arbeit widmet sich dem Kompetenzprofil von TranslatorInnen, wobei aufgezeigt wird, dass die translatorische Kompetenz eine Vielzahl an Subkompetenzen und Grunddispositionen umfasst, die erst in ihrem Zusammenspiel ein professionelles Arbeiten ermöglichen und sich das 136 Kompetenzprofil von TranslatorInnen während der letzten beiden Jahrzehnte erheblich verändert hat, wobei der interaktionalen und technischen Kompetenz, der transkulturellen Textkompetenz sowie der Dienstleistungskompetenz besonderes Gewicht zukommt. Weiters wird aufgezeigt, dass die Unterrichtstätigkeit in einem plurilingualen und plurikulturellen Kontext ein weitgehend übereinstimmendes Kompetenzprofil erfordert, wobei wiederum erst die Verbindung aller Einzelkompetenzen zu einem professionellen Handeln in den verschiedensten Unterrichtssituationen befähigt. Die übersetzerische Kompetenz als Methodenwissen lässt sich im Unterricht auf unterschiedlichste Weise nützen, insbesondere auch zum Aufbau einer pragmatischen und diskursiven Kompetenz. In Kapitel III werden die Einsatzmöglichkeiten von Methoden der Translationsdidaktik und der translatorischen Praxis zur kultursensitiven Bedeutungserschließung von Lexemen und Texten aufgezeigt. Besonderes Gewicht wird dabei dem interkulturell ausgerichteten Landes- und Kulturkundeunterricht, der Arbeit mit authentischen Texten und der Paralleltextarbeit sowie der Erschließung fremdkultureller Konzepte durch den Einsatz von Assoziationsfeldern, der Prototypensemantik sowie dem Scenes-ansframes Konzept geschenkt. Im Rahmen dieses Kapitels wird beschrieben, wie durch den Einsatz der genannten Methoden unbekannte Sichtweisen, Denk- und Interpretationsmuster erworben werden und der kulturell und ideologisch geprägte und geschichtlich determinierte Bedeutungsgehalt von Lexemen und Syntagmen erfasst werden kann. Der zweite Teil des dritten Kapitels widmet sich ganz dem Vergleich als wissenschaftliche Methode zur Erkenntnisgenerierung, wobei sowohl im Rahmen der Länder- und Kulturvergleiche als auch der kontrastiven sprach- und translationswissenschaftlichen Analysen insbesondere auf die Vergleichsmethodik eingegangen wird. Anhand dieses Teilkapitels werden auch häufig zitierte Ergebnisse kontrastiver Länderanalysen thematisiert und die Gefahren einer vorschnellen Rezeption methodisch mangelhafter Vergleiche herausgestellt. Zum Abschluss des Kapitels folgt noch eine Beschreibung der Methoden der kontrastiven Semantik, Pragmatik und Textologie sowie eine Bewertung ihrer Bedeutung für den Unterricht.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
competences
Schlagwörter
(Deutsch)
Kompetenzen
Autor*innen
Johanna Grißmann
Haupttitel (Deutsch)
Translatorische Kompetenzen und Methoden im Sprach- und Fremdsprachenunterricht
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
138 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerhard Budin
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.20 Kommunikation und Gesellschaft ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.41 Sprachdidaktik
AC Nummer
AC08104103
Utheses ID
6016
Studienkennzahl
UA | 323 | 348 | 345 |
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