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Husserl after Fink
articulating humanity in transcendental phenomenology
Denis Džanic
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Philosophie)
Betreuer*in
Michael Staudigl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70242
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11185.59433.927482-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das bemerkenswerte Anliegen Husserls transzendentaler Phänomenologie entstammt ihrer Versprechung, über fokussierte und reproduzierbare Methoden eine einzigartige Art universeller und normativ aufgeladener Erkenntnis abzuliefern. Die Universalität dieser Erkenntnis ist auf ihr nicht-mundanes Wesen angewiesen. Demzufolge legt das eigenständige methodologische Instrumentarium der Phänomenologie den Schwerpunkt auf die Überleitung von dem alltäglichen, natürlichen Lebensstil zu der besonderen, untersuchenden Einstellung des transzendentalen Phänomenologen. Dass die transzendentale Erkenntnis wohl nur durch einen scheinbar radikalen Bruch mit der Weltlichkeit des Erkennenden gewonnen und offengelegt werden kann, birgt jedoch zwei praktische Probleme. Wenn diese Untersuchung eine Entzweiung innerhalb des natürlichen Lebens voraussetzt, erhebt sich sofort die Frage, wer genau untersucht: Wer ist das Subjekt der Phänomenologie, und in welcher Beziehung steht es zu seinem mundanen Gegenstück? Die zweite Schwierigkeit behandelt die ursprünglichen Gründe für diese radikale Entzweiung: In Anbetracht dessen, dass die genauen Ergebnisse transzendentaler Untersuchung angeblich erst nach dem Unterbrechen des natürlichen menschlichen Lebens erkennbar seien, was könnte die Motivation zu dieser unnatürlichen epistemologischen Umschaltung überhaupt sein? Ich nenne diese zwei Fragen das Wer und Warum der Phänomenologie. In dieser Dissertation kontextualisiere ich Husserls Zusammenarbeit mit Eugen Fink aus den frühen 1930er Jahren, und stelle die Behauptung auf, dass sie entscheidend für das Nachvollziehen von Husserls späterem Verstehen der Natur, Rolle, und Motivation des Phänomenologen ist. Dieses Verstehen hängt vom Begriff des höheren Menschentums ab, den Husserl gezielt als Antwort auf einerseits Finks neue Verschmelzung von Phänomenologie und epistemologischem Antihumanismus, und andererseits auf den vermeintlichen Anthropologismus der Heideggerschen Phänomenologie entwickelte. Dieses Konzept des transzendental aufgeklärten Menschentums wird gemeinsam mit den Leitfragen, nämlich, Wer betreibt die Phänomenologie, und warum? durch eine Reihe von Husserls Werken hindurch verfolgt, analysiert, und betrachtet. Was aus dieser Darstellung herauskommt, ist eine plausible und hinreißende Vorstellung von transzendentaler Phänomenologie als ein überaus menschliches Vorhaben, das von praktischen Aufgaben und axiologischen Impulsen motiviert ist.
Abstract
(Englisch)
The remarkable ambition of Husserl's transcendental phenomenology derives from its promise to deliver a unique kind of universal and normatively charged knowledge by way of focused and repeatable methods. The universality of this knowledge is a function of its non-mundane character. Accordingly, the main focus of phenomenology's distinct methodological apparatus is the transition from the everyday, natural style of living to the special investigative attitude of the transcendental phenomenologist. However, the fact that transcendental knowledge can only be attained and disclosed by making a seemingly radical break with the worldliness of the knower gives rise to two practical difficulties. If this investigation presupposes a rupture within natural life, the question of who is actually doing the investigating immediately arises: who is the subject of phenomenology, and what is its relation to its mundane counterpart? The second difficulty concerns the initial reasons for this radical rupture: given that the true results of transcendental investigation are supposedly only recognizable after suspending natural human life, what could possibly motivate this unnatural epistemological shift? I refer to these two questions as the who and why of phenomenologyâ. In this dissertation, I contextualize Husserl's collaboration with Fink in the early 1930s and argue that it is key to reconstructing Husserl's mature understanding of the nature, role, and motivation of the phenomenologist. This understanding hinges on the concept of higher humanity, that Husserl specifically develops as a critical response to Fink's new blend of phenomenology and epistemological anti-humanism, on the one hand, and to the perceived anthropologism of Heideggerian phenomenology, on the other. This notion of transcendentally clarified humanity is traced and analyzed across a number of Husserl's works, and viewed in conjunction with the guiding questions of who engages in phenomenology, and why. What emerges from this discussion is a plausible and captivating image of transcendental phenomenology as an eminently human undertaking, motivated by practical tasks and axiological impulses.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Transcendental Phenomenology Edmund Husserl Eugen Fink Paradox of Subjectivity Humanity
Schlagwörter
(Deutsch)
Transzendentale Phänomenologie Edmund Husserl Eugen Fink Paradoxie der Subjektivität Menschentum
Autor*innen
Denis Džanic
Haupttitel (Englisch)
Husserl after Fink
Hauptuntertitel (Englisch)
articulating humanity in transcendental phenomenology
Paralleltitel (Deutsch)
Husserl nach Fink
Paralleluntertitel (Deutsch)
zur Gestaltung des Menschentums in der transzendentalen Phänomenologie
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
xviii, 258 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Dermot Moran ,
Rudolf Bernet
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.24 Neue westliche Philosophie ,
08 Philosophie > 08.30 Systematische Philosophie: Allgemeines ,
08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie ,
08 Philosophie > 08.36 Philosophische Anthropologie
AC Nummer
AC16466503
Utheses ID
60214
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1