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Das durch die Printmedien vermittelte Bild der Diskussion zur Steuerreform
eine Inhaltsanalyse ausgewählter Tageszeitungen (Presse, Standard, Österreich, Kronen Zeitung; 1.Halbjahr 2008)
Barbara Merja Biedermann
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Erik Bauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.6685
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29982.31480.354063-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Druckversion meiner Arbeit umfasst eine Multimediabeilage. Die Koalitionsregierung unter Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer, sie bestand knapp zwei Jahre, und ihre mediale Performance stellen den Ausgangspunkt für meine Diplomarbeit dar. Die Zusammenarbeit der Koalitionsparteien und die dazugehörige Berichterstattung der Massenmedien waren immer wieder von Koalitionsstreitigkeiten bzw. -diskussionen geprägt und wurden davon dominiert, welcher der beiden Koalitionspartner gestärkt oder eben geschwächt aus der nächsten öffentlichen Diskussion zu einem bestimmten Koalitionsthema kommen würde. Eines dieser Koalitionsthemen war die Diskussion zur Steuerreform. Mein zentrales Forschungsinteresse zielt dementsprechend darauf ab, ob ein zwischen den beiden Koalitionsparteien der XXIII. Gesetzgebungsperiode ausgeglichenes Verhältnis der Berichterstattung in den Printmedien zur Steuerreform- Diskussion bestand. Außerdem möchte ich wissen, ob eine unterschiedliche Berichterstattung zu diesem konkreten Thema von Boulevard- und Qualitätszeitungen gegeben war. Die Forschungsfragen, die ich mittels vorliegender Arbeit beantworten will, lauten: Stellen die einzelnen Tageszeitungen die Standpunkte der SPÖ und ÖVP in einem ausgeglichenen Umfang dar? Liegt ein Unterschied in der Berichterstattung zur Steuerreform-Diskussion zwischen Qualitätszeitungen und Boulevardzeitungen? Dementsprechend beinhalten die ersten Kapitel der vorliegenden Arbeit die unterschiedlichen Denkansätze, die sich mit dem Verhältnis von Realität, Medien und Medienrealität beschäftigen. Dann folgt ein Überblick über die drei traditionellen Theorien der Nachrichtenauswahl. Je nach Theorie beeinflussen unterschiedliche Komponenten die Nachrichtenauswahl. Die Diskussionen und Erkenntnisse betreffend das Verhältnis zwischen Realität, Medien und Medienrealität und die unterschiedlichen Theorien der Nachrichtenselektion führten mich zur Frage nach etwaigen Qualitätsmaßstäben von Medieninhalten. Daher folgt dann eine Übersicht unterschiedlicher Konzepte, die sich mit den Leistungsansprüchen an Medieninhalte beschäftigen. Eine bedeutende Erkenntnis war, dass alle Konzepte von einer Art öffentlichen Aufgabe oder Funktion der Medien ausgehen, die für den Erhalt, das Funktionieren des Systems, der Gesellschaft und der Öffentlichkeit wichtig ist. Infolgedessen können gewisse Leistungsansprüche an Massenmedien, auch an Tageszeitungen, gestellt werden. Begriffe wie Objektivität, Neutralität, Vielfältigkeit und Ausgewogenheit werden in diesem Zusammenhang genannt. Auch Tageszeitungen fühlen sich bestimmten Ansprüchen verpflichtet, die sie in ihren Blattlinien mehr oder weniger ausführlich festhalten. Tageszeitungen können Gattungen zugeordnet werden, die gewisse Charakteristika aufweisen. In diesem konkreten Fall wurden die Boulevardzeitungen Kronen Zeitung und Österreich und die Qualitätszeitungen die Presse und der Standard untersucht. Basierend auf den Erkenntnissen der ersten Kapitel, das Forschungsinteresse für ein etwaiges ausgeglichenes Verhältnis zwischen SPÖ- und ÖVP-Standpunkten in der Berichterstattung zur Steuerreform-Diskussion im Hintergrund, wurden aufgrund der Forschungsfragen unterschiedliche Hypothesen aufgestellt. Anhand einer quantitativen Inhaltsanalyse wurden diese anschließend falsifiziert oder bestätigt. Zentrales Ergebnis war, dass drei der vier von mir untersuchten Tageszeitungen darum bemüht waren, die unterschiedlichen Standpunkte der SPÖ und ÖVP zur Steuerreform in einem ausgeglichen Umfang in ihrer Berichterstattung darzustellen. Es sei an dieser Stelle auf die begrenzte Aussagekraft der Ergebnisse der Untersuchung verwiesen, da nicht außer Acht gelassen werden darf, dass der Untersuchungszeitraum zeitlich begrenzt war. Zudem wurden nur ausgewählte Artikel - die den Parteien zugeordnet waren und sich unter anderem auf ganz bestimmte Standpunkte zu einem gewissen Thema, nämlich die Steuerreform, bezogen - untersucht. Meine zweite Forschungsfrage bezog sich auf die unterschiedliche Berichterstattung zur Steuerreform-Diskussion von Qualitäts- und Boulevardzeitungen. Je nach Variable waren Unterschiede gegeben. So fiel beispielsweise betreffend der Rubriken-Wahl der Tageszeitungen auf, dass Qualitätszeitungen die einzelnen Artikel stärker in den unterschiedlichen Rubriken streuten als Boulevardzeitungen. Bei der Nennung von Personen, d.h. wer Akteur/in in den Artikeln war, und der Wiedergabe von Zitaten von Personen wurden bei den Qualitätszeitungen im Vergleich mehr Experten/innen genannt bzw. kamen mehr Experten/innen zu Wort als in den Boulevardzeitungen. Die vorliegende Untersuchung gibt nur einen Einblick in die Berichterstattung von vier österreichischen Tageszeitungen zu einem gewissen Thema. Es wäre sicherlich zielführend, ähnliche Untersuchungen zu weiteren via Printmedien vermittelten Diskussionen zu gewissen Themen vorzunehmen. Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass eine Untersuchung zu einem anderen Thema ein ähnliches Ergebnis bei der Verteilung von Parteistandpunkten liefern würde.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
content analysis daily newspapers
Schlagwörter
(Deutsch)
Inhaltsanalyse Tageszeitungen
Autor*innen
Barbara Merja Biedermann
Haupttitel (Deutsch)
Das durch die Printmedien vermittelte Bild der Diskussion zur Steuerreform
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Inhaltsanalyse ausgewählter Tageszeitungen (Presse, Standard, Österreich, Kronen Zeitung; 1.Halbjahr 2008)
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
204 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Erik Bauer
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines
AC Nummer
AC07898822
Utheses ID
6026
Studienkennzahl
UA | 301 | 300 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1