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Zwischen Korpsgeist und Konkurrenz
Regimentskultur und Offiziershabitus im Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister. 1696–1792
Markus Fochler
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Geschichte)
Betreuer*in
Martin Scheutz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70275
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11191.45320.194345-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ausgehend von der Annahme, dass gemeinsames Handeln auf lange Sicht Identität stiftet, wird anhand der sozialen Praxis des frühneuzeitlichen Offizierskorps des Regiments Hoch- und Deutschmeister eine spezifische Regiments- und Offizierskultur dingfest gemacht und analysiert. Hierfür wird Pierre Bourdieus Habitus-Konzept als heuristisches Instrumentarium herangezogen, da sich gemäß Bourdieu soziale Akteure in erster Linie mittels sozialer Praxis als Ausdruck des Habitus von anderen sozialen Gruppen abgrenzen und zugleich damit ihre Zugehörigkeit ausdrücken. Die Gruppe verwendet dabei spezifische Distinktionsmerkmale, die durch die Kleidung, Gestik, Mimik oder Körperhaltung tradiert werden. Durch die Mitgliedschaft von Individuen in einer bestimmten Gruppe, entspringen diese oftmals denselben klassen- bzw. ständespezifischen Existenzbedingungen, wodurch das soziale Handeln objektiv geregelt und regelmäßig wirkt, ohne im Geringsten das Resultat einer gehorsamen Erfüllung von Regeln zu sein. Dieses gruppenspezifische und einheitliche Handeln kann Identität und Zusammenhalt bzw. in diesem Fall einen Korpsgeist stiften. Aufgrund der Tatsache, dass Bourdieus Ansatz sich auch mit der Reproduktion sozialer Ungleichheiten, sowie mit der Position innerhalb eines sozialen Raumes auseinandersetzte, kann neben dem Zusammenhalt auch die Konkurrenz innerhalb eines Regiments eine Rolle spielen. Konkurrenzkämpfe sind hierbei an vielen Ecken und Enden zu erkennen, wie etwa bei der Aggregation in ein neues Regiment, der Beförderung oder etwa zwischen bürgerlichen und adeligen Offizieren mit unterschiedlichen Ansichten. Paradoxerweise einten diese Konflikte die Offiziersgemeinschaft mehr, als sie tatsächlich trennten, da man von einem einheitlichen Ehrenkodex, einem point d´honneur geleitet war. Damit fungierte das symbolische Kapital der Ehre als vereinende gruppenspezifische Norm. Der Offiziershabitus pendelte somit zwischen Zusammenhalt und Konkurrenz und befand sich im Spannungsfeld zwischen adeligem sowie bürgerlichem Habitus. Es war vor allem dieser vielschichtige Offiziershabitus, welcher das heterogene habsburgische Offizierskorps, welchem man stets den esprit de corps absprach, miteinander verband. Unabhängig von Stand und Herkunft unterwarf man sich den „Spielregeln“ des militärischen Feldes, die auf Männlichkeit, Ehre und Tapferkeit basierten.
Abstract
(Englisch)
Starting from the theory, that joint actions create identity, this doctoral thesis identified and analyzed a specific regimental- and officer culture based on the social practices of the early modern officer-corps of the Hoch- und Deutschmeister regiment. For this purpose, Pierre Bourdieu's habitus concept shall serve as heuristic instrument. According to Bourdieu, social actors primarily differentiate themselves from other social groups by social practices, which are an expression of habitus. The group uses specific distinguishing features like waring clothing, gestures, facial expressions, or posture. Due to membership to a group, whose members have the same social, cultural, or economical background, social action is objectively regulated and regular without written rules. This similar behavior creates identity and cohesion, or, in this case, an esprit de corps. Bourdieu's approach also deals with the reproduction of social inequalities and the social position within society. In this context, in addition to cohesion, competition also plays an important role within the officer-corps of the 18th century and a variety of competitive struggles were revealed. Paradoxically, these conflicts united the officer community more than divided them. They were guided by a code of honor, a homogenous point d'honneur. Honor functioned as a unifying group-specific norm. The officer's habitus oscillated between cohesion and competition and is located between aristocratic and bourgeois habitus. This multilayered and complex officer's habitus that linked the heterogeneous Habsburg officer corps. Irrespective of class or origin, they were subjected to the “rules of the game” of the military field, which were based on masculinity, honor and bravery.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Korpsgeist Konkurrenz Regimentskultur Offizierskorps Habitus Bourdieu Hoch- und Deutschmeister Historische Praxeologie Militärgeschichte Identität Soziale Praxis Distinktion Feldanalyse Militärisches Feld Porträt Soldatenstück esprit de corps Ehre Männlichkeit
Autor*innen
Markus Fochler
Haupttitel (Deutsch)
Zwischen Korpsgeist und Konkurrenz
Hauptuntertitel (Deutsch)
Regimentskultur und Offiziershabitus im Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister. 1696–1792
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
344 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Laurence Cole ,
Jutta Nowosadtko
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.34 Europäische Geschichte 1492-1789 ,
71 Soziologie > 71.13 Soziales Milieu
AC Nummer
AC16468205
Utheses ID
60279
Studienkennzahl
UA | 792 | 312 | |
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